Diplomarbeit, 2008
98 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziele der Arbeit und Vorgehensweise
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Monopol
2.1.1 Definition
2.1.2 Staatsmonopol
2.1.3 Natürliches Monopol
2.1.4 Überprüfung der Existenz eines natürlichen Monopols im Postmarkt
2.2 Regulierung
2.3 Liberalisierung
2.4 Harmonisierung
3 Historie des Postmonopols
3.1 Historie der Post in Deutschland
3.2 Historie der Post in Großbritannien
4 Öffnung des Postmarkts in der EU
4.1 EU-Richtlinie für Postdienste
4.2 Argumente für die Öffnung des Postmarkts
4.2.1 Gründe und Ziele der Liberalisierung
4.2.2 Argumente der befürwortenden Mitgliedstaaten
4.3 Argumente gegen die Öffnung des Postmarkts
4.3.1 Bereitstellung eines universalen Postdienstes
4.3.2 Marktzugang
4.3.3 Einseitige Marktöffnung und Wettbewerbsverzerrung
4.3.4 Argumente der ablehnenden Mitgliedstaaten
4.4 Öffnung der nationalen Postmärkte
4.4.1 Bisherige Entwicklungen am Beispiel Deutschland
4.4.2 Bisherige Entwicklungen am Beispiel Großbritannien
4.4.3 Bisherige Entwicklungen am Beispiel Frankreich
4.4.4 Bisherige Entwicklungen am Beispiel Italien
4.4.5 Bisherige Entwicklungen am Beispiel Schweden
4.4.6 Allgemeine Schlussfolgerungen
4.5 Status quo der Liberalisierung
5 Auswirkungen der Öffnung des Postmarkts in der EU
5.1 Auswirkungen auf den Wettbewerb
5.2 Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt
5.3 Auswirkungen auf die ehemaligen Monopolisten
5.4 Auswirkungen auf die Kunden
6 Fazit und Ausblick
Ziel dieser Arbeit ist es, die Liberalisierung des Postmarkts innerhalb der Europäischen Union sowie deren wirtschaftliche Auswirkungen auf die relevanten Akteure – wie Postbetreiber, Wettbewerber, Kunden und den Arbeitsmarkt – umfassend zu untersuchen und transparent darzustellen.
2.1.4 Überprüfung der Existenz eines natürlichen Monopols im Postmarkt
Der Postmarkt besteht aus mehreren Teilmärkten, nämlich Einsammeln, Transport, Sortieren und Zustellung der Sendungen. Wird jede Wertschöpfungsstufe einzeln betrachtet, so lässt sich folgendes festhalten:
Eine relevante Subadditivität und damit ein natürliches Monopol ergibt sich hauptsächlich im Bereich der Zustellung. Diese Wertschöpfungsstufe hat im Bezug auf die Wettbewerbsentwicklung im Briefdienst eine große Bedeutung, da sie ungefähr zwei Drittel der Kosten im Briefdienst ausmacht. Die Zustellung ist sehr personalintensiv, es entstehen also hohe Fixkosten. Außerdem zeigt die Wertschöpfungsstufe der Zustellung relevante Größen-, Verbund- und Dichtevorteile, vor allem bei der Haus-zu-Haus-Zustellung für private Haushalte. Hier ein neues, paralleles Verteilnetz aufzubauen (d. h. mehrere Briefträger laufen durch den gleichen Bezirk), würde nur Kosten bringen.
Im Bereich der Zustellung liegt somit ein natürliches Monopol vor. Da allerdings aufgrund hoher Transaktionskosten und des „Sending-Party-Pays-Prinzips“ (SPP) nicht ausschließlich zu erwarten ist, dass neue Wettbewerber sich nur auf eine Wertschöpfungsstufe konzentrieren, müssen alle Stufen zusammen als kompletter Briefdienst betrachtet werden. Es muss nun also der Frage nachgegangen werden, ob die Bedienung aller Wertschöpfungsstufen zusammen in einem wettbewerblich organisierten Markt möglich ist oder nicht – und ob somit ein bestreitbares natürliches Monopol vorliegt oder nicht.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die aktuelle Relevanz der EU-weiten Postmarktöffnung ein, beschreibt die volkswirtschaftliche Bedeutung des Postsektors und legt die zentralen Forschungsfragen sowie das methodische Vorgehen der Arbeit fest.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert essenzielle Begriffe wie Monopol, Regulierung, Liberalisierung und Harmonisierung und erörtert, inwieweit im Postsektor ein natürliches Monopol vorliegt, das einen speziellen Regulierungsbedarf begründet.
3 Historie des Postmonopols: Das Kapitel erläutert die historische Entstehung staatlicher Postmonopole in Deutschland und Großbritannien und verdeutlicht, dass Wettbewerb in der Historie des Postwesens weitgehend unbekannt war.
4 Öffnung des Postmarkts in der EU: Dieser Teil beschreibt den schrittweisen Prozess der europäischen Liberalisierung, analysiert Argumente von Befürwortern und Kritikern der Marktöffnung und untersucht die nationale Umsetzung beispielhaft in verschiedenen Mitgliedstaaten.
5 Auswirkungen der Öffnung des Postmarkts in der EU: Hier werden die realen und prospektiven Folgen der Marktöffnung auf Wettbewerb, Arbeitsmarkt, ehemalige Monopolisten und Kunden analysiert und kritisch hinterfragt.
6 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Untersuchungsergebnisse zusammen und betont, dass eine bloße Öffnung ohne flankierende Regulierung nicht automatisch zu einem funktionierenden Wettbewerb führt.
Postmarkt, Liberalisierung, EU-Postrichtlinie, Postmonopol, natürliches Monopol, Regulierung, Universaldienst, Wettbewerb, Zustellung, Deutsche Post AG, Royal Mail, La Poste, Arbeitsmarkt, Marktöffnung, Postsektor
Die Diplomarbeit untersucht den Liberalisierungsprozess der Postmärkte in der Europäischen Union und analysiert deren Auswirkungen auf die verschiedenen Marktteilnehmer.
Zentral sind die theoretischen Grundlagen von Monopolen und Regulierung, die historische Entwicklung der Postmonopole sowie die Analyse der EU-Richtlinien und deren konkrete nationale Umsetzung in ausgewählten Mitgliedstaaten.
Ziel ist es, die Gründe und Überlegungen für die vollständige Liberalisierung des EU-Postmarkts transparent zu machen und zu untersuchen, welche Folgen sich bisher daraus ergeben haben.
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Dokumentenanalyse, ergänzt durch die beispielhafte Untersuchung der Postmarkt-Entwicklungen in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Schweden.
Der Hauptteil befasst sich mit der Historie des Postmonopols, den rechtlichen Rahmenbedingungen der EU-Marktöffnung, den unterschiedlichen Argumentationen der Mitgliedstaaten sowie der detaillierten Analyse der wirtschaftlichen Auswirkungen.
Wichtige Begriffe sind Postmarkt, Liberalisierung, Postmonopol, Universaldienst, Regulierung, Wettbewerb und die Untersuchung der ehemaligen nationalen Staatsbetriebe.
Das Beispiel Schweden zeigt, dass dünn besiedelte Flächen und große Distanzen hohe Markteintrittshürden darstellen, die den Wettbewerb erschweren und das Postmonopol faktisch begünstigen.
Gegner der Liberalisierung befürchten, dass ohne den quersubventionierten reservierten Bereich die flächendeckende Zustellung in ländlichen Regionen zu erschwinglichen Preisen nicht mehr finanzierbar ist.
Nein. Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass selbst nach der vollständigen Öffnung aufgrund bestehender Markteintrittsbarrieren und des natürlichen Monopols der Zustellung ein dauerhafter Regulierungsbedarf besteht.
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