Masterarbeit, 2018
70 Seiten, Note: 1,3
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
1 Einleitung: Objektivistische Positionen in der Bioethik
2 Der Begriff der Person
2.1 „Person“ als bioethischer Grundbegriff
2.2 Deskriptive Bedeutungsumfänge des Personenbegriffs
2.2.1 Präzisierung der Fragestellung: Die Frage nach der Identität von Personen
2.2.2 Die Bedingungen der Personalität
3 Die ethische Relevanz des Personenbegriffs
3.1 Person – Mensch – Lebensrecht: Eine historische Trias
3.2 Sind alle Menschen Personen? Äquivalenz- und Nichtäquivalenz-Doktrin
3.3 Äquivalenz-Doktrin
3.3.1 Potenzialitätsargument
3.3.2 Kontinuumsargument
3.3.3 Identitätsargument
3.3.4 Speziesargument
3.3.5 Die Inkonsistenz der Äquivalenz-Doktrin
3.4 Nichtäquivalenz-Doktrin
3.5 Das Dilemma eines Fähigkeits-basierten Personenbegriffs
4 Zur allgemeinen Problematik objektivistisch begründeter Ethiken
4.1 Metaphysischer und Empirischer Mensch – Robert Spaemann
4.2 Person und Gerechtigkeit – John Rawls
4.3 Das Menschenwürde-Argument
5 Zusammenfassung
Ziel der Arbeit ist es, aufzuzeigen, dass die Herleitung eines ausgezeichneten moralischen Status des Menschen weder aus dem philosophischen Personenbegriff noch aus dem Begriff der Menschenwürde den metaethischen Anforderungen an moralische Normen genügt. Die Arbeit argumentiert, dass die entsprechenden objektivistischen Begründungsversuche zirkulär sind und eine petito principii darstellen.
3.4 Nichtäquivalenz-Doktrin
Der große Vorteil der Nichtäquivalenz-Doktrin liegt, folgt man Birnbacher, in ihrem Verzicht auf „begriffliche Schönfärberei“. Wer akzeptiert, dass nur der tatsächliche aktuale Besitz personaler Fähigkeiten (nicht etwa die Anlage zu personalen Fähigkeiten oder die Gattungszugehörigkeit) auch den personalen Status begründen kann, der muss auch die - ohnehin faktisch bestehende - extensionale Deckungs-Ungleichheit von Mensch und Person akzeptieren. Wie schwerwiegend diese Deckungs-Ungleichheit dabei ausfällt, hängt zum einen davon ab, wie hoch die Messlatte der qualitativen Bedingungen gelegt wird und zum anderen davon, wie man mit Menschen umgeht, die diese Bedingungen zeitweise nicht aktualisieren. Die typischen Vertreter der Nichtäquivalenz-Doktrin sprechen reversibel Komatösen oder Schlafenden den Personenstatus in diesen Phasen nicht ab, wohl aber dem irreversibel Komatösen bzw. auch dem nicht zur Austragung bestimmten Embryo. Die Nichtäquivalenz-Doktrin wird gemeinhin in zwei möglichen Weisen interpretiert, die ich nacheinander besprechen will:
Erstens kann sie implizieren, dass der moralische Status des Menschen notwendig und hinreichend vom personalen Status des Menschen abhängig ist. In dieser Weise ist die Nichtäquivalenz-Doktrin in einer extremen Weise normativ.
1 Einleitung: Objektivistische Positionen in der Bioethik: Einführung in die bioethische Grundproblematik und Skizzierung der methodischen Herausforderungen bei der Begründung moralischer Normen für marginale menschliche Entitäten.
2 Der Begriff der Person: Darstellung des Begriffs der Person als bioethischer Grundbegriff, wobei insbesondere zwischen deskriptiven und präskriptiven Verwendungsweisen unterschieden wird.
3 Die ethische Relevanz des Personenbegriffs: Eingehende Analyse der moralischen Konsequenzen des Personenbegriffs und kritische Auseinandersetzung mit den Argumentationslinien der Äquivalenz- sowie Nichtäquivalenz-Doktrin.
4 Zur allgemeinen Problematik objektivistisch begründeter Ethiken: Metaethische Kritik an objektivistischen Ethikmodellen, insbesondere durch die Auseinandersetzung mit den Positionen von Robert Spaemann und John Rawls sowie dem Menschenwürde-Argument.
5 Zusammenfassung: Rekapitulation der Ergebnisse, welche die Inkonsistenz objektivistischer Begründungen und die Notwendigkeit einer Abkehr von dogmatischen oder rein metaphysischen Ethikkonzepten betonen.
Bioethik, Personenbegriff, Menschenwürde, Äquivalenz-Doktrin, Nichtäquivalenz-Doktrin, SKIP-Argumente, Potenzialitätsargument, Metaethik, Objektivismus, moralischer Status, Personale Identität, Lebensrecht, Robert Spaemann, John Rawls, Fähigkeiten-basiert
Die Arbeit untersucht die bioethische Debatte um den moralischen Status des Menschen und analysiert kritisch, wie Begriffe wie „Person“ und „Menschenwürde“ zur ethischen Normbegründung verwendet werden.
Die Themenfelder umfassen die Definition und Anwendung des Personenbegriffs, die Frage nach dem moralischen Status von Embryonen oder Komapatienten sowie die Kritik an objektivistischen Begründungsstrategien in der Ethik.
Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass gängige objektivistische Ansätze zur Herleitung eines besonderen moralischen Status des Menschen in sich zirkulär sind und den metaethischen Anforderungen an eine überzeugende Normbegründung nicht genügen.
Es handelt sich um eine analytische philosophische Untersuchung, die den Fokus auf begriffliche Klärung, die Überprüfung von logischen Implikationen sowie die metaethische Dekonstruktion von Argumentationsmodellen legt.
Im Hauptteil erfolgt eine detaillierte Analyse der Äquivalenz- und Nichtäquivalenz-Doktrin, eine Auseinandersetzung mit den sogenannten SKIP-Argumenten sowie eine kritische Prüfung der Theorien von Spaemann, Rawls und des Menschenwürde-Arguments.
Zentrale Begriffe sind Bioethik, Personenbegriff, Menschenwürde, Äquivalenz-Doktrin, SKIP-Argumente und moralischer Status.
Der Autor argumentiert, dass diese Doktrin dazu gezwungen ist, unbegründete metaphysische Axiome einzuführen, um die Diskrepanz zwischen biologischen Fakten und dem hohen moralischen Anspruch der Personenwürde zu schließen, was in logische Inkonsistenzen führt.
Der Autor bezeichnet sie als eine bloß rhetorische Notlösung des deutschen Rechts, die lediglich verschleiert, dass der moralische Status des Embryos im deutschen Rechtssystem faktisch ungeklärt bleibt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

