Magisterarbeit, 2007
106 Seiten, Note: 1,6
1.Einleitung
1.1 Ausgangspunkt
1.2 Fragestellung und Gang der Untersuchung
2. Beziehungen zwischen Sozialen Gruppen
2.1 Soziale Gruppe- Definition und Begriff
2.2 Soziale Kategorisierungsprozesse
2.3 Die Theorie der sozialen Identität (SIT)
2.3.1 Soziale Identität
2.3.2 Sozialer Vergleich und sozialer Wettbewerb
2.3.3 Strategien
2.4 Zusammenfassung
3. Ethnizität als Unterscheidungsmerkmal sozialer Gruppen
3.1 Ethnizität – Definition und Begriff
3.2 Ethnische Gruppen
3.2.1 Ethnische Minderheiten
3.2.2 Begriffsprobleme
3.3 Fremdethnisierung als Strategie des sozialen Wettbewerbs
3.4 Zusammenfassung
4. Der soziale Vergleich-Dimensionen und Ergebnisse
4.1 Schulische und Berufliche Bildung
4.1.1 Schulart
4.1.2 Schulabschlüsse
4.1.3 Berufliche Ausbildung
4.1.4 Diskriminierung auf dem Bildungssektor
4.2 Arbeit und Einkommen
4.2.1 Stellung im Beruf
4.2.2 Arbeitslosigkeit
4.2.3 Einkommenssituation und Sozialleistungen
4.2.4 Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt
4.3 Wohnsituation
4.3.1 Wohndichte
4.3.2 Mietbelastung
4.3.3 Wohnumfeld/Räumliche Segregation
4.3.4 Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt
4.4 Zusammenfassung:
5. Der Umgang mit den Ergebnissen– Die Strategien
5.1 Die erste Generation
5. 2 Die nachfolgenden Generationen
5. 2.1 Individuelle Mobilität
5.2.2 Soziale Kreativität
5. 2.3 Direkter Sozialer Wettbewerb
5.3 Folgen, Grenzen und Möglichkeiten der Strategien
5.4 Besondere Strategen: Die türkische Minderheit
5.5 Zusammenfassung
6. Sozialer Wettbewerb und Integration
6. 1 Das Integrationsmodell Hartmut Essers
6.1.1 Folgen für die kulturelle Assimilation
6.1.2 Folgen für die strukturelle Assimilation
6.1.3 Folgen für die soziale Assimilation
6.1.4 Folgen für die identifikative Assimilation
6.2 Konsequenzen für integrationspolitische Maßnahmen
6.3 Zusammenfassung
7. Fazit
8. Schlusswort und Ausblick
9. Literatur
Anhang
ANHANG A: Transkription „Alles über Deutsche“,
ANHANG B: Forenbeitrag „Minderwertigkeitsgefühle“
ANHANG C: Forenbeitrag „Türkin mit Stolz“
ANHANG D: Zeitungsartikel: “Inländer gegen Ausländer“
ANHANG E: Zeitungsartikel „Wie Fremde gemacht werden“
ANHANG F: Gedicht „Eure Werte“
Die Arbeit untersucht die Prozesse der Ethnisierung und Grenzziehung zwischen der Mehrheitsgesellschaft und ethnischen Minderheiten in Deutschland. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf der Bewältigungsstrategie der jüngeren Generationen von Menschen nichtdeutscher Herkunft, die sich durch aktiven sozialen Wettbewerb und die Abwertung der Mehrheitsgesellschaft gegen empfundene Diskriminierung zur Wehr setzen.
1.1 Ausgangspunkt
Während Prozesse des Rückzuges in die eigene ethnische Gruppe, das Rekurrieren auf Herkunft und Ethnizität wissenschaftlich thematisiert und untersucht werden, lässt sich in der Fachliteratur wenig zu Prozessen der Ablehnung und Abgrenzung von Mitgliedern ethnischer Minderheiten gegenüber der Mehrheitsgesellschaft ausfindig machen. Dennoch ist das Thema in den Medien und in Teilen des öffentlichen Bewusstseins präsent. Vor allem aber spielen ethnische Grenzen in verschiedenen alltäglichen Kontexten vermehrt eine Rolle. Um den Ausgangspunkt meiner Überlegungen genauer zu beschreiben und zu charakterisieren greife ich aus diesem Grund auf Medienreportagen, Zeitungsartikel, Forendiskussionen und filmische Beiträge aus dem Internet zurück.
Besonders das Video eines jungen Türken aus dem Berliner Stadtteil Kreuzberg hat weite Verbreitung gefunden und zu Diskussionen geführt. In seinem Beitrag „Alles über Deutsche“ macht er deutlich wie er zur Mehrheitsgesellschaft und ihren Mitgliedern steht. In seinen Äußerungen zeigen sich exemplarisch Prozesse der Eigengruppenaufwertung und Fremdgruppenabwertung. So werden die Mitglieder der Fremdgruppe, ihre Beziehungen, Wertvorstellungen und Handlungen negativ charakterisiert.
1.Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Ethnisierungsprozesse und der wechselseitigen Abgrenzung zwischen Minderheiten und der Mehrheitsgesellschaft ein und erläutert die Forschungsfrage.
2. Beziehungen zwischen Sozialen Gruppen: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Theorie der sozialen Identität sowie Mechanismen der sozialen Kategorisierung und Gruppenbildung dargelegt.
3. Ethnizität als Unterscheidungsmerkmal sozialer Gruppen: Dieses Kapitel behandelt Ethnizität als soziales Konstrukt und unterscheidet zwischen verschiedenen Begriffen wie ethnischer Gruppe und Minderheit.
4. Der soziale Vergleich-Dimensionen und Ergebnisse: Eine detaillierte Analyse der Benachteiligung von Minderheiten in den Bereichen Bildung, Arbeit und Wohnsituation wird hier vorgenommen.
5. Der Umgang mit den Ergebnissen– Die Strategien: Das Kapitel untersucht, wie insbesondere nachfolgende Migrantengenerationen auf Diskriminierung reagieren, etwa durch direkte soziale Wettbewerbsstrategien.
6. Sozialer Wettbewerb und Integration: Unter Anwendung des Integrationsmodells von Hartmut Esser werden die Folgen dieses Wettbewerbs für die Assimilation der Minderheiten analysiert.
7. Fazit: Das Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und bewertet die Auswirkungen der untersuchten Bewältigungsstrategien.
8. Schlusswort und Ausblick: Hier werden die gesellschaftlichen Konsequenzen der Integrationsproblematik reflektiert und zukünftige Forschungsbedarfe identifiziert.
Ethnisierung, Soziale Identität, Migration, Diskriminierung, Minderheiten, Mehrheitsgesellschaft, Integration, Assimilation, Soziale Kategorisierung, Fremdethnisierung, Ethnische Grenzen, Identität, Soziale Ungleichheit, Kartoffel, Kanake
Die Arbeit analysiert, wie ethnische Minderheiten in Deutschland, insbesondere Menschen mit türkischem Migrationshintergrund, auf erlebte Diskriminierung reagieren und dabei teilweise aggressive Strategien der Identitätsbehauptung entwickeln.
Im Zentrum stehen die Theorie der sozialen Identität, Mechanismen der ethnischen Grenzziehung, Integrationsbarrieren in Bildung und Arbeitsmarkt sowie die psychologischen Auswirkungen von Ausgrenzung.
Die Autorin untersucht die Ursachen der Selbstethnisierung und warum eine aktive Ablehnung der Mehrheitsgesellschaft zu einer zunehmenden Bewältigungsstrategie der Minderheitenposition geworden ist.
Die Arbeit nutzt einen sozialwissenschaftlichen, theoretischen Rahmen (Theorie der sozialen Identität, Integrationsmodell nach Hartmut Esser) und stützt sich empirisch auf Medienberichte, Forendiskussionen und statistische Daten zum Vergleich zwischen Minderheit und Mehrheit.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu sozialen Gruppen, eine empirische Untersuchung der Benachteiligung in zentralen Lebensbereichen sowie eine detaillierte Analyse der individuellen und kollektiven Bewältigungsstrategien der Migrantengeneration.
Zentrale Begriffe sind Ethnisierung, Fremdgruppendiskriminierung, soziale Identität, Assimilation und die Analyse von Stereotypen in der gesellschaftlichen Kommunikation.
Die Arbeit argumentiert, dass eine hohe Gruppengröße die Herausbildung ethnischer Substrukturen begünstigt und das subjektive Bedrohungsgefühl der Mehrheitsgesellschaft verstärkt, was wiederum zu stärkeren Abwehrreaktionen führt.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass diese Strategie für die Minderheiten langfristig kontraproduktiv ist, da sie die strukturelle Benachteiligung nicht auflöst, sondern zu einer weiteren Festigung der ethnischen Grenzen und einer Verstärkung der Fremdgruppendiskriminierung beiträgt.
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