Bachelorarbeit, 2020
34 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Das Modell von Dur und Sol (2010)
2.1 Notation und Modellannahmen
2.2 First-best Vertrag
2.3 Second-best Vertrag
3 Das Modell von Kandel und Lazear (1992)
4 Empirie
5 Fazit
Die Arbeit untersucht, wie durch die Modellierung sozialer Interaktionen zwischen Agenten Effizienz in Arbeitnehmerbeziehungen erreicht werden kann, wenn Agenten nicht nur auf monetäre Anreize reagieren. Hierbei wird analysiert, wie unterschiedliche Formen der Reziprozität – positiv im Sinne von Altruismus und negativ im Sinne von Gruppendruck – die Anstrengung und Arbeitseffizienz beeinflussen.
2.1 Notation und Modellannahmen
Gegeben seien ein risikoneutraler Prinzipal (P), der seinen Profit maximiert, sowie n = 2 risikoneutrale und homogene Agenten i und j, die ihren Nutzen maximieren. Die Agenten produzieren einen Output, indem sie sich anstrengen und damit ihre individuelle Anstrengung ei und ej wählen. Die Gewinnfunktion des P ist gegeben durch π = Q(ei, ej ) − wi − wj , wobei Q(·) die Produktionsfunktion darstellt, die in den Argumenten ei und ej steigt. wi und wj sind die Löhne des P an i und j.
Die Nutzenfunktion des i (und aus Gründen der Homogenität für j analog) ist gegeben als Ui = wi − C(ei, aij ) + G(aji) + F(aji, Uj ). C(ei, aij ) ist eine streng konvexe Arbeitsleidfunktion mit ei als gewählter Anstrengung, um die Aufgabe zu erledigen, und aij als Maß für die Aufmerksamkeit, die i dem j gegenüber aufbringt. Sowohl ei als auch aij erhöhen das Arbeitsleid des i, da Anstrengung und soziale Interaktion per Annahme zumindest immer Opportunitätskosten der Zeit verursachen.
G(aji) ist eine streng konkave Konsumfunktion, die den Nutzen des i dadurch erhöht, dass i Nutzen aus dem Konsum von Aufmerksamkeit durch j bezieht. Schließlich beschreibt F(aji, Uj ), wie i durch die Aufmerksamkeit durch j altruistischer agiert. Durch eine erhöhte Bereitschaft zum Altruismus fühlt sich nicht nur i besser, sondern er revanchiert sich bei j auch für die ihm zuteilgewordene Aufmerksamkeit, wodurch sich ebenso die Nutzenfunktion des j Uj erhöht. F(·) nimmt dabei eine spezielle lineare Form an: F(aji, Uj ) = γ aji Uj mit γ > 0 und Fu(·) < 1.
1 Einleitung: Einführung in das Konzept der Reziprozität in der Ökonomie und Abgrenzung des Homo Oeconomicus zum Homo Reciprocans.
2 Das Modell von Dur und Sol (2010): Theoretische Herleitung, wie durch eine Mischung aus Anreizverträgen und positiver sozialer Interaktion Effizienz erreicht werden kann.
3 Das Modell von Kandel und Lazear (1992): Untersuchung von Free-Riding in Teams und der Rolle von Gruppendruck sowie Sanktionen als korrigierende Mechanismen.
4 Empirie: Darstellung empirischer Belege für das Auftreten von positiver und negativer Reziprozität sowie deren Auswirkungen auf Lebenszufriedenheit und soziale Beziehungen.
5 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Modelle und Diskussion über die Bedeutung aktiver Investitionen des Prinzipals in die Unternehmenskultur.
Reziprozität, Altruismus, Gruppendruck, Free-Riding, Homo Reciprocans, Anreizverträge, Personalökonomik, soziale Interaktion, Arbeitsleid, Prinzipal-Agent-Theorie, Effizienz, Kooperation, Sanktionen, SOEP, Konsumfunktion.
Die Arbeit analysiert die ökonomischen Auswirkungen von sozialer Interaktion und Reziprozität auf die Produktivität und Anreizgestaltung in Arbeitnehmerbeziehungen.
Zentral sind die Modellierung von Altruismus und Zusammenarbeit versus die Problematik von Free-Riding und Gruppendruck in Teams.
Es soll untersucht werden, ob und wie durch soziale Interaktionen Effizienz in Arbeitsverhältnissen erreicht werden kann, insbesondere wenn monetäre Anreize durch zwischenmenschliche Effekte ergänzt werden.
Die Arbeit nutzt spieltheoretische Modellierungen von Anreizverträgen sowie die Auswertung empirischer Studienergebnisse zur Reziprozität.
Der Hauptteil analysiert das Modell von Dur und Sol (2010) zur positiven Interaktion sowie das Modell von Kandel und Lazear (1992) zur negativen Interaktion durch Gruppendruck.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Reziprozität, Homo Reciprocans, Gruppendruck, Anreizverträge und soziale Interaktion geprägt.
Während Dur und Sol auf positiven Altruismus zur Effizienzsteigerung setzen, fokussiert Kandel und Lazear auf negativen Gruppendruck, um Free-Riding zu unterbinden.
Die Empirie belegt, dass in der Bevölkerung sowohl positive als auch negative Reziprozität existieren und dass diese Verhaltensweisen messbare Auswirkungen auf soziale Beziehungen und die Lebenszufriedenheit haben.
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