Examensarbeit, 2020
50 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Das kumulative Konzept der Hexerei
2.1 Die Idee des Pakts mit dem Teufel
2.2 Malleus Maleficarum
2.3 Weitere Verbreitung der Hexenlehre
3. Das Hexereiverfahren
3.1 Indizienlehre
3.2 Die Folter als Instrument der Wahrheitsfindung
3.3 Urteil und Bestrafung
4. Zeitgenössische Kritik
4.1 Kritik am Phänomen der Hexerei
4.2 Kritik an der Durchführung der Prozesse
4.3 Kritik an der Hexenlehre durch die Aufklärung
5. Auswirkungen der zeitgenössischen Kritik
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die zeitgenössische Kritik an den Hexenverfolgungen der Frühen Neuzeit. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse, wie sich kritische Stimmen gegen die dämonologischen Vorstellungen einerseits und gegen die rechtliche Durchführung der Hexenprozesse andererseits formierten, und welche historischen Auswirkungen diese Kritik entfaltete.
3.2 Die Folter als Instrument der Wahrheitsfindung
Ich hole dich nicht einen, zwei, drei oder acht Tage und auch nicht ein paar Wochen, sondern ein halbes, ein ganzes Jahr, dein ganzes Leben lang, bis du gestehst. Und wenn du nicht gestehst, foltere ich dich zu Tode, und danach wirst du verbrannt.
Dieses an eine schwangere Frau gerichtete Zitat eines deutschen Schafrichters der Stadt Dreißigackers aus dem Jahre 1631 steht sinnbildlich für die Grausamkeit und Gewaltexzesse, die mit den Hexenverfolgungen der Frühen Neuzeit verbunden werden. Die Folter, die als Instrument der Wahrheitsfindung eingesetzt wurde, wird häufig als die „Seele des Hexenprozesses“ tituliert. Sie hatte sowohl antike als auch früh-mittelalterliche Vorbilder, bevor die Folter eine zeitlang aus der Strafrechtspflege verschwand, da sie nicht mit den Prinzipen des germanischen Rechtsdenkens korrelierte.
Erst im 13. Jahrhundert mit dem Wiederaufgreifen des römischen Rechts nutzte die Kirche die Folter bei der Durchführung von Ketzerprozessen. Auf Grund der Fusionierung von Ketzerei und Hexerei und der sich daraus entwickelten Annahme, dass die Hexerei ein crimen exceptum, also ein Ausnahmeverbrechen sei, wurde die Folter schließlich auch legal gegen als Hexen verdächtigte Personen eingesetzt. Das Ziel war es, zum einen Geständnisse von Verdächtigen zu erhalten, die damit die Existenz von Teufelsanbetern und generell die Realität des Hexenglaubens bestätigten und somit auch die Verbreitung des kumulativen Konzeptes weiter vorantrieben und zum anderen konnte dadurch die Nennung weiterer Mittäter erzwungen werden, die es ebenfalls zu verurteilen galt. Überstand der Beschuldigte die Prozedur, ohne ein Geständnis abzulegen, galt er als unschuldig.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Massenphänomen der Hexenverfolgung in der Frühen Neuzeit ein und definiert den thematischen Fokus auf die zeitgenössische Kritik.
2. Das kumulative Konzept der Hexerei: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung der Vorstellung von Hexerei, inklusive Pakt mit dem Teufel und dem Malleus Maleficarum.
3. Das Hexereiverfahren: Hier werden die rechtlichen Rahmenbedingungen, die Indizienlehre, die Folterpraxis und die Urteilsfindung historisch aufgearbeitet.
4. Zeitgenössische Kritik: Das Kapitel analysiert die Argumente von Skeptikern und Gegnern, unterteilt in Kritik am Hexenphänomen, am Prozessverfahren und den aufklärerischen Diskurs.
5. Auswirkungen der zeitgenössischen Kritik: Hier wird untersucht, inwieweit die geäußerte Kritik tatsächlich zu einer Reduzierung oder Beendigung der Prozesse führte.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und bewertet den Erfolg der zeitgenössischen Kritiker im Kontext des sich wandelnden Rechtsverständnisses.
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Die Arbeit untersucht die Geschichte der Hexenverfolgung in der Frühen Neuzeit und konzentriert sich dabei spezifisch auf die intellektuelle und juristische Kritik, die von Zeitgenossen gegen diese Praktiken geübt wurde.
Zentrale Themen sind die Entstehung des Hexenbildes, die Durchführung gerichtlicher Hexenprozesse (insbesondere unter Anwendung der Folter) sowie die verschiedenen Phasen der Kritik durch Theologen und Juristen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich Widerstand gegen den Hexenwahn formierte, welche Argumente die Gegner nutzten und welchen tatsächlichen Einfluss diese Kritik auf das Ende der Verfolgungswellen hatte.
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung zeitgenössischer Quellen (wie Hexentraktaten und Rechtsordnungen) sowie moderner Fachliteratur basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Hexenglaubens, die Erläuterung der inquisitorischen Prozessführung und eine tiefgehende Analyse der verschiedenen Ebenen der zeitgenössischen Kritik.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Hexenhammer, Folter, Cautio Criminalis, Aufklärung und kritischer Skeptizismus geprägt.
Der Malleus Maleficarum diente als wirksame Propagandawaffe, die das Hexenwesen systematisierte und den Weg für massive, auch weltliche Verfolgungswellen ebnete.
Friedrich Spees Werk war entscheidend, da er als Insider (Jesuit) die Folterpraxis und die Rechtsgrundlagen der Hexenprozesse scharf angriff und dadurch bei vielen Landesherren einen Umdenkprozess einleitete.
Es handelt sich um eine Sammelvorstellung, die verschiedene Elemente wie Teufelspakt, Hexenritt, Sabbat und Schadenzauber zu einem bedrohlichen Gesamtbild der "Hexe" fusionierte.
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