Examensarbeit, 2020
29 Seiten, Note: 2.0
1. Einleitung und Problemstellung
1.1 Bezug zu den Inhalten der Ausbildung und den allgemeinen Ausbildungsstandards
1.2 Leitfragen und Zielvorstellungen
2. Unterrichtsplanung
2.1 Unterrichtliche Voraussetzungen
2.2 Sachanalyse
2.3 Didaktische Entscheidungen
2.4 Methodische Entscheidungen
2.5 Planung und Aufbau des Unterrichtsversuchs
3. Unterrichtspraxis – Ausgewählte Aspekte des Unterrichtsgeschehens
4. Evaluation
4.1 Verfahren und Ergebnisse
4.2 Auswertungen der LiV
4.3 Rückmeldungen der Lernenden
4.4 Überprüfung der Leitfragen und Verwirklichung der Zielvorstellungen
4.5 Schlussfolgerungen und persönliches Resümee
Die Arbeit untersucht, wie biblische Heilungsgeschichten, insbesondere Mk 8,22-26, durch eine dis/abilitykritische Hermeneutik inklusiv gedeutet werden können, um Diskriminierungstendenzen aufzudecken und ein diskriminierungssensibles Bewusstsein bei Schülern zu fördern.
2.2 Sachanalyse
Da Wundererzählungen auf unterschiedliche Weisen verstanden werden können, soll nun eine kurze Übersicht der Hermeneutik sowie Deutungshorizonte neutestamentlicher Wundererzählungen gegeben werden.
Verschiedene Deutungshorizonte ergeben sich von biblischen Texten unter Zuhilfenahme von literaturwissenschaftlichen Methoden, welchen drei Perspektiven zugrunde liegen: die werkästhetische Perspektive, welche die sprachliche Gestaltung des Textes fokussiert, die produktionsästhetische Perspektive, die den Text als ein Endprodukt des Autors und den Kontext der Entstehung näher betrachtet und letztlich die rezeptionsästhetische Perspektive, welche die Position der Leserin/des Lesers zum Schwerpunkt hat. Im 20. Jahrhundert hatte die klassische historisch-kritische Exegese zum Ziel, die damalige Absicht der Autoren sowie das Textverstehen der AdressatInnen nachzuvollziehen. Konkrete Methoden zur Text- und LeserInnenorientierung werden hingegen von exegetischen Auslegungswegen im 21. Jahrhundert hervorgebracht. So tritt bspw. Werner Kahl für eine doppelte Kontextanalyse biblischer Texte ein, welcher sowohl den Kontext des Autors als auch die Gegenwart und den Verstehenszugang der Leserin/des Lesers berücksichtigt.
Konkrete Ansätze für Deutungsmuster von neutestamentlichen Wundergeschichten, welche üblicherweise für eine Deutung herangezogen werden, werden im Folgenden dargestellt.
Biblische Wundererzählungen werden nach dem supranaturalistischen Deutungsansatz mit dem Eingreifen Gottes in das Naturgeschehen dargelegt. Mit der aufkommenden Epoche der Aufklärung und der Naturwissenschaften rückte die supranaturalistische Deutung zunehmend in den Hintergrund.
1. Einleitung und Problemstellung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der biblischen Wundererzählungen ein und hinterfragt deren Wahrnehmung als Exklusiv- bzw. Normalisierungsgeschichten im Kontext von Inklusion.
2. Unterrichtsplanung: Hier werden die unterrichtlichen Voraussetzungen, die Sachanalyse sowie didaktische und methodische Entscheidungen für die Unterrichtssequenz dargelegt.
3. Unterrichtspraxis – Ausgewählte Aspekte des Unterrichtsgeschehens: Dieses Kapitel beschreibt die Durchführung der Unterrichtssequenz unter den Bedingungen des Homeschoolings und reflektiert die Anwendung der gewählten Methoden.
4. Evaluation: Abschließend werden die Ergebnisse der Umfragen und Schülerarbeiten ausgewertet, um die Leitfragen zu beantworten und ein Resümee über den Lernerfolg zu ziehen.
Heilungsgeschichten, Inklusion, dis/abilitykritische Hermeneutik, Wunder, Normalisierung, Exklusivität, Religionsunterricht, Bibeldidaktik, Diskriminierungssensibilität, Anthropologie, Reich Gottes, Jesus Christus, Heil, Perspektivwechsel, Vollkommenheit
Die Arbeit behandelt die inklusive Auslegung biblischer Heilungsgeschichten im Religionsunterricht unter besonderer Berücksichtigung der dis/abilitykritischen Hermeneutik.
Die zentralen Themen sind das Verständnis von Heil, die Problematik von Normalisierungsprozessen in biblischen Texten sowie die Förderung einer inklusiven und diskriminierungssensiblen Haltung bei Lernenden.
Das Ziel ist es, biblische Heilungsgeschichten mittels der dis/abilitykritischen Hermeneutik so zu erschließen, dass sie nicht als exklusive Normalisierungsgeschichten, sondern als inklusives Angebot wahrgenommen werden.
Die Arbeit nutzt schwerpunktmäßig die dis/abilitykritische Hermeneutik/Exegese als methodischen Ansatz, kombiniert mit fachdidaktischen Modellen wie der Elementarisierung nach Schweitzer.
Im Hauptteil werden die Unterrichtsplanung, die theoretische Sachanalyse, die Durchführung im Homeschooling sowie die anschließende Evaluation des Unterrichtsvorhabens detailliert beschrieben.
Zu den Schlüsselwörtern gehören Heilungsgeschichten, Inklusion, dis/abilitykritische Hermeneutik, Normalisierung, Diskriminierungssensibilität und Bibeldidaktik.
Dieser Text wurde gewählt, da er im Religionsunterricht eher selten behandelt wird und somit nicht durch bereits verfestigte Interpretationsmuster geprägt ist.
Die Schüler zeigten ein wachsendes Interesse und konnten ihre eigenen Vorstellungen von Normalität und Heil im Laufe der Sequenz erfolgreich reflektieren und kritisch hinterfragen.
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