Bachelorarbeit, 2020
48 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Satire
2.1 Was ist Satire?
2.2 Satire im Kontext der Gegenwart
3 Satirische Verfahren der Gesellschaftskritik in den Känguru-Chroniken
3.1 Paratexte
3.2 Narrative Ebene: Metalepse
3.2.1 Die Metalepse als satirisches Verfahren der Gesellschaftskritik
3.3 Diskursebene: Stil
3.3.1 Amphigurie
3.3.2 Ambiguität
3.4 Handlungsebene: Intertextualität
3.4.1 Philosophie
3.4.2 Literatur
3.4.3 Film
3.4.4 Gesellschaftliche Akteure
4 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht satirische Verfahren in Marc-Uwe Klings Roman "Die Känguru-Chroniken", um dessen Funktion als Medium der Gesellschaftskritik literaturwissenschaftlich zu begründen und aufzuzeigen, wie durch Normverletzungen auf verschiedenen Erzählebenen das kapitalistische System sowie gesellschaftliche Anpassungsmechanismen kritisiert werden.
Die Metalepse als satirisches Verfahren der Gesellschaftskritik
Wie bereits in Abschnitt 2.1 beschrieben, ist das charakteristische Merkmal für die Satire das der Normverletzung. Dafür nutzt sie ästhetisierende Verfahren wie z. B. die Stilmittel der Ironie und Hyperbel. Satire „verzerrt ihren Gegenstand übertreibend“ und „stellt [ihn] als lächerlich dar“. Die Normverletzung kann auf Erzähl-, Diskurs- und Handlungsebene realisiert werden. In diesem Abschnitt werden Textpassagen aus den Känguru-Chroniken vorgestellt, die mit den Erzählebenen spielen.
In der Textpassage, die im Folgenden analysiert wird, werden die Grenzen zwischen den Erzählebenen überschritten. Bei dieser Grenzüberschreitung von einer Erzählebene zu einer anderen handelt es sich um eine „regelwidrige Verletzung der Ebenenhierarchie“, die sich Metalepse nennt. Dabei wird die Grenze zwischen Erzählung und erzählter Handlung aufgehoben und es wird eine Gleichzeitigkeit der beiden Ebenen suggeriert.
Der Roman Die Känguru-Chroniken ist im Präsens geschrieben. Damit erfüllt er ein Merkmal des „Neuen Erzählens“, das für Popromane typisch ist. Durch die präsentische Erzählweise heben sich Die Känguru-Chroniken von Romanen mit traditioneller Erzählweise im Präteritum ab. In der zitierten Textstelle wird die präsentische Erzählweise zum Thema gemacht. In diesem Textbeispiel liegt eine Grenzüberschreitung zwischen der Handlungsebene und der Diskursebene vor. Auf der Handlungsebene thematisiert die Figur des Kängurus die präsentische Erzählweise der Figur Marc-Uwe. Die Figuren sprechen infolgedessen in der direkten Rede in verschiedenen Zeitformen. Die Zeitform ändert sich jedoch nicht nur in der direkten Rede der Figuren, sondern auch auf der Ebene des Ich-Erzählers. Dieser erzählt im Zuge dessen nicht mehr im Präsens, sondern passt die Erzählzeit an die der Figuren an.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das multimediale Phänomen der "Känguru-Chroniken" ein und umreißt das Ziel, das Werk als Medium der Gesellschaftskritik literaturwissenschaftlich zu verorten.
2 Satire: In diesem Kapitel wird Satire als Komikphänomen definiert und im Kontext gegenwärtiger Gesellschaftsstrukturen sowie theoretischer Ansätze der Literaturwissenschaft verankert.
3 Satirische Verfahren der Gesellschaftskritik in den Känguru-Chroniken: Dieser Hauptteil analysiert detailliert, wie durch Paratexte, narrative Ebenen, Stilmittel und Intertextualität satirische Normverletzungen erzeugt werden.
3.1 Paratexte: Es wird untersucht, wie Elemente wie das Autorenportrait oder das Motto als Rahmen fungieren, um den satirischen Charakter des Romans zu etablieren.
3.2 Narrative Ebene: Metalepse: Das Kapitel erläutert die Grenzüberschreitung zwischen Erzählebenen als zentrales satirisches Verfahren zur Destabilisierung von Fiktionsgrenzen.
3.2.1 Die Metalepse als satirisches Verfahren der Gesellschaftskritik: Dieser Unterabschnitt vertieft die Analyse, wie narrative Metalepsen genutzt werden, um gesellschaftliche Regeln und das Anpassungsdenken zu kritisieren.
3.3 Diskursebene: Stil: Der Fokus liegt hier auf Stilfiguren wie Amphigurie und Ambiguität, die sprachliche Normverletzungen zur satirischen Verzerrung einsetzen.
3.3.1 Amphigurie: Die Analyse zeigt auf, wie "Dampfplauderei" und schwülstige Rhetorik zur Entlarvung von Machtstrukturen eingesetzt werden.
3.3.2 Ambiguität: Dieses Kapitel untersucht die Mehrdeutigkeit, insbesondere am Beispiel des "Kettenkarussells", um Konsumverhalten und Unfreiheit zu kritisieren.
3.4 Handlungsebene: Intertextualität: Das Kapitel beleuchtet, wie Bezüge zu Philosophie, Literatur, Film und Akteuren der Realität satirisch verfremdet werden.
3.4.1 Philosophie: Hier wird die satirische Umdeutung philosophischer Zitate (wie von Marx) auf ihre gesellschaftskritische Funktion hin untersucht.
3.4.2 Literatur: Dieses Kapitel widmet sich der Verarbeitung intertextueller Bezüge, etwa zu Brecht, im Kontext der Kritik an Überwachung und Datensammlung.
3.4.3 Film: Die Analyse zeigt, wie filmische Erzählweisen als satirisches Mittel zur Provokation von Rezeptionsgewohnheiten eingesetzt werden.
3.4.4 Gesellschaftliche Akteure: Dieser Abschnitt betrachtet die satirische Darstellung der Polizei als Exekutivorgan und deren Entlarvung durch Rhetorik und Rollenumkehr.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die Relevanz der "Känguru-Chroniken" als gesellschaftskritisches Medium, das Leser aktiv zum Nachdenken über kapitalistische Normen anregt.
Känguru-Chroniken, Marc-Uwe Kling, Satire, Gesellschaftskritik, Kapitalismuskritik, Metalepse, Intertextualität, Paratexte, Stilistik, Ambiguität, Amphigurie, Postmoderne, Gegenwartsliteratur, Normverletzung, Medienkritik.
Die Arbeit untersucht, wie Marc-Uwe Kling in seinem Roman "Die Känguru-Chroniken" satirische Verfahren einsetzt, um die kapitalistische Gesellschaft der Gegenwart zu kritisieren.
Die thematischen Schwerpunkte liegen auf der satirischen Darstellung von Anpassungsdruck, Konsumverhalten, medialen Einflüssen sowie dem kritischen Hinterfragen gesellschaftlicher Autoritäten.
Das Ziel ist es, literaturwissenschaftlich zu begründen, warum der Roman als Medium der Gesellschaftskritik fungiert und welche stilistischen und narrativen Mittel er dafür nutzt.
Es wird eine stichprobenartige Erzähltextanalyse durchgeführt, die sich auf narratologische Konzepte wie Metalepse, Stilanalyse und Intertextualitätsforschung stützt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Paratexten, narrativen Ebenen, diskursiven Stilmitteln sowie handlungsebenenbezogenen intertextuellen und intermedialen Verweisen.
Zentrale Begriffe sind Satire, Gesellschaftskritik, Kapitalismuskritik, Metalepse, Intertextualität, Anpassung und narrative Normverletzung.
Das Autorenportrait wird als "faktischer Paratext" genutzt, um den Autor selbst zum Gegenstand der Kritik zu machen, da sich das behauptete Geschäftsmodell der "kapitalismuskritischen Bücher" mit der Gewinnerzielungsabsicht widerspricht.
Die Metalepse durchbricht die Ebenenhierarchie zwischen Erzähler, Figur und Autor. Diese regelwidrige Verletzung dient als Appell an den Leser, auch gesellschaftliche Regeln und den Kapitalismus kritisch zu hinterfragen.
Der Begriff wird dreifach lesbar gemacht: als Jahrmarktattraktion, als Symbol für Unternehmensketten und als Bild für die Ketten der Unfreiheit der Konsumenten.
Die Polizei wird durch rhetorische Spielereien, Diminutive wie "Schmidtchen" und Rollenverkehrungen als Witzfigur karikiert, was die Macht des Staates und damit des kapitalistischen Systems relativiert.
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