Diplomarbeit, 2007
77 Seiten
A. Notwendigkeit einer rational begründeten Entscheidungsfindung bei Weiterbildungsmaßnahmen
B. Controlling-Aufgaben bei Weiterbildungsmaßnahmen
I. Definitorische Abgrenzung von Weiterbildung
II. Zum Selbstverständnis des Bildungscontrolling
1. Einordnung des Bildungscontrolling in den Führungsprozess
2. Die Koordinationsfunktion des Bildungscontrolling
III. Ausgewählte Ansätze zur Ex-Post-Bewertung von Weiterbildungserfolgen
1. Der Vier-Stufen-Ansatz von Kirkpatrick
2. Berechnung des Return on Investment als Modellerweiterung
3. Ausgewählte Erweiterungen des Utility-Analysis-Ansatzes
IV. Entscheidungsorientierte Ex-Ante-Bewertung
1. Die Bildungsbedarfsanalyse als Entscheidungsgrundlage
2. Vorteile einer monetarisierten Entscheidungsfindung
C. Entscheidungsorientierte Rechnungen mit dem Kapitalwert bei Weiterbildungsmaßnahmen
I. Zum Investitionscharakter von Weiterbildungsmaßnahmen
II. Ausgewählte Kerngedanken zum Kapitalwert
1. Berechnungsgrundlagen
2. Besonderheiten bei der Berechnung
a) Zur Rolle des Kalkulationszinssatzes
b) Berücksichtigung von Prognoseunsicherheiten
III. Prognose der Kosten für Weiterbildungsmaßnahmen
1. Zum Kostenbegriff und dem Identitätsprinzip
2. Ausgewählte entscheidungsrelevante Weiterbildungskosten
IV. Prognose der Veränderung des individuellen Erfolgsbeitrags
1. Ausgewählte Einflussfaktoren auf den Weiterbildungserfolg
2. Berücksichtigung aller potenziellen Effekte einer Weiterbildungsmaßnahme
D. Berücksichtigung des Risikos bei Weiterbildungsmaßnahmen
I. Möglichkeiten der Risikoanalyse
II. Ablaufschritte einer Simulation
1. Charakterisierung der einzelnen Phasen
a) Bestimmung der Parameter ausgewählter stetiger Verteilungen
b) Mögliche Erweiterungen bei der Verteilungsdefinition
c) Ermittlung des Zielfunktionswerts
d) Definition eines geeigneten Abbruchkriteriums
2. Zur Problematik eines angemessenen Annahmenkomplexes
III. Simulation des Kapitalwerts bei Weiterbildungsmaßnahmen
1. Überlegungen zur Aussagekraft einer simulierten Entscheidungskennzahl
2. Ausgewählte Vorteile einer Simulation bei Weiterbildungsmaßnahmen
IV. Prognose beispielhafter Effekte einer Weiterbildungsmaßnahme
1. Quantifizierung von verbalen Aussagen zum Weiterbildungserfolg
2. Interpretation der erlangten Simulationsergebnisse
3. Verwendung der Ergebnisse in der Entscheidungsfindung
4. Handlungsempfehlungen aufgrund der ermittelten Korrelationen
5. Mögliche Erweiterungen des Simulationsmodells
E. Einsatzmöglichkeiten des Added Employee Value in der Praxis
Die Arbeit verfolgt das Ziel, einen wissenschaftlich fundierten, quantitativen Ansatz zur Bewertung von Weiterbildungsmaßnahmen zu entwickeln, um Entscheidungsträgern eine Alternative zur intuitiven Beurteilung zu bieten. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, wie durch den Einsatz der Kapitalwertmethode in Kombination mit Simulationstechniken der monetäre Wertbeitrag von Weiterbildungsmaßnahmen prognostiziert und das damit verbundene Risiko transparent gemacht werden kann.
3. Ausgewählte Erweiterungen des Utility-Analysis-Ansatzes
Die Utility Analysis stellt eine Methode dar, um den monetären Wertbeitrag von Weiterbildungsmaßnahmen zu ermitteln.1) Kerngedanke dieses Verfahrens ist, die Arbeitsleistung eines trainierten Mitarbeiters mit der eines Untrainierten zu vergleichen und aus dieser Differenz auf den monetären Wertbeitrag zu schlussfolgern. Hierzu wird die Anzahl der Teilnehmer N mit der Dauer der trainingsbedingten Leistungssteigerung T, mit der Leistungsdifferenz2) zwischen diesen beiden (Gruppen von) Mitarbeitern dt und der Standardabweichung der Leistung der untrainierten Gruppe in Geldeinheiten SDy multipliziert. Hiervon werden die gesamten Weiterbildungskosten C·N subtrahiert:
Formel 1: Nutzengleichung ΔU = N ⋅T ⋅ dt ⋅ SDy − C ⋅ N
Auf die Darstellung einer Beispielrechnung3) mit fiktiven Zahlen wird an dieser Stelle bewusst verzichtet. Dies begründet sich nicht zuletzt darin, dass die Ermittlung der einfließenden Faktoren – insbesondere der Standardabweichung4) SDy – regelmäßig Probleme aufwirft. Diese werden oftmals durch Annahmen zu lösen versucht. Hierzu zählt beispielsweise die 40-Prozent-Regel5), die der Standardabweichung SDy einen Wert in Höhe von 40 % des Jahresbruttogehalts zuweist. Das Jahresbruttogehalt wird hierbei als Indikator für die Wichtigkeit der Position verwendet. Obwohl die Standardabweichung SDy nachweislich zwischen 40 % und 70 % des Jahresbruttogehalts beträgt, wird durch die 40-Prozent-Regel eine „konservative Schätzung“6) beabsichtigt. Dies entspricht im Kern einem pauschalen Abschlag, der jedoch entscheidungslogisch nicht nachvollziehbar und damit ungeeignet ist.
A. Notwendigkeit einer rational begründeten Entscheidungsfindung bei Weiterbildungsmaßnahmen: Dieses Kapitel erläutert die ökonomische Relevanz von Weiterbildungsinvestitionen und die Notwendigkeit für Unternehmen, diese quantitativ zu bewerten.
B. Controlling-Aufgaben bei Weiterbildungsmaßnahmen: Es werden die begrifflichen Grundlagen, die Einordnung des Bildungscontrollings in den Unternehmensführungsprozess sowie gängige Ansätze zur Ex-Post-Bewertung und Ex-Ante-Planung diskutiert.
C. Entscheidungsorientierte Rechnungen mit dem Kapitalwert bei Weiterbildungsmaßnahmen: Dieses Kapitel führt in den Investitionscharakter von Weiterbildung ein und detailliert die Anwendung der Kapitalwertmethode sowie die Prognose von Kosten und Nutzen.
D. Berücksichtigung des Risikos bei Weiterbildungsmaßnahmen: Hier wird die Notwendigkeit der Risikoanalyse durch Simulationstechniken begründet und der methodische Ablauf einer Simulation inklusive der Modellannahmen erörtert.
E. Einsatzmöglichkeiten des Added Employee Value in der Praxis: Das abschließende Kapitel resümiert den Mehrwert der quantitativen Risikobewertung und ordnet die Ergebnisse in die betriebliche Praxis ein.
Bildungscontrolling, Kapitalwertmethode, Investitionsrechnung, Simulation, Risikoanalyse, Added Employee Value, Personalführung, Weiterbildungserfolg, Nutzwertanalyse, Unternehmenserfolg, Personalmanagement, monetäre Bewertung, Entscheidungshilfe, Monte-Carlo-Simulation.
Die Arbeit untersucht, wie deutsche Unternehmen die Effektivität und den finanziellen Beitrag von Weiterbildungsmaßnahmen durch quantitative Methoden rationaler bewerten können.
Im Fokus stehen das Bildungscontrolling, die Investitionsrechnung mittels Kapitalwertmethode sowie der Einsatz von Simulationstechniken zur fundierten Entscheidungsfindung im Personalmanagement.
Das Hauptziel ist die Entwicklung eines Modells, das es ermöglicht, Weiterbildungsinvestitionen nicht nur intuitiv, sondern auf Basis einer quantitativen, risikoorientierten Bewertung zu legitimieren.
Der Autor stützt sich auf betriebswirtschaftliche Investitionsrechenmodelle und ergänzt diese durch statistische Methoden, insbesondere durch die Monte-Carlo-Simulation.
Der Hauptteil befasst sich mit der methodischen Herleitung der Kapitalwertberechnung, der Prognose von Kosten und Erfolgsbeiträgen sowie der detaillierten Durchführung einer Simulationsstudie zur Risikoeinschätzung.
Wesentliche Begriffe sind Bildungscontrolling, Kapitalwertmethode, Risikoanalyse, Simulation und der sogenannte Added Employee Value.
Sie wird hinterfragt, weil bei Weiterbildungsmaßnahmen oft Unsicherheiten bezüglich der Zukunft bestehen, weshalb ein rein deterministischer Wert allein nicht ausreicht.
Sie dient dazu, das Risiko von Investitionen in Mitarbeiter durch die Verwendung von Wahrscheinlichkeitsverteilungen anstelle fester Zahlen präziser abzubilden und so realistischere Entscheidungen zu ermöglichen.
Dieser Begriff beschreibt den simulierten Kapitalwert einer Weiterbildungsmaßnahme, der den zusätzlichen Wertbeitrag eines Mitarbeiters zum Unternehmungserfolg unter Berücksichtigung von Risikoprofilen widerspiegelt.
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