Magisterarbeit, 2008
107 Seiten, Note: 1,7
Didaktik für das Fach Deutsch - Deutsch als Fremdsprache, DaF
I. EINLEITUNG
1. THEORIE, METHODIK
II. HOFFMANNS TAGEBÜCHER UND BRIEFE – PRÄTEXTUELLER UND KONTEXTUELLER RAHMEN FÜR DIE MOTIVWAHL IN HOFFMANNIANA
1. KURZBIOGRAFIE HOFFMANNS
2. KRANKHEIT UND SCHMERZ – GEMEINSAME ERFAHRUNG BEIDER KÜNSTLER
3. KRIEG UND KRIEGSSCHAUPLÄTZE – HOFFMANNS BEGEGNUNG MIT NAPOLEON BONAPARTE
4. „ONKEL OTTO“ UND DER GROßONKEL HOFFMANNS CHRISTOPH E. VOETEREI
5. SELBSTBILDNIS HOFFMANNS: „ICH BIN KEIN BEAMTER!“
6. HOFFMANNS FREUNDE - IHRE RELEVANZ UND ABWESENHEIT
7. MISCHA UND JULIA – DER GEISTIGE EHEBRUCH UND SEINE FOLGEN
7.1 Fixe Idee
7.2 Verjüngungsszene
7.3 Julias Ehebund mit dem Kaufmann Johann G. Graepel
7.4 Der gemeinsame Liebestod – Kleists Freitod und seine Rezeption
7.5 Julia als Maske – das Hauptmotiv in Hoffmanniana
III. TARKOWSKIJS TAGEBÜCHER
1. KURZBIOGRAFIE TARKOWSKIJS
2. 1975 - DAS ENTSTEHUNGSJAHR VON HOFFMANNIANA
3. LEBENSAUFFASSUNGEN ZWEIER KÜNSTLER
4. ZUR ROLLE DER RELIGION
5. TARKOWSKIJS POETIK DES FILMS
5.1 Polyphonie
5.2 Symbolik
5.3 Wirkungsabsicht
5.4 Das Konzept der dynamischen Dramaturgie
6. DIE REZEPTION VON E.T.A. HOFFMANN IN RUSSLAND UND IHR EINFLUSS AUF TARKOWSKIJ
6.1 Hoffmann und Bulgakow - mögliche Parallelen
7. DIE REZEPTION VON SCHELLINGS NATURPHILOSOPHIE IN RUSSLAND
IV. HOFFMANNIANA UND DER INTERTEXT
1. EINFÜHRUNG
2. ANALYSE UND INTERPRETATION DES SZENARIOS IN DER REIHENFOLGE DER EINZELNEN KAPITEL
2.1 Hoffmann
2.2 Mozart
2.3 Donna Anna
2.4 Julia Mark
2.5 Doktor Speyer
2.6 Frau Hoffmann (Mischa)
2.7 Graepel
2.8 Christopher Voeterei
2.9 Daniel
2.10 Gluck
2.11 Hoffmann Zwei
2.12 Hippel
2.13 Julia Mark
2.14 Die Kinder von Marienbürger
3. AUSBLICK: DAS HÖRSPIEL VON KAI GREHN
3.1 Tarkowskij als Prätext für Grehn
V. SCHLUSSFOLGERUNG
Die vorliegende Arbeit untersucht die intertextuellen Bezüge in Andrej Tarkowskijs Filmszenario Hoffmanniana zu E.T.A. Hoffmanns Werk und Leben, um aufzuzeigen, wie Tarkowskij biografische und literarische Elemente in seine eigene künstlerisch-ästhetische Bildwelt integriert.
2.4 Julia Mark
Die vierte Szene (vgl. H: 14-16) ist mit einem weiteren Frauennamen betitelt Julia Mark. Diese hörte mit ihrer Schwester Minna soeben dieser schaurigen Geschichte zu. Frau Hoffmann betritt zum ersten Mal den Raum und tadelt ihren Mann die Kinder so erschrocken zu haben. Hoffmann beteuert Minna, dass er es nur soeben erfunden habe. Zur Änderung der Stimmung will er ihnen etwas vorspielen, doch Julia hindert ihn daran, um seiner Gesundheit willen. Doch Hoffmann erwidert, dass er nie wieder gesund sein werde. Daraufhin bringt Minna einen Spiegel, um den endgültigen Beweis zu haben, ob Hoffmann nun nur Geschichten erfinde, oder ob etwas Wahres daran sei. Julia ist entsetzt, springt auf sie zu und reißt ihr den Spiegel aus der Hand. Hier zeigt sich, dass das phantastische Element des spiegelbildlosen Hoffmanns von Julia als gegeben angenommen wird. Sie ist die Eingeweihte und wohl auch die Ursache oder eine der Ursachen der fantastischen Welt Hoffmanns, wie sich im Laufe der Geschichte zeigen wird. Wer ist der Klassifikator der Realitätskompatibilität und der Zeuge des Fantastischen? Tarkowskij hat hier wohl den Zuschauer in unserem Fall den Leser dafür vorgesehen. Es gibt nämlich genügend andere Stellen, wo eben die fantastische Welt Hoffmanns nur von ihm wahrgenommen wird und nicht, wie bei Chamissos Schlehmihl, der auch von seiner Umgebung als schattenlos wahrgenommen wird, was natürlich einen Effekt der Realitätsumkehrung und Intensivierung der Wirkung verursacht.
I. EINLEITUNG: Einführung in die intertextuelle Verflechtung von E.T.A. Hoffmanns Werk und Tarkowskijs Filmszenario.
1. THEORIE, METHODIK: Erörterung der theoretischen Grundlagen und methodischen Herangehensweise an die Intertextualitätsforschung.
II. HOFFMANNS TAGEBÜCHER UND BRIEFE – PRÄTEXTUELLER UND KONTEXTUELLER RAHMEN FÜR DIE MOTIVWAHL IN HOFFMANNIANA: Analyse der biografischen und inhaltlichen Prätexte, die Hoffmanns Leben und Schaffen prägten.
III. TARKOWSKIJS TAGEBÜCHER: Beleuchtung der Entstehungsumstände von Hoffmanniana und Tarkowskijs Poetik im Kontext seiner Lebenswelt.
IV. HOFFMANNIANA UND DER INTERTEXT: Detaillierte Analyse des Szenarios und der einzelnen Kapitel sowie deren intertextuelle Bezüge.
V. SCHLUSSFOLGERUNG: Zusammenfassende Bewertung der intertextuellen Arbeitsweise Tarkowskijs und der Bedeutung des Filmszenarios.
E.T.A. Hoffmann, Andrej Tarkowskij, Hoffmanniana, Intertextualität, Filmszenario, Doppelgänger, Spiegelmotiv, Romantik, Literaturverfilmung, Bildsprache, Poetik des Films, biographische Bezüge, Zeitgenossenschaft, Wahnsinn, Künstlerbild.
Die Magisterarbeit untersucht die komplexen intertextuellen Bezüge in Andrej Tarkowskijs nicht realisiertem Filmszenario Hoffmanniana in Bezug auf Leben und Werk von E.T.A. Hoffmann.
Die zentralen Themen umfassen die Verflechtung von Realität und Fantasie, die Rolle des Spiegels als Identitätsmedium, die künstlerische Zerrissenheit und die Rezeption der Romantik in Russland.
Das Ziel ist es, die intertextuelle Methodik zu nutzen, um die Bedeutung und die Quellenlage von Tarkowskijs Filmszenario zu entschlüsseln und dessen künstlerischen Wert einzuordnen.
Die Arbeit stützt sich auf die neuere literaturwissenschaftliche Intertextualitätsforschung und analysiert werknahe Bezüge sowie kontextuelle Einbettungen.
Der Hauptteil analysiert chronologisch das Szenario, die zugrundeliegenden Tagebücher von Hoffmann und Tarkowskij sowie die relevanten Prätexte anderer Autoren wie Kleist und Chamisso.
Neben den Hauptakteuren Hoffmann und Tarkowskij sind Begriffe wie Intertextualität, Spiegelmotiv, Doppelgänger und künstlerische Zerrissenheit maßgeblich.
Der Spiegel fungiert als zentrales Symbol für Identitätsverlust, prophetische Visionen und die bedrohliche Spaltung des Ichs innerhalb der Erzählung.
Er wird als zerbrechlicher, idealistischer Charakter dargestellt, der an den gesellschaftlichen Zwängen seiner Zeit und seinem eigenen inneren Konflikt scheitert, was Tarkowskijs Vorliebe für Antihelden entspricht.
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