Bachelorarbeit, 2008
49 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1 Rogers und die zwischenmenschliche Beziehung in der Therapie
1.2 Welche Rolle spielt die zwischenmenschliche Beziehung in der personzentrierten Kinder- und Jugendpsychotherapie?
1.3 Aufbau der Arbeit
2. Der personzentrierte Ansatz in der Kinder- und Jugendpsychotherapie
2.1 Entwicklung und Verbreitung nach Deutschland
2.2 Humanistisches Werteverständnis
2.3. Rogers Persönlichkeitstheorie
2.3.1 Die Aktualisierungstendenz
2.3.2 Die Selbstaktualisierungstendenz
2.3.3 Die Identität als eine Summe aus Beziehungserfahrungen
2.4. Klientzentrierte Entwicklungstheorie
2.4.1 Die Formung der kindlichen Individualität
2.4.2 Der Zusammenhang zwischen Bindungstheorie und Selbstkonzept
3. Der therapeutische Kontakt – eine zwischenmenschliche Beziehung
3.1 Die Förderung der Aktualisierungstendenz
3.1.1 Ziel des therapeutischen Kontaktes - ein sicheres Bindungsverhalten
3.2 Das Herstellen einer stabilen Bindungserfahrung zur Reorganisation des Selbst
3.2.1 Ein offenes Beziehungsangebot
3.2.2 Seelische Wandlungsprozesse
3.2.3 Anforderungen und mögliche Schwierigkeiten
4. Die Beziehungsgestaltung im zwischenmenschlichen Kontext
4.1 Der Klient und sein sozialökologisches Umfeld
4.2 Die Beziehungsgestaltung innerhalb möglicher Anwendungsformen
4.2.1 Einzeltherapie / Spieltherapie
4.2.2 Familienspieltherapie
4.2.3 Gruppentherapie
5. Anwendungskonzepte therapeutischer Beziehungsgestaltung
5.1 Die 8 Grundprinzipien der Kinderspieltherapie nach Axline (1947)
5.1.1 Warme freundliche Beziehungsaufnahme beim Erstkontakt
5.1.2 Die vollständige Annahme des Kindes
5.1.3 Herstellen eines Klimas des Gewährenlassens
5.1.4 Erkennen und Reflektieren von Gefühlen
5.1.5 Die Achtung vor dem Kind
5.1.6 Das Kind weist den Weg, der Therapeut folgt ihm
5.1.7 Therapie kann nicht beschleunigt werden
5.1.8 Der Wert von Begrenzungen
5.2 Konzept spieltherapeutischer Interaktionsresonanz (Behr ,1996)
5.2.1 Regelspiel
5.2.2 Rollenspiel
5.3 Differenzielles Interventionskonzept Prozess leitender Hilfen (Schmidtchen, 2002)
5.3.1 Ziel und theoretischer Hintergrund
5.3.2 Interventionsstrategien des multidimensionalen Ansatzes
5.3.3 Zielorientierte Anwendung
6. Was sagen Forschungsbefunde über die Rolle der zwischenmenschlichen Beziehung aus?
6.1 Befunde aus der Therapeuten- Prozessforschung
6.1.1 Beispielstudien
6.1.2 Ergebnissauswertungen in zusammenfassendem Überblick
6.2 Effektivitätsstudie zum differenziellen Interventionskonzept Prozess leitender Hilfen (Schmidtchen, Hennies & Acke, 1993)
7. Fazit – Welche Rolle spielt die zwischenmenschliche Beziehung ?
7.1 Zwischenmenschliches Beziehungsverhalten wirkt auf seelische Selbstheilung
7.1.1 Parallele zur zwischenmenschlichen Ur- Beziehung
7.1.2 Förderung kongruent geteilter Intersubjektivität
7.2 Resümee und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Bedeutung der zwischenmenschlichen Beziehung innerhalb der personzentrierten Kinder- und Jugendpsychotherapie. Es wird geklärt, wie eine therapeutische Beziehung als heilungsfördernder Faktor wirkt, um psychische Störungen abzubauen und eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen, indem sie an die notwendige Ur-Beziehung der frühen Kindheit anknüpft.
Die Aktualisierungstendenz
Unter Aktualisierungstendenz versteht Rogers eine jedem lebendigen Organismus inne wohnende richtungsgebende Kraft. Ein ewiges Bestreben nach Erhaltung, Wachstum und Entfaltung all seiner Potentiale (Weinberger, 2007). Dieses tendiert dabei fort von Fremdsteuerung hin zu Autonomie und einem Reifen und Gedeihen in dieser Autonomie (Goetze, 2002).
Der Organismus des Menschen ist innerer Kern seiner Persönlichkeit, die Gesamtheit seiner physischen und psychischen Lebensvollzüge (Rogers, 1973, zitiert nach Rechtien, 2002, S.44).
Höger (2006) kehrt die Bedeutung von Erhaltung und Entfaltung menschlicher Aktualisierungstendenz heraus. Erhaltung betrifft demnach nicht nur die physische Existenz, sondern auch ein Bewahren der Identität. Entfaltung bedeutet die Entwicklung funktionaler Differenzierung, z.B. von Organen und außerdem eine selbstverantwortlich kreativ und sozial konstruktive Weiterentwicklung innerhalb sich verändernder Umweltprozesse.
Der Organismus organisiert also als beständig flexibles System diesen lebendig sich entfaltenden Austausch mit der Umwelt (Höger, 2006). So wird die Bedeutung der Umwelt für den Menschen von Moment zu Moment durch dieses System aktualisiert ( Rogers, 1987). Was der Mensch dabei bewusst erfahren kann ist seine Selbstaktualisierungstendenz (Biermann- Ratjen, 1996).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der personzentrierten Psychotherapie bei Kindern und Jugendlichen ein und beleuchtet Carl Rogers' Überzeugung, dass wirkliche Veränderung primär durch Erfahrung in einer Beziehung stattfindet.
2. Der personzentrierte Ansatz in der Kinder- und Jugendpsychotherapie: Hier werden die theoretischen Grundlagen erläutert, insbesondere Rogers Persönlichkeitstheorie sowie die klientzentrierte Entwicklungstheorie, die die Entstehung kindlicher Identität und die Bedeutung von Bindungserfahrungen untersucht.
3. Der therapeutische Kontakt – eine zwischenmenschliche Beziehung: Dieses Kapitel begründet, wie die therapeutische Beziehung die Aktualisierungstendenz fördern kann, um seelisches Wohlbefinden und eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung zu ermöglichen, inklusive der Anforderungen an den Therapeuten.
4. Die Beziehungsgestaltung im zwischenmenschlichen Kontext: Hier werden typische therapeutische Settings wie Einzel-, Familien- und Gruppentherapie detailliert behandelt, wobei der Fokus auf der Einbindung des sozialen Netzwerks des Klienten liegt.
5. Anwendungskonzepte therapeutischer Beziehungsgestaltung: Dieses Kapitel diskutiert praxisorientierte Konzepte, von den 8 Grundprinzipien der Kinderspieltherapie nach Axline bis hin zu neueren Ansätzen wie spieltherapeutischer Interaktionsresonanz und prozessleitenden Hilfen.
6. Was sagen Forschungsbefunde über die Rolle der zwischenmenschlichen Beziehung aus?: Hier werden empirische Studien und Prozessforschungen vorgestellt, die belegen, wie therapeutisches Verhalten und spezifische Beziehungsmerkmale zur Heilung und Symptomreduktion bei Kindern beitragen.
7. Fazit – Welche Rolle spielt die zwischenmenschliche Beziehung ?: Das Fazit fasst zusammen, dass eine beziehungsorientierte Therapie, angelehnt an die frühe Ur-Beziehung, der entscheidende Faktor für seelische Selbstheilung ist, und gibt einen Ausblick auf die notwendige Verbreitung dieser Konzepte.
Personzentrierte Psychotherapie, Kinderpsychotherapie, Jugendpsychotherapie, therapeutische Beziehung, Aktualisierungstendenz, Selbstkonzept, Bindungstheorie, Spieltherapie, Kongruenz, Empathie, Prozessforschung, Familienbeziehung, Selbstheilung, Interaktionsresonanz, Persönlichkeitsentwicklung
Die Arbeit analysiert die zentrale Bedeutung der zwischenmenschlichen Beziehung innerhalb der personzentrierten Therapie mit Kindern und Jugendlichen als essenziellen Wirkfaktor für psychische Heilungsprozesse.
Die Arbeit verknüpft Theorie (Rogers, Bindungstheorie), therapeutische Praxis (Setting-Gestaltung, axlinesche Prinzipien) und empirische Forschungsergebnisse zur Effektivität therapeutischer Beziehungsarbeit.
Das Ziel ist es zu klären, warum und wie die zwischenmenschliche therapeutische Beziehung dazu beitragen kann, den gesunden Entwicklungsprozess des Kindes und Jugendlichen (wieder) zu aktivieren.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung klinischer Forschungsbefunde und Prozessstudien zur personzentrierten Kinder- und Jugendtherapie basiert.
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen der personzentrierten Entwicklungstheorie konkrete Anwendungskonzepte sowie die Rolle verschiedener Settings wie Spiel- und Familientherapie ausführlich diskutiert.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Personzentrierung, Bindungstheorie, Aktualisierungstendenz, therapeutische Beziehung, Spieltherapie und Prozessforschung charakterisiert.
Die Bindungstheorie dient als fundamentale Basis, um zu verstehen, wie frühe, nicht förderliche Beziehungserfahrungen Störungen auslösen und wie eine neue, sichere Beziehung in der Therapie heilend wirken kann.
Die Autorin argumentiert, dass die Erkenntnisse über eine förderliche Beziehungsgestaltung angesichts zunehmender gesellschaftlicher Beziehungsarmut auch auf pädagogische und sozial helfende Bereiche übertragen werden sollten.
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