Bachelorarbeit, 2019
66 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung und Problemstellung
2 Grundlagen
2.1 Gesundheit, Krankheit und Technostress
2.1.1 Gesundheit und Krankheit Begriffsdefinitionen
2.1.2 Stress und Stressreaktion
2.1.3 Theorien und Konzepte von Arbeitsstress
2.1.4 Informations- und Kommunikationstechnologien als Arbeitsmittel
2.1.5 Technostress am Arbeitsplatz
3 Ein BGF-Konzept zur Reduktion von Technostress
3.1 Das Konzept der betrieblichen Gesundheitsförderung
3.1.1 Rechtliche Grundlagen der betrieblichen Gesundheitsförderung
3.1.2 Grundsätze und Ziele der betrieblichen Gesundheitsförderung
3.1.3 Akteure in der betrieblichen Gesundheitsförderung
3.1.4 Wirtschaftliche Aspekte von BGF
3.1.5 Relevanz von Technostress in der betrieblichen Gesundheitsförderung
3.2 Maßnahmen zur Reduktion von Technostress
3.2.1 Technostress reduzieren durch Technologiekompetenz
3.2.2 Arbeitspausen zur Reduktion von Technostress
3.2.3 Lösungsorientierte Bewältigungsstrategien zur Reduktion von Technostress
3.2.4 Technostress reduzieren durch Work-Life-Balance Maßnahmen
3.2.5 Technostress reduzieren durch gesundheitsförderliche Softwaregestaltung
4 Diskussion
5 Fazit
Die Arbeit untersucht, welche Maßnahmen im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung geeignet sind, um beruflich bedingten Technostress bei Büroangestellten zu reduzieren. Dabei wird die Forschungsfrage verfolgt, wie durch die Stärkung von Ressourcen und die Gestaltung der Arbeitsbedingungen negative gesundheitliche Folgen der zunehmenden Digitalisierung abgepuffert werden können.
2.1.2 Stress und Stressreaktion
Die Grundlagen der Stressforschung beruhen auf den Überlegungen von Cannon (Nitsch 1981: 52). Seine Forschung vertritt im Kern die Annahme einer Reaktion als Resultat auf unterschiedliche Reize aus der Umgebung oder körperlichen und emotionalen Vorgängen. Diese Reaktion wurde fortan in der wissenschaftlichen Literatur als Stressreaktion bezeichnet (Nitsch 1981; 53). In der Fachdisziplin Biologie wird Stress als “unspezifische Reaktion des Organismus auf jede Anforderung“ definiert. Dieser Terminus ist neutral und sagt zunächst nichts darüber aus inwieweit Stress die Gesundheit beeinflusst (Selye 1981: 171). In der Literatur haben sich zwei grundlegende Stresskonzepte etabliert. Zum einen das biologische Stresskonzept von Selye (Franke 2010: 101), das die körperlichen Stressreaktionen veranschaulicht und das Transaktionale Stressmodell nach Lazarus (Franke 2010: 112) welches psychologische Aspekte von Stress in den Vordergrund rückt und in dessen Wechselwirkung mit Mensch und Umwelt, Transaktion, zu erklären vermag (Lazarus/Launier 1981: 249).
Die Grundlagen zum biologischen Stressverständnis hat der Mediziner Hans Seyle untersucht und die biologischen Vorgänge im Körper die durch den Stress hervorgerufen werden, als Allgemeines Anpassungssyndrom bezeichnet Kaluza (2018: 18f.). Kaluza (2018:18) beschreibt Stress als einen Zustand, in dem der Körper aus seinem biologischen Gleichgewicht gerät. Der Körper sei demnach im Gleichgewicht, was in der Medizin als Homöostase bezeichnet wird, wenn einem Individuum die Anpassung, an die sich ändernden Bedingungen der Außenwelt, gelinge. Überlasten die äußeren Faktoren die Kompensationsmechanismen eines Individuums entstehe eine Reaktion, die als Stress bezeichnet wird. Die sich ändernden äußeren Bedingungen im Lebensraum eines Individuums werden als Stressoren bezeichnet (Kaluza 2018: 19). Die akute Stressreaktion ist laut Kaluza nicht gesundheitsgefährdend, sondern ein physiologischer Prozess. Der menschliche Körper ist evolutionsbedingt auf die Reaktion von kurzfristigen Stressbelastungen ausgelegt (Kaluza 2018:31). Verschiedene Autoren betonen, dass ein bestimmtes Maß an Stress essenziell für den Menschen ist (Rutenfranz 1981: 379; Selye 1981: 171). Selye spricht in diesem Zusammenhang von Eustress. Der Begriff Eustress setzt sich zusammen aus den Begriffen Eu und Stress. Eu bedeutet im Griechischen gut. Somit sei Eu-Stress als guter bzw. gesundheitsförderlicher Stress zu betrachten (Selye 1981: 171).
1 Einleitung und Problemstellung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, stellt die zunehmende Bedeutung von IKT im Arbeitsalltag dar und formuliert die zentrale Forschungsfrage der Arbeit.
2 Grundlagen: Hier werden die theoretischen Basisbegriffe Gesundheit, Krankheit und Technostress definiert sowie relevante Modelle wie das Belastungs-Beanspruchungs-Konzept und das JDR-Modell erörtert.
3 Ein BGF-Konzept zur Reduktion von Technostress: Dieses Kapitel erläutert das Konzept der betrieblichen Gesundheitsförderung, dessen rechtliche Grundlagen, Akteure und konkrete Maßnahmen zur Reduktion von Technostress.
4 Diskussion: Im Diskussionsteil werden die Ergebnisse zusammengefasst, kritisch reflektiert und die Anwendbarkeit der vorgestellten Konzepte in der Praxis bewertet.
5 Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Bachelorarbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf die Notwendigkeit multimodaler Präventionsansätze.
Technostress, Betriebliche Gesundheitsförderung, BGF, IKT, Stress, Arbeitsplatzgestaltung, Psychische Gesundheit, JDR-Modell, Salutogenese, Arbeitsschutz, Prävention, Technologiekompetenz, Work-Life-Balance, Mitarbeiterbeteiligung, Ergonomie
Die Arbeit beschäftigt sich mit den gesundheitlichen Auswirkungen von Informations- und Kommunikationstechnologien am modernen Arbeitsplatz und wie diese durch betriebliche Gesundheitsförderung abgemildert werden können.
Zu den zentralen Themen gehören Stressforschung, das Phänomen Technostress, betriebliche Gesundheitsförderung (BGF), Arbeitsplatzgestaltung und psychische Belastungen im digitalen Zeitalter.
Die Arbeit fragt nach geeigneten Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung, um den beruflich bedingten Technostress bei Beschäftigten zu reduzieren.
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, bei der existierende Literatur, Modelle und Interventionsstudien gesichtet, kritisch hinterfragt und in einem BGF-Konzept verortet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Stressmodelle und eine detaillierte Ausarbeitung von BGF-Maßnahmen, wie die Förderung von Technologiekompetenz, Pausengestaltung und ergonomische Softwaregestaltung.
Technostress, BGF, IKT, psychische Belastung, Ressourcenstärkung und Verhältnisprävention sind die prägenden Begriffe der Untersuchung.
Diese beschreiben spezifische Faktoren innerhalb eines Unternehmens, wie Techno-Invasion, Techno-Overload oder Techno-Complexity, die maßgeblich zur Entstehung von Stress bei der Arbeit mit moderner Technologie beitragen.
Im Rahmen des salutogenetischen Modells dient das Kohärenzgefühl als Fundament, das einem Individuum hilft, Stressoren als bewältigbar und sinnvoll zu erleben, was für die Gesundheitsförderung zentral ist.
Während die Verhaltensprävention auf die Kompetenzen des Einzelnen abzielt, adressiert die Verhältnisprävention die Gestaltung der Arbeitsumwelt – die Arbeit plädiert für eine sinnvolle Ergänzung beider Ebenen.
Sie gilt als wichtige Maßnahme der Verhältnisprävention, um den Technostress zu reduzieren, indem Software so gestaltet wird, dass sie den Nutzer nicht durch unnötige Komplexität oder mangelnde Rückmeldungen belastet.
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