Bachelorarbeit, 2020
62 Seiten, Note: 2
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen und Definition
2.1 Armutsforschung
2.2 Grundsicherung
2.3 Kindergrundsicherung
2.4 Bedarfsorientierte Kindergrundsicherung
2.5 Bürgerversicherung und bedingungsloses Grundeinkommen
3 Soll- und Ist-Zustand
3.1 Chancenungleichheiten
3.2 Definition von Armut bzw. Kinderarmut
3.3 Unterscheidung von Armut
3.4 Ursache von Kinderarmut
3.5 Armutsrisiko
3.6 Fallbeispiel
3.7 Folgen von Kinderarmut
3.8 Auswirkungen von Kindergärten
4 Ergebnisse der Grundsicherung
4.1 Kindergeld
4.2 Elterngeld
4.3 Ehegattensplitting
4.4 Familienbestandteile in der Grundsicherung nach SGB II
4.5 Förderung armer Kinder
4.6 Chancengleichheit armer Kinder in unserer Gesellschaft
4.7 Maßnahmen zur Verringerung von Kinderarmut
5 Diskussion und Fazit
Diese Arbeit analysiert die Wirksamkeit der staatlichen Grundsicherung in Deutschland im Hinblick auf die Möglichkeiten zur gesellschaftlichen Teilhabe für von Armut betroffene Kinder. Dabei wird kritisch hinterfragt, ob bestehende Transferleistungen die mehrdimensionalen Beeinträchtigungen, die mit Kinderarmut einhergehen, tatsächlich lindern können und welche Ansätze für eine nachhaltige Verbesserung der Lebensbedingungen notwendig sind.
3.6 Fallbeispiel
Nach der Sozialpädagogin Beate Berger aus der Kindertagesstätte „Heilig Kreuz“ in Osnabrück bemisst sich die Armut der Kinder nicht daran, was sie haben. Oft haben die Kinder aus ärmeren Familien die größten neusten Spielzeuge bzw. Spielkonsolen, wie auch oft ihre Eltern stets das „Neuste“ haben. Auch die Kleidung ist häufig neu und besteht aus Markenklamotten. Keiner aus dem Umfeld der Familie, die in Armut lebt, soll merken, dass sie es sich nicht leisten kann. Dinge, die die Armut aufzeichnen, zeigen sich in der Erziehung. Bei den Kindern fehlt es an Grenzen. Das Körpergewicht bzw. die Körperfülle ist größer und steht nicht im Verhältnis zum Normalgewicht in der Altersklasse, der Bewegungsdrang der Kinder ist geringer, die Ernährung schlechter und die Nutzung von Elektrowelten ist hoch; häufig haben die Kinder schlechte Zähne. Die Kindergartenkinder sehen die Armut in ihren Erzählungen; Armut ist dann in ihrer Vorstellung, wenn Kinder hungern oder die Menschen kein Dach über dem Kopf haben, wenn sie kein Auto haben oder nicht fernsehen können.
In der benachbarten Grundschule in Osnabrück sind die Ansichten die gleichen wie im Kindergarten, kein Kind sieht sich als arm an. In der Gemeinschaftsschule Schinkel in Osnabrück sehen 80 Prozent der Kinder bzw. Jugendlichen die Armut bei den Obdachlosen auf der Straße, die Alkohol trinken. Bei der Frage nach Armut werden die Obdachlosen ohne Perspektive beschrieben, und das sei auch der Grund, dass die Obdachlosen Alkohol trinken. Im direkten Umfeld der Kinder bzw. Jugendlichen kommt in ihrer Sicht keine Armut vor. Obwohl viele von ihnen selbst in Armut leben oder dies auf Kinder und Jugendliche in ihrem sozialen Umfeld zutrifft, wird keine Armut wahrgenommen. Die Kinder und Jugendlichen sind gegenüber ihren Eltern loyal. Des Weiteren wird den Kindern das Gefühl vermittelt, dass in ihrem Haushalt keine Armut aufkomme.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Präsenz von Kinderarmut im reichen Deutschland und formuliert die zentrale Fragestellung nach der Wirksamkeit der Grundsicherung.
2 Theoretische Grundlagen und Definition: Dieses Kapitel verortet das Thema in soziologischen Handlungstheorien, insbesondere bei Talcott Parsons und Pierre Bourdieu, und definiert zentrale Begriffe der Armutsforschung.
3 Soll- und Ist-Zustand: Es erfolgt eine detaillierte Analyse der Erscheinungsformen und Ursachen von Kinderarmut sowie ihrer Folgen für die kindliche Entwicklung und Teilhabe.
4 Ergebnisse der Grundsicherung: Hier werden die existierenden familienpolitischen Maßnahmen und Instrumente der Grundsicherung auf ihre Wirksamkeit und ihre Grenzen untersucht.
5 Diskussion und Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und plädiert für eine individuellere und ressourcenorientiertere Unterstützung, um Kinderarmut nachhaltig zu bekämpfen.
Kinderarmut, Grundsicherung, soziale Teilhabe, Chancengleichheit, Armutsprävention, Sozialpolitik, Bildungsarmut, Kindergrundsicherung, Hartz IV, materielle Deprivation, Armutsrisiko, Inklusion, Wohlfahrtsstaat, soziale Ungleichheit, Kindertagesbetreuung
Die Arbeit untersucht das Phänomen Kinderarmut in Deutschland und analysiert, inwieweit das aktuelle System der Grundsicherung in der Lage ist, betroffenen Kindern gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.
Zu den Schwerpunkten zählen die Armutsforschung, die Analyse der Lebenslagen von Kindern, der Einfluss des Schul- und Kitasystems sowie die Bewertung politischer Transferleistungen wie der Kindergrundsicherung.
Das Ziel ist es, zu prüfen, ob die derzeitige Grundsicherung Kinderarmut effektiv senken kann und welche Maßnahmen notwendig sind, um eine echte Chancengleichheit herzustellen.
Die Arbeit nutzt eine theoretisch-analytische Herangehensweise, bei der aktuelle Forschungsliteratur, statistische Daten und soziologische Theorien (u.a. von Talcott Parsons) zusammengeführt und kritisch bewertet werden.
Im Hauptteil werden sowohl theoretische Definitionen von Armut und Ungleichheit als auch konkrete Ist-Zustände bei Kindern und die Ergebnisse verschiedener familienpolitischer Maßnahmen der Bundesregierung analysiert.
Kernbegriffe sind Kinderarmut, Grundsicherung, soziale Teilhabe, Chancengleichheit, Bildungsarmut und Armutsprävention.
Das Gesetz wird als ein Instrument zur qualitativen Verbesserung der Betreuungssituation betrachtet, wobei der Fokus auf dem Abbau von Zugangsbarrieren für armutsbetroffene Kinder liegt.
Die Autorin kritisiert das System als teilweise kontraproduktiv und stigmatisierend, da es den spezifischen Entwicklungsbedarfen von Kindern nicht ausreichend gerecht wird und oft lediglich ein Existenzminimum am Rande der Gesellschaft sichert.
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