Bachelorarbeit, 2020
80 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Grundlagen der Schriftsystematik
3 Schriftspracherwerb
3.1 Stufen/Phasen-Modelle des Schriftspracherwerbs
3.2 Die Entwicklung der basalen Rechtschreibkenntnisse nach Günther Thomé
3.3 Prozessbezogener Kompetenzerwerb der Rechtschreibentwicklung
3.4 Konsequenzen für den Unterricht
4 Oldenburger Fehleranalyse 3-9
4.1 Durchführung
4.2 Auswertung und Interpretation der Fehler
5 Grundlagen der Förderableitungen
5.1 Förderung der Vokalqualität
5. 2 Förderung der Groß- und Kleinschreibung
6 Auswertung der OLFA und Förderableitungen
6.1 Auswertung und Förderableitung der Schülerin A
6.2 Auswertung und Förderableitung des Schülers B
7 Eignung der OLFA als Testinstrument zur individuellen Förderableitung
8 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern die Oldenburger Fehleranalyse (OLFA) eine qualitative Fehleranalyse ermöglicht und als wissenschaftlich fundierte Grundlage für eine individuelle Förderung im Rechtschreibunterricht der Grundschule dienen kann.
3.3 Prozessbezogener Kompetenzerwerb der Rechtschreibentwicklung
In ihrem 2011 erschienen Diskurs stellen sich Bredel et al. die Frage, wie autonom das Schriftsystem erworben werden kann und setzen sich dabei kritisch mit den Stufen/Phasenmodellen auseinander. Dabei stellen sie fest, dass die stufenweise Entwicklung nach Piaget nicht auf den Schriftspracherwerb übertragen werden kann, da
in der schriftsprachlichen Entwicklung [im Gegensatz zu den entwicklungspsychologischen Modellen] die erworbenen Strategien nicht voneinander abgrenzbar sind [und] der Schriftspracherwerb […] methodenabhängig und institutionell gesteuert verläuft (Bredel et al. 2011: 96).
Hiermit erklärt die Didaktik eine methodisch verursachte Entwicklung, die sich aus dem Konzept des Rechtschreibunterrichts ergibt (vgl. Bredel et al. 2011: 96). So ist die Grundlage aller Unterrichtskonzepte die Struktur der Schrift, welche einem Abbild der Lautsprache entspricht, wodurch es so scheint, als begännen alle Kinder auf der alphabetischen Stufe (vgl. Bredel et al. 2011: 96). Nach Bredel et al. ist „Schriftspracherwerb […] immer zugleich Orthographieerwerb“ (Bredel et al. 2011: 96), so dass von einem Lernprozess gesprochen werden muss, der einem vorgegeben Curriculum folgt und damit von außen gelenkt wird (vgl. Bredel et al. 2011: 72).
1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Notwendigkeit systematischer Rechtschreibförderung und begründet die Wahl einer qualitativen Fehleranalyse zur individuellen Diagnose.
2 Grundlagen der Schriftsystematik: Dieses Kapitel erläutert die wesentlichen Prinzipien des deutschen Schriftsystems, wie das phonologische, silbische, morphologische und syntaktische Prinzip.
3 Schriftspracherwerb: Es werden verschiedene Stufenmodelle sowie der prozessbezogene Kompetenzerwerb gegenübergestellt, um den Weg zur orthographischen Kompetenz theoretisch zu fundieren.
4 Oldenburger Fehleranalyse 3-9: Das Kapitel führt in das Testverfahren der OLFA ein, beschreibt dessen Durchführung sowie die quantitative und qualitative Auswertung der Fehler.
5 Grundlagen der Förderableitungen: Hier werden methodische Ansätze zur Förderung der Vokalqualität und der Groß- und Kleinschreibung detailliert erörtert.
6 Auswertung der OLFA und Förderableitungen: Die Anwendung der OLFA wird an zwei Fallbeispielen (Schülerin A und Schüler B) demonstriert und daraus resultierende Förderpläne werden abgeleitet.
7 Eignung der OLFA als Testinstrument zur individuellen Förderableitung: Eine kritische Würdigung der OLFA hinsichtlich ihrer Praxisrelevanz und diagnostischen Möglichkeiten für Lehrkräfte.
8 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und bekräftigt die Bedeutung qualitativer Fehleranalysen für eine zielgerichtete individuelle Förderung.
Oldenburger Fehleranalyse, OLFA, Schriftspracherwerb, Rechtschreibförderung, Orthographie, Vokalqualität, Groß- und Kleinschreibung, Fehleranalyse, Graphem, Phonem, Silbenmodell, Kompetenzwert, Grundschule, Fehlerkategorien, individuelle Förderung
Die Arbeit untersucht, wie Lehrkräfte durch eine qualitative Fehleranalyse mittels der Oldenburger Fehleranalyse (OLFA) den Rechtschreiblernstand von Grundschülern präzise diagnostizieren und darauf basierend individuelle Fördermaßnahmen ableiten können.
Zu den Schwerpunkten zählen die theoretischen Grundlagen des Schriftspracherwerbs, der Vergleich verschiedener didaktischer Modelle sowie die praktische Anwendung von Fehleranalyseverfahren im Deutschunterricht der Grundschule.
Das Ziel ist zu evaluieren, inwieweit die OLFA als nicht-standardisiertes Testinstrument eine qualitative Fehleranalyse ermöglicht und als Grundlage für eine individuelle Förderung taugt.
Die Arbeit nutzt die qualitative Analyse der OLFA-Fehlerkategorien an zwei exemplarischen Schülertexten, ergänzt durch quantitative Auswertungsmethoden (Kompetenz- und Leistungswert).
Der Hauptteil befasst sich mit der Schriftsystematik, Stufen- und Prozessmodellen des Schriftspracherwerbs, der Durchführung der OLFA sowie der konkreten Auswertung von zwei Fallbeispielen inklusive darauf aufbauender Förderpläne.
Wichtige Begriffe sind OLFA, Rechtschreibförderung, Orthographie, Vokalqualität, Groß- und Kleinschreibung, qualitative Fehleranalyse, Schriftspracherwerb und individuelle Förderung.
Im Gegensatz zu standardisierten Verfahren basiert die OLFA auf freien Schülertexten. Dies ermöglicht eine individuellere Diagnose ohne Prüfungsdruck, da der tatsächliche Wortschatz des Kindes geprüft wird.
Diese Unterscheidung bildet das Graphemkonzept der OLFA, welches hilft, systematische Rechtschreibfehler von unsystematischen Fehlern abzugrenzen und den Entwicklungsstand des Kindes genauer zu bestimmen.
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