Bachelorarbeit, 2018
52 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. „Lost Places“
2.1 Die „Urban Explorer“- Szene
2.1.1 Definition des „Lost Places“ der „Urban Explorer“–Szene
2.1.2 „Lost Places“ Regeln
2.1.3 „Lost Places“ – verlassene Orte?
2.2 Definition von Ort
2.2.1 „Lost Place“ als „Nicht-Ort”
2.2.2 „Lost Place“ als „Unort“
2.2.3 „Lost Place“ als „Gegenort“
3. Der Bunker Valentin
3.1 Die Geschichte des Bunkers Valentin
3.2 Der Ort des Bunkers Valentin
3.2.1 Der Bunker Valentin in der „Urban Explorer“-Szene
3.2.2 Der Bunker Valentin als „Nicht-Ort“
3.2.3 Der Bunker Valentin als „Unort“
3.2.4 Der Bunker Valentin als „Gegenort“
4. Fazit
Die Arbeit untersucht das Phänomen der „Lost Places“ und analysiert kritisch, ob diese Orte als Heterotopien im Sinne von Michel Foucault betrachtet werden können, wobei der Bunker Valentin in Bremen-Farge als zentrales Fallbeispiel dient.
2.1.1 Definition des „Lost Place“ der „Urban Explorer“–Szene
Schulze definiert, dass eine Szene drei unterschiedliche Merkmale aufweist. Als erstes Merkmal nennt er, dass die Personen einer Szene eine partielle Identität besitzen. Er versteht darunter, dass eine Szene aus einem Stammpublikum besteht. Das zweite Merkmal beschreibt er als Ortsmerkmal. Es gibt Lokalitäten, die immer wieder von einem Stammpublikum aufgesucht werden. Als letztes Merkmal nennt er die Inhalte, mit denen sich ein bestimmter Personenkreis beschäftigt. Er beschreibt die Inhalte als typisches Erlebnisangebot, welches von einem bestimmten Publikum in Anspruch genommen wird.9
Folglich handelt es sich bei den „Urban Explorern“ um eine Szene. Ein Stammpublikum, welche sich selbst „Urban Explorer“ oder auch „UrbexerInnen“ nennt, welches sich an einem Ort trifft, um dort zu fotografieren, zu dokumentieren oder auch, um zusammen die Atmosphäre des Ortes zu spüren.
Diese „Urban Explorer“- Szene ist sehr aktiv im Internet vertreten. Es gibt zahlreiche Blogs, Facebookseiten und Foren, in denen über die verlassenen Orte berichtet und sich ausgetauscht wird.10 Die „Urban Explorer“ Szene, die „Lost Places“ aufsucht, bildete sich Anfang der siebziger Jahre in den USA.11
Winternitz als Vertreter der „Urban Explorer“ schreibt, dass ein „Lost Place“ ein nicht mehr genutzter Ort ist. Das bedeutet, dass diese Orte nicht mehr von Touristen und auch nicht von der Allgemeinheit aufgesucht werden und nennt als Beispiel „Stollen, Bunker, Gewerbegebiete, militärische Anlagen, Industrieruinen, Flugplätze, Sanatorien, Heilstätten und Kliniken, Guts- und Herrenhäuser, Hotels, Bahnanlagen usw.“12 Je länger die ursprüngliche Nutzung eines „Lost Place“ zurück liege, desto mehr Facetten des Verfalls würde ein solcher Ort bieten.13 Er hebt hervor, dass an einem „Lost Place“ nichts für ein bestimmtes Publikum inszeniert oder montiert wurde, wie es für ein Publikum eines Museums üblich ist, und dieser somit eine besondere Atmosphäre bietet.14
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Faszination für „Lost Places“ ein und formuliert die Forschungsfrage zur theoretischen Einordnung sowie die Analyse des Bunkers Valentin.
2. „Lost Places“: In diesem theoretischen Teil wird die „Urban Explorer“-Szene definiert, Verhaltensregeln werden diskutiert und Konzepte wie „Nicht-Ort“, „Unort“ und „Gegenort“ wissenschaftlich hergeleitet.
3. Der Bunker Valentin: Das Fallbeispiel wird anhand seiner Geschichte und seiner heutigen Funktion als Erinnerungsort und Motiv für „Urban Explorer“ umfassend analysiert und in die theoretischen Konzepte eingeordnet.
4. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Bestätigung der These, dass „Lost Places“ als Heterotopien zu verstehen sind und der Bunker Valentin durch seine vielseitige Nutzung dieses Konzept exzellent repräsentiert.
Lost Places, Urban Explorer, Heterotopie, Michel Foucault, Marc Augé, Giorgio Agamben, Bunker Valentin, Nicht-Ort, Unort, Gegenort, Ruinenfotografie, Erinnerungskultur, Zeugenschaft, Urban Exploration, Verfall.
Die Arbeit untersucht das Phänomen „Lost Places“ und analysiert deren theoretische Verortung in der Kultursoziologie, insbesondere durch die Anwendung von Foucaults Heterotopie-Konzept.
Die zentralen Themen sind die Definition der „Urban Explorer“-Szene, die ästhetische Inszenierung von Verfall sowie die philosophische Einordnung von Orten zwischen Anonymität, Ausnahmezustand und Gegenräumen.
Das Ziel ist es zu klären, ob „Lost Places“ als Heterotopien bezeichnet werden können und ob der Bunker Valentin, trotz seiner Nutzung als Gedenkstätte, als „Lost Place“ im Sinne der „Urban Explorer“-Szene gilt.
Die Arbeit nutzt eine kultursoziologische Analyse, bei der theoretische Begriffe (von Foucault, Augé, Agamben) mit einer empirischen Betrachtung und Fallanalyse des Bunkers Valentin verknüpft werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Theoriebildung zu „Lost Places“ und eine detaillierte Fallstudie des Bunkers Valentin, in der dessen duale Natur (Ruine vs. Ausstellungsort) untersucht wird.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Heterotopie, Urban Exploration, Bunker Valentin, Zeitlichkeit und den soziologischen Ortsbegriff charakterisiert.
Der Autor zeigt auf, dass Fotografien eine manipulativ-inszenierte Einsamkeit suggerieren und Internetpräsenzen den „Lost Place“ als touristisch-kulturelle Marke mitgestalten, was den klassischen Verlassensbegriff infrage stellt.
Der Bunker wird teilweise als Gedenkstätte museal genutzt, was nach klassischer Definition (Unzugänglichkeit, Vergessenheit) gegen ein „Lost Place“-Dasein spricht; die Arbeit beweist jedoch durch die Heterotopie-Analyse, dass er dennoch darunter fassbar ist.
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