Bachelorarbeit, 2020
57 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1 Forschungsfrage und Relevanz
1.2 Forschungsstand
1.3 Vorgehensweise und Methodik
2. Humor als Kommunikationsmedium
2.1 Funktion, Wirkung und Einfluss
2.2 Die Rolle der Medien
3. Feministischer Humor
3.1 Frauen in Comedy
3.1.1 männlicher Humor vs. weiblicher Humor
3.1.2 Feminismus vs. Sexismus
3.2 Feministischer Humor in Serien
3.2.1 Feminismus als Genre
3.2.1.1 Dramedy
3.2.1.2 Kabarett
3.2.2 Der Einfluss des Internets
4. Ergänzende Analyse
4.1 Darstellung der ausgewählten Betrachtungsgegenstände
4.1.1 Ladys Night
4.1.2 Fleabag
4.1.3 The Marvelous Mrs Maisel
4.2 Charaktere und Interaktionen
4.3 Aufbereitung von Themen, Ideologien und Werten
4.4 Humoristische und stilistische Mittel
4.5 Auswertung der Betrachtung
5. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Charakteristika des feministischen Humors in den modernen Medien, mit einem besonderen Fokus auf aktuelle TV- und Streamingangebote, um zu verstehen, wie Humor als Instrument zur Kritik patriarchaler Strukturen und zur Förderung gesellschaftlicher Gleichstellung eingesetzt wird.
3.1 Frauen in Comedy
Die Frauenbewegung der 1960er Jahre half das Interesse an weiblichen Humoristinnen zu wecken (Sheppard, 1986). Die kulturellen, sozialen und politischen Veränderungen im Rahmen der 68er Bewegung boten für eine Generation junger und kritischer Kabarettistinnen ergiebige Entwicklungsmöglichkeiten (Asen, 2006). Die Forderungen, die die Akteurinnen stellten, verfolgten dabei vor allem eine umfassende gesellschaftliche Gleichstellung der Geschlechter. Besonders die Abschaffung der Frauenunterdrückung stand dabei im Fokus sowie der Wunsch nach einer Verstärkung des weiblichen Einfluss im gesellschaftlichen Normen- und Wertesystem (ebd.). In den letzten Jahren sind weibliche Comedians in den Medien immer präsenter geworden (Triebe, 2019). Die Förderung weiblicher Talente, besonders in der US-Comedylandschaft, könnte man sogar als Trend bezeichnen (Steinhart, 2015). Tatsächlich ist die Zahl der Frauen, die als Stand-up-Comedians Erfolg haben, in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Doch obwohl weibliche Comedians immer erfolgreicher werden, müssen sie gleichzeitig weiterhin die gesellschaftlich gefestigten Vorurteile in der weitestgehend von Männern dominierten Branche überwinden (Triebe, 2019). Ein ebenfalls interessanter Aspekt ist die Tatsache, dass sich der Erfolg dieser Frauen darauf zurückführen lässt, dass diese oftmals dazu bereit sind auf der Bühne komisch auszusehen (Mizejewski, 2014: 1). Mizejewski (2014) geht davon aus, dass Komikerinnen, egal wie sie aussehen, immer in Opposition zum Attribut „hübsch“ betrachtet werden. Wo weibliche Comedians einem optisch wertenden Blick ausgesetzt sind noch bevor sie überhaupt sprechen, entziehen sich Männer diesem Blick vollständig (ebd.). Diese Theorie geht mit der traditionellen geschlechtlichen Spaltung von Aussehen und Intellekt einher, in der Frauen als Körper und Männer als Geist wahrgenommen werden (ebd.). Dementsprechend ist davon auszugehen, dass Frauen - wie zuvor dargestellt - nicht nur kein Humor zugetraut wird, sondern dieser auch einfach nicht als notwendige oder anziehende Eigenschaft einer Frau betrachtet wird.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Humor- und Medienforschung ein und formuliert die zentrale Forschungsfrage nach der Charakterisierung feministischen Humors in modernen TV- und Streamingangeboten.
2. Humor als Kommunikationsmedium: Das Kapitel beleuchtet Humor als allgegenwärtiges soziales Kommunikationsmedium, das durch die Medien in seiner Wirkung verstärkt wird und neue gesellschaftliche Anschlussmöglichkeiten bietet.
3. Feministischer Humor: Hier wird der Begriff feministischer Humor definiert, von allgemeinem Frauenhumor abgegrenzt und seine Funktion als Instrument zur Kritik geschlechtsspezifischer Ungleichheiten in männerdominierten Systemen herausgearbeitet.
4. Ergänzende Analyse: In diesem Hauptteil werden die Serien Ladies Night, Fleabag und The Marvelous Mrs. Maisel qualitativ analysiert, um die zuvor theoretisch definierten Merkmale des feministischen Humors in der Praxis zu verifizieren.
5. Fazit und Ausblick: Das Fazit bestätigt die Hypothese, dass feministischer Humor als gesellschaftsspezifisches Phänomen fungiert, das Medien als Katalysator nutzt, um langfristig gesellschaftliche Wandlungsprozesse zu forcieren.
Feministischer Humor, Comedy, Medienwissenschaft, Geschlechterrollen, Streaming, TV-Analyse, Feminismus, Emanzipation, Machtstrukturen, Stereotype, Dramedy, Kabarett, Repräsentation, Soziale Medien, Unterhaltung.
Die Arbeit untersucht, wie feministischer Humor als spezifisches Phänomen in heutigen TV- und Streaming-Medien auftritt und welche Rolle er bei der Thematisierung gesellschaftlicher Machtverhältnisse spielt.
Zu den Kernbereichen zählen die Humortheorie, die Rolle der Geschlechterrollen in Comedy-Formaten, die Darstellung des Feminismus in der Popkultur sowie die Auswirkungen neuer digitaler Distributionswege.
Das Ziel ist es, die Charakteristika von feministischem Humor zu identifizieren und zu zeigen, wie dieser Humor als Werkzeug dient, um Benachteiligungen von Frauen im gesellschaftlichen System offenzulegen.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Literaturrecherche und einer anschließenden qualitativen Analyse von jeweils einer Folge aus drei ausgewählten Serien unter Anwendung der Kategoriensysteme zur Fernsehanalyse von Werner Faulstich.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung der Fallbeispiele, analysiert Charaktere und Interaktionen sowie die humoristischen und stilistischen Mittel, die in den Formaten Ladies Night, Fleabag und The Marvelous Mrs. Maisel eingesetzt werden.
Zentrale Begriffe sind neben feministischem Humor auch Begriffe wie Geschlechterrollen, Mediale Repräsentation, Stereotype, Machtstrukturen und der "Cringe-Faktor" in der modernen Dramedy.
Die Autorin argumentiert, dass das Internet und Streamingdienste neue, finanziell besser ausgestattete Plattformen bieten, die dem Feminismus kreative Freiräume zur Artikulation geben, gleichzeitig aber auch Raum für antifeministische Diskurse schaffen.
Fleabag wird als Paradebeispiel für die "Cringe-Dramedy" genutzt, da die Serie durch den Bruch mit der vierten Wand und die Darstellung einer psychisch komplexen Protagonistin traditionelle Erwartungshaltungen an "weibliche" Comedy radikal unterwandert.
Die Arbeit zeigt eine Bandbreite auf: Ladies Night repräsentiert das klassische Kabarett im deutschen Fernsehen, während Fleabag (UK) und The Marvelous Mrs. Maisel (USA) als internationale Dramedys den Fokus stärker auf serielle Erzählweisen und die Subversion von Rollenbildern legen.
Die Autorin übernimmt diesen Begriff von Marietta Steinhart, um den Zwiespalt von Midge Maisel zu beschreiben, die einerseits im patriarchalen Komfort der 50er Jahre lebt, andererseits aber nach Selbstbestimmung und einer Karriere als Komikerin strebt.
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