Magisterarbeit, 2008
158 Seiten, Note: 1,0
1. Einführung
2. Der segmentbasierte Erklärungsansatz
2.1 Vorbemerkungen
2.2 Zur sogenannten Vokalopposition im Deutschen (Teil I)
2.3 Die Regularitäten der Graphemgemination
2.3.1 Restriktionen für Graphemgemination
2.4 Der Segmentansatz in orthographischen Regeltexten
2.5 Fremdwortintegration und segmentbasierter Ansatz
2.6 Bestimmung des Geltungsbereichs der Geminationsregel
2.6.1 Beschränkung auf Stamm- oder Wurzelmorpheme
2.6.2 Beschränkung auf Autosemantika
2.7 Ausnahmen und Problemfälle
2.7.1 Wörter mit undurchsichtiger morphologischer Struktur
2.7.1.1 Unikale Morpheme
2.7.1.2 Unproduktive Suffixe
2.7.2 Ausspracheschwankungen
2.7.3 Akzentwechsel
2.7.4 Vokalisch erweiterte Pluralformen mit Geminate
2.7.5 Fremdwortschreibungen
2.7.5.1 Simplex statt Geminate
2.7.5.2 Geminate statt Simplex
2.7.6 Graphemgeminaten an Morphemgrenzen
2.7.6.1 Graphemgeminaten als Assimilationsprodukte
3. Der silbengelenkbasierte Erklärungsansatz
3.1 Vorbemerkungen
3.2 Silbische Schreibungen
3.3 Zur sogenannten Vokalopposition im Deutschen (Teil II)
3.4 Die Repräsentation von Silbengelenken
3.4.1 Die Kernsilbe als minimale Silbenstruktur
3.4.2 Ambisyllabizität als Folge zweier silbenstruktureller Bedingungen
3.5 Silbengelenke: Graphematische Entsprechung
3.5.1 Graphemgeminaten und Stützformen
3.5.2 Kopierregel anstelle von Stützformen
3.5.3 Der Geltungsbereich der Geminationsregel im Gelenkansatz
3.6 Der Silbengelenkansatz in orthographischen Regeltexten
3.6.1 Der Regelvorschlag von Augst / Eisenberg
3.6.2 Die Tradition des silbenbasierten Ansatzes in der Orthographie
3.6.3 Silbentrennung
3.6.3.1 Syllabierung, Gelenkschreibung und Intuition
3.7 Fremdwortintegration und silbengelenkbasierter Ansatz
3.8 Ausnahmen und Problemfälle
3.8.1 Die Suche nach vokalisch erweiterten Stützformen
3.8.2 Das morphematische Prinzip in Anglizismen
3.8.3 Silbengelenke zwischen Nebenton- und Reduktionssilben
4. Der silbenschnittbasierte Erklärungsansatz
4.1 Vorbemerkungen
4.2 Tradition des Silbenschnittkonzepts
4.3 Zur sogenannten Vokalopposition im Deutschen (Teil III)
4.3.1 Das phonetische Korrelat der Silbenschnittopposition
4.3.2 Das phonologische Konzept des Silbenschnitts
4.4 Die Repräsentation der Silbenschnittopposition
4.5 Silbenschnitt: Graphematische Entsprechung
4.5.1 Das doppelte Konsonantengraphem als „Bremszeichen“
4.5.2 Graphemgeminate und Implosionsposition
4.6 Ausnahmen und Problemfälle
4.7 Die Silbenschnittopposition am Schriftanfang
5. Schluss
5.1 Zusammenfassung und abschließende Bewertung
5.2 Ausblick
Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und die Systematizität der sogenannten Graphemgemination (Doppelkonsonanzschreibung) im Deutschen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie die Verdopplung von Konsonantengraphemen im Schriftsystem linguistisch begründet werden kann, insbesondere im Vergleich verschiedener konkurrierender Beschreibungsmodelle.
Die Regularitäten der Graphemgemination
Wie Neef 2005: 117 bemerkt, wird nun eine schriftsystematische Spannung im vokalischen Bereich dadurch erzeugt, dass einem Inventar von neun Vokalbuchstaben auf graphematischer Seite (vgl. 6) fünfzehn Vollvokale auf phonologischer Seite gegenüberstehen (vgl. 9). Die Markierung der Vokalquantität gilt innerhalb des segmentbasierten Ansatzes daher als graphematisch unterspezifiziert, da es keine Grapheme gibt, die diese als inhärent erachteten Eigenschaften darzustellen vermögen. „Das Deutsche wird mit dem lateinischen Schriftsystem geschrieben, das ihm in vieler Hinsicht inkongruent ist und unseren Rechtschreibaltvorderen einfallsreiche Lösungen abverlangte, um damit adäquat zu schreiben“ (Maas 1994: 156f). Da dieses Grapheminventar also keine Möglichkeit für eine direkte Kennzeichnung der Vokalquantität bereitstellt, wird, synchron betrachtet, der indirekte Weg über die Konsonantenbuchstaben gewählt.
Der Kontext, in dem Konsonantengrapheme geminiert werden, wurde bereits in 2.1 festgelegt (vgl. die Transformationsregel in 8). An dieser Stelle soll nun die Begründung für die Beschränkung auf den dort angegebenen Kontext nachgeholt werden.
1. Einführung: Es wird das phonographische Prinzip erläutert, das die Basis für das Verständnis der Graphemgemination im Deutschen bildet.
2. Der segmentbasierte Erklärungsansatz: Dieser Ansatz deutet die Konsonantenverdopplung als Indikator für einen vorangegangenen kurzen betonten Vokal und diskutiert die damit verbundenen Regularitäten und Ausnahmen.
3. Der silbengelenkbasierte Erklärungsansatz: Hier wird die Gemination auf Silbengelenke zurückgeführt, um die Systematizität der Schreibung besser zu erfassen, wobei auch die Rolle von Stützformen diskutiert wird.
4. Der silbenschnittbasierte Erklärungsansatz: Dieser Ansatz bindet die Graphemgeminaten an eine spezifische Position (Implosionsposition) bei scharfem Silbenschnitt und bewertet die Vokalqualität als primäres Merkmal.
5. Schluss: Zusammenfassende Bewertung der drei Ansätze und ein Ausblick auf die Relevanz für die Graphematik und den Orthographieunterricht.
Graphemgemination, Doppelkonsonanzschreibung, Silbenstruktur, Silbengelenk, Silbenschnitt, Vokalquantität, Vokalqualität, Graphematik, Orthographie, Morphophonologie, Stammkonstanz, phonographisches Prinzip, Ambisyllabizität, Schärfungsschreibung.
Die Arbeit analysiert die theoretischen Erklärungsmodelle für die Doppelkonsonanzschreibung im Deutschen und vergleicht dabei unterschiedliche sprachwissenschaftliche Ansätze.
Die zentralen Felder sind die Graphematik des Deutschen, phonologische Silbenmodelle (Gelenk- und Schnittkonzepte) sowie das Verhältnis von Vokaldauer und Konsonantenschreibung.
Das primäre Ziel ist der Vergleich und die kritische Diskussion der drei gängigsten Theorien zur Erklärung, warum Konsonanten im Deutschen verdoppelt werden.
Die Arbeit nutzt die theoretische Analyse und den Vergleich bestehender linguistischer Modelle, untermauert durch Beispiele aus der Orthographiegeschichte und aktuellen Regelwerken.
Der Hauptteil gliedert sich in die drei Ansätze: den segmentbasierten, den silbengelenkbasierten und den silbenschnittbasierten Ansatz, die jeweils auf ihre Erklärungskraft und Handhabung von Ausnahmen geprüft werden.
Begriffe wie Graphemgemination, Silbengelenk, Silbenschnitt, Stammkonstanz und phonographisches Prinzip prägen die Untersuchung.
Sie ermöglicht eine systematischere Erklärung der Schreibung über die Silbenstruktur und löst einige Probleme, die bei einer rein segmentalen Betrachtung auftreten.
Becker identifiziert die sogenannte „Implosionsposition“ innerhalb der Silbenstruktur als das entscheidende Merkmal, um zwischen scharfem und sanftem Silbenschnitt zu unterscheiden.
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