Bachelorarbeit, 2015
65 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Resilienz
2.1 Definition Resilienz
2.2 Schutzfaktoren
2.3. Risikofaktoren
3 Psychische Erkrankung der Eltern als Risikofaktor
3.1 Definition psychischer Erkrankungen
3.2 Epidemiologie
3.3 Krankheitsbilder und deren Auswirkung auf die Kinder
3.3.1 Angststörung
3.3.2 Schizophrene Störung
3.3.3 Depressive Erkrankung
4 Lebenssituation von Kindern psychisch kranker Eltern
4.1 Unmittelbare Probleme
4.1.1 Desorientierung
4.1.2 Schuldgefühle
4.1.3 Angst
4.1.4 Tabuisierung und Kommunikationsverbot
4.1.5 Isolierung
4.2 Folgeprobleme
4.2.1 Betreuungsdefizit
4.2.2 Parentifizierung
4.2.3 Loyalitätskonflikte
4.3 Trennung der Eltern als zusätzliche Belastung
4.4 Einflussfaktoren
4.5 Bewältigung der Lebenssituation
5 Interventionsmöglichkeiten
5.1 Kindzentrierte Maßnahmen
5.1.1 Besonderheiten bei der Intervention mit Kindern
5.1.2 Aktivierung von spezifischen Resilienzprozessen
5.1.3 Patenschaften
5.1.4 Gruppenangebote für Kinder
5.1.5 Unterstützung für erwachsene Kinder psychisch kranker Eltern
5.2 Familienorientierte Hilfen
5.2.1 Gruppenangebote für Eltern
5.2.2 Förderung der familiären Schutzfaktoren
5.2.3 Chimps-Ansatz als Familienintervention
5.2.4 Mutter-Kind-Therapie
5.3 Maßnahmen des Jugendamtes
6 Diskussion und Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Lebenssituation von Kindern, deren Eltern psychisch erkrankt sind, und analysiert die Möglichkeiten sowie Grenzen bestehender Interventions- und Präventionsmaßnahmen, um diese gefährdete Zielgruppe effektiv zu unterstützen.
4.1.1 Desorientierung
Kinder nehmen die Veränderung in den Verhaltensweisen, Handlungen und Gefühlsäußerungen der Eltern sensibel wahr. Sie registrieren schnell, wenn ein Elternteil unruhig oder ungeduldig wird, sich zurückzieht, viel schläft und oft weint oder wenn er sich dem Kind gegenüber ängstlich und überbesorgt verhält (Brockmann & Lenz, 2013, S. 32). Für die Kinder ist das Verhalten der Eltern oftmals befremdlich und da sie die Probleme ihrer Eltern nicht einordnen und verstehen können, sind sie verängstigt und verwirrt (vgl. Mattejat, 2011 in Lisofsky & Mattejat, S. 88).
Ältere Kinder verhalten sich meist ruhig und vermeiden es Forderungen zu stellen, um die Eltern nicht aufzuregen. Sie ziehen sich eher auf ihr Zimmer zurück und sagen Verabredungen ab. Jüngere Kinder reagieren hauptsächlich mit Aggressionen, mit denen sie ihre Überforderung ausdrücken. Wenn Kinder über Wissen zu der Krankheit verfügen, können sie das elterliche Verhalten als psychische Erkrankung einordnen und verstehen. Ist das Wissen nicht vorhanden, werden Ängste, Sorgen und Verwirrung seitens der Kinder ausgelöst, wie das folgende Zitat eines zwölfjährigen Mädchens verdeutlicht:
„[...] und dann hat sie irgendwie garnichts gesagt. Sie stand da nur so im Flur und hat dann die ganze Zeit immer geschaut und geweint. Und dann habe ich auch irgendwie gefragt so, was ist denn los? Da habe ich mir dann schon richtig Sorgen gemacht, weil ich hab das nicht verstanden und immer nur gedacht, was ist nur mit meiner Mutter los. Und dann habe ich auch angefangen zu weinen.“ (Brockmann & Lenz, 2013, S. 84)
Das Unwissen über die Krankheiten schlägt oftmals in Wut auf den erkrankten Elternteil, Enttäuschung und Traurigkeit um. Während einer akuten Krankheitsphase fühlen sich die Kinder ungeliebt, vernachlässigt und ungerecht behandelt (Brockmann & Lenz, 2013, S. 33).
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Lebenssituation von Kindern psychisch kranker Eltern dar, benennt die Relevanz des Themas und skizziert den Aufbau der Bachelorarbeit.
2 Resilienz: Dieses Kapitel definiert den Resilienzbegriff und erläutert die Bedeutung von Schutz- und Risikofaktoren für die Entwicklung von Kindern in belastenden Lebenssituationen.
3 Psychische Erkrankung der Eltern als Risikofaktor: Hier werden epidemiologische Daten sowie spezifische Krankheitsbilder wie Angststörungen, Schizophrenie und Depression hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Kinder detailliert behandelt.
4 Lebenssituation von Kindern psychisch kranker Eltern: Dieses Kapitel analysiert die täglichen Belastungen, von Desorientierung und Schuldgefühlen über Parentifizierung bis hin zur Isolierung und Trennung der Eltern.
5 Interventionsmöglichkeiten: Hier werden verschiedene Ansätze zur Unterstützung vorgestellt, darunter kindzentrierte Maßnahmen, Familieninterventionen wie der Chimps-Ansatz und die Rolle des Jugendamtes.
6 Diskussion und Fazit: Das letzte Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und reflektiert die Problematik der Finanzierung und der Kooperation verschiedener Hilfesysteme.
Psychisch kranke Eltern, Resilienz, Schutzfaktoren, Risikofaktoren, Kinder, Lebenssituation, Parentifizierung, Intervention, Prävention, Tabuisierung, Angststörung, Schizophrenie, Depression, Familienorientierte Hilfen, Jugendhilfe
Die Arbeit befasst sich mit der Lebenssituation von Kindern, deren Eltern unter einer psychischen Erkrankung leiden, und beleuchtet deren spezielle psychosoziale Belastungen.
Die Schwerpunkte liegen auf dem Resilienzkonzept, den Auswirkungen elterlicher Störungsbilder auf Kinder sowie den bestehenden Möglichkeiten der pädagogischen und therapeutischen Unterstützung.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Kinder mit der elterlichen Erkrankung umgehen, welche Risiken bestehen und wie durch gezielte Interventionen die Entwicklungschancen dieser Kinder verbessert werden können.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Aufarbeitung theoretischer Grundlagen sowie existierender Studien und Modellprojekte.
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen zu Resilienz und Krankheitsbildern insbesondere die unmittelbaren Probleme (wie Angst und Isolierung) und Folgeprobleme (wie Parentifizierung) der Kinder detailliert analysiert.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Resilienz, Parentifizierung, psychische Erkrankung, Intervention, Prävention und Unterstützungssysteme charakterisiert.
Parentifizierung beschreibt einen Prozess, in dem Kinder Rollen ihrer erkrankten Eltern übernehmen und diese emotional oder im Alltag unterstützen, was zu einer Überforderung führen kann.
Die Tabuisierung führt dazu, dass Kinder keine nachvollziehbaren Erklärungen für das Verhalten ihrer Eltern erhalten, was bei ihnen Gefühle von Schuld, Angst und Einsamkeit verstärkt.
Der Chimps-Ansatz ist ein am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf entwickeltes, familienorientiertes Präventionsprogramm, das gezielt die Krankheitsbewältigung und die familiäre Dynamik in den Blick nimmt.
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