Bachelorarbeit, 2018
47 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 D. melanogaster als Modellorganismus
1.1.1 Hintergrund
1.1.2 Genetische Manipulationen von Drosophila
1.1.3 Bedeutung von D. melanogaster in der biomedizinischen Forschung
1.2 Der JAK/STAT-Signalweg
1.2.1 Der JAK/STAT-Signalweg in Drosophila
1.2.2 Einfluss des JAK/STAT-Signalweges auf epitheliale Lungenerkrankungen
1.2.2.2 Der JAK/STAT-Signalweg in Asthma
1.2.3 Einfluss von JAK-Inhibitoren auf den JAK/STAT-Signalweg
1.3 Das larvale respiratorische System in D. melanogaster
1.4 Zielsetzung dieser Arbeit
2 Material und Methoden
2.1 Material
2.1.1 Verbrauchsmaterial
2.1.2 Geräte
2.1.3 Puffer und Lösungen
2.1.4 Chemikalien und Nährmedien
2.1.4.1 Chemikalien
2.1.4.2 Nährmedien
2.1.4.2.1 Drosophila-Standardmedium
2.1.4.2.2 CM
2.1.4.2.3 Apfelsaftagarplatten
2.1.5 Fliegenstämme
2.1.6 Software
2.2 Methoden
2.2.1 Fliegenzucht und Kreuzungen
2.2.2 Eiablage und Screeningvorbereitung
2.2.3 Applikation der JAK-Inhibitoren
2.2.4 Fluoreszenzmikroskopie des Atemwegsepithels von L3-Larven
2.2.5 Statistische Auswertung
3 Ergebnisse
3.1 Einfluss des JAK/STAT-Signalweges auf die Morphologie des Atemwegsepithels nach geänderter Expression von upd3, hopscotch und dome mit dem ppk4-Promoter
3.1.1 Inaktivierung von dome verursacht hohe Letalität der Larven
3.1.2 Überexpression von upd3 und hopscotch in den Tracheen resultiert in der Verdickung des Atemwegsepithels
3.1.3 Eine veränderte Aktivität der JAK/STAT-Komponenten in den Tracheen führt zu einer Veränderung der Zellstruktur
3.1.4 JAK-Inhibitoren haben keinen Einfluss auf die hohe Letalität verursacht durch die dominant-negative Ausprägung in den Tracheen
3.2 Einfluss des JAK/STAT-Signalweges auf die Morphologie des Atemwegsepithels nach geänderter Expression von upd3, hopscotch und dome mit dem temperatursensitiven btl-Promoter im L2-Stadium
3.2.1 Einfluss der Komponenten des Signalweges auf den Phänotyp der Larven
3.2.2 Die im L2 aktivierte Überexpression von upd3 und hopscotch sowie das Stilllegen von dome in den Tracheen löst eine Verdickung des Atemwegsepithels aus
3.2.3 JAK-Inhibitoren haben eine positive Wirkung auf den Zuwachs des Atemwegsepithels verursacht durch hopscotch-Überexpression
4 Diskussion
4.1 Einfluss von gezielter Manipulation des JAK/STAT-Signalweges auf die Morphologie des Atemwegsepithels
4.1.1 Manipulation während der Embryonalentwicklung
4.1.2 Manipulation im L2-Stadium
4.2 Auswirkung von JAK-Inhibitoren auf die Atemwegsmorphologie
4.3 Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss des JAK/STAT-Signalweges auf die Morphologie des Atemwegsepithels in Drosophila melanogaster. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie die gezielte genetische Manipulation spezifischer Signalweg-Komponenten (upd3, hopscotch, dome) sowie die pharmakologische Hemmung durch JAK-Inhibitoren die Struktur der Tracheen verändern.
1.2.2.1 Der JAK/STAT-Signalweg in COPD
Etwa 10 % der Erwachsenen über 40 Jahren sind von COPD betroffen. Als Risikofaktor steht an erster Stelle das Rauchen, aber auch andere Einflüsse, wie Umweltverschmutzungen und genetische Einlagerungen, sind nicht zu unterschätzen (Bossé, 2012). Die Erkrankung zeichnet sich in erster Linie durch eine chronische Bronchitis und das Auftreten eines Lungenemphysems aus. Beide Symptome führen zu einer irreversiblen und fortschreitenden Funktionseinschränkung der Atemwege. Es entsteht eine chronische Entzündung, wodurch Entzündungsmediatoren und -enzyme produziert werden, die das Lungengewebe zerstören. Die Krankheit bringt einige Umbauprozesse in den Atemwegen mit sich („Remodeling“). Dazu zählen Hyperplasie der Epithelzellen und glatten Muskulatur sowie die Verdickung der Basalmembran, was schließlich zu der für COPD-Patienten typischen Verengung der Atemwege führt (Wang et al., 2018).
Laut Metaanalysen ist eine Reihe an Genen – darunter auch Zytokine – an der Entstehung dieser Krankheit beteiligt, die Regulatoren für COPD aktivierte Prozesse darstellen (Bossé, 2012). Sie sind bei erkrankten Menschen in erhöhter Anzahl nachzuweisen. Viele davon machen sich verschiedene Signalwege zunutze oder werden mithilfe von diesen produziert (Nakamura & Aoshiba, 2017; Chunk, 2001).
Reize, wie Zigarettenrauch, aktivieren das Sezernieren von mehreren Zytokinen durch die Epithelzellen und die Makrophagen. Solche Zytokine sind die Wachstumsfaktoren TGF-β (Transforming Growth Factor-beta) und FGFs (Fibroblast Growth Factor-beta), die zur Verdickung des Gewebes in den kleinen Bronchialästen führen. Dazu zählen aber auch Lymphokine und T-Zellen-Regulatoren sowie die entzündungsfördernden Zytokine TNF-α (Tumor Necrosis Factor-alpha), IL-1β und IL-6 (Barnes, 2008).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Modellsystem Drosophila melanogaster und den konservierten JAK/STAT-Signalweg ein, wobei dessen Bedeutung für die Lungenforschung hervorgehoben wird.
2 Material und Methoden: Dieser Abschnitt beschreibt detailliert die verwendeten Materialien, Fliegenstämme, Zuchtbedingungen, mikroskopischen Techniken sowie die eingesetzten JAK-Inhibitoren und statistischen Auswertungsmethoden.
3 Ergebnisse: Die Ergebnisse präsentieren die morphologischen Konsequenzen der spezifischen Genmanipulationen und der pharmakologischen Hemmung auf das Tracheen-Epithel sowie deren Auswirkung auf die Letalität der Larven.
4 Diskussion: Die Diskussion interpretiert die erhobenen Daten im Kontext bestehender Literatur und erörtert die Rolle des JAK/STAT-Signalweges bei Entwicklungsprozessen und Immunantworten sowie das Potenzial von JAK-Inhibitoren als Therapeutika.
Drosophila melanogaster, JAK/STAT-Signalweg, Atemwegsepithel, Tracheensystem, genetische Manipulation, upd3, hopscotch, dome, JAK-Inhibitoren, COPD, Asthma, Zellproliferation, Immunantwort, Modellorganismus, Lungenerkrankungen.
Die Arbeit untersucht den Einfluss des JAK/STAT-Signalweges auf die Morphologie des Atemwegsepithels bei der Taufliege Drosophila melanogaster und evaluiert, inwieweit dieser Signalweg als Modell für menschliche Lungenerkrankungen dienen kann.
Die zentralen Felder umfassen die genetische Steuerung des Atemwegswachstums, die Auswirkungen von Entzündungssignalen auf das Epithel und die pharmakologische Beeinflussung des JAK/STAT-Weges durch verschiedene Inhibitoren.
Das primäre Ziel ist es, durch gezielte Manipulation von Signalweg-Komponenten und den Einsatz von Inhibitoren die Zusammenhänge zwischen JAK/STAT-Aktivität und morphologischen Veränderungen des Atemwegsepithels aufzudecken.
Es werden genetische Werkzeuge (UAS/Gal4-System, TARGET-System), Fluoreszenzmikroskopie zur Untersuchung des Epithels, morphometrische Auswertungen (Epitheldicke, Zellkernanalyse) und Screeningverfahren mit JAK-Inhibitoren verwendet.
Der Hauptteil gliedert sich in die experimentellen Ergebnisse zu konstitutiven Mutationen, die Analysen zu zeitabhängigen Aktivierungen im L2-Stadium sowie die Untersuchung der Wirksamkeit diverser JAK-Inhibitoren auf die Tracheenmorphologie.
Wesentliche Begriffe sind Drosophila melanogaster, JAK/STAT-Signalweg, Atemwegsepithel, Zellproliferation und JAK-Inhibitoren.
Die Inaktivierung von dome führt zu einer hohen Letalität der Larven, stark deformierten Tracheen sowie einem deutlich dünneren Atemwegsepithel im Vergleich zum Wildtyp.
Nein, in den durchgeführten Versuchen zeigten die eingesetzten JAK-Inhibitoren keinen signifikanten Rescue-Effekt auf die Letalität der Larven mit der dominant-negativen dome-Ausprägung.
Während die Inhibitoren bei Kontrolltieren zu einer leichten Verdickung führten, bewirkten sie bei Linien mit hopscotch-Überexpression tendenziell eine Reduktion der Epitheldicke, wobei die Effektivität zwischen den verschiedenen Inhibitoren variierte.
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