Bachelorarbeit, 2020
48 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Gedenkstättenbildung in Deutschland
2.1 Geschichte
2.2 Erinnerungskultur
3. Aktuelle Herausforderungen von Gedenkstättenarbeit
3.1 Geschichtsbewusstsein und historisch-politische Bildung
3.2 Gesellschaftliche Heterogenität
3.3 Die Lücke zwischen kommunikativem und kulturellem Gedächtnis
3.4 Zugänge und Methoden der Gedenkstättenbildung
4. Gedenkstätten in Niedersachsen
4.1 Auswahl des Samplings
4.2 Methodisches Vorgehen
4.3 Analyse
4.4 Grenzen und Chancen der Analyse
5. Einordnung der Bildungskonzepte
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern aktuelle Bildungsangebote ausgewählter niedersächsischer KZ-Gedenkstätten den Herausforderungen einer zunehmend heterogenen Gesellschaft begegnen und dabei helfen, die Lücke zwischen dem schwindenden kommunikativen und dem kulturellen Gedächtnis zu schließen.
3.3 Die Lücke zwischen kommunikativem und kulturellem Gedächtnis
Das Ende des Zweiten Weltkrieges liegt mittlerweile 75 Jahre zurück, sodass die Anzahl der Menschen, die den Krieg noch bewusst miterlebt haben, immer kleiner wird. In diesem Zusammenhang stellt Aleida Assmann die Frage, ob mit einem Ende der Zeitzeug*innen auch ein Ende der Erinnerungskultur eintreten würde (vgl. Assmann 2015: 12). Während immer weniger Zeitzeug*innen heutzutage in der Lage seien, vor Ort von ihren Erfahrungen zu berichten, würden sich immer mehr Besucher*innen von Gedenkstätten für ihre Erlebnisberichte interessieren (vgl. Jaiser 2015: 222). Deshalb würden schon heute viele Gedenkstätten mit Videomaterial arbeiten, in dem Zeitzeug*innen ihre Erfahrungen schildern (vgl. ebd.). Dabei meint Zeitzeug*in in der Gedenkstättenarbeit diejenigen Menschen, die Opfer von Verfolgung wurden, anders als in den Medien, in denen jede Person, die geschichtliche Ereignisse bezeugen kann, als Zeitzeug*in gelte (vgl. ebd.: 224). Die Methode der Zeitzeug*innenberichte und -dialoge bezeichnet man in der Geschichtswissenschaft als Oral History. Damit sei konkret auch die „Konstruktion von Geschichte in Geschichtsbildern jeweils in ihrer Zeit gemeint“ (Güter/Tilman 2006: 1).
Die Methode der Oral History solle die Fähigkeit fördern, Vergangenes besser einordnen und einen Bezug zur Gegenwart herstellen zu können, also insgesamt ein historisches Bewusstsein herzustellen (vgl. ebd.: 3). Dazu mache man sich das Phänomen zu Nutze, dass gerade bei Jugendlichen Interesse geweckt werden würde, wenn sie in historischen Ereignissen einen Bezug zu ihrer eigenen Lebenswelt herstellen könnten. Die Beschäftigung mit der eigenen historischen Vergangenheit und den eigenen Wurzeln würde dazu führen können, dass sie selbst mehr Verantwortung für die Zukunft übernehmen wollen würden. Dadurch solle es zu der „Entwicklung kritischer Urteilskraft und kritischem Bewusstsein“ (ebd.) kommen. Gleichzeitig müssten die Erfahrungen „authentisch, erfahrbar und anwendbar“ (ebd.) sein, damit die Jugendlichen ihren Mehrwert erkennen würden.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Zeitzeugenschwunds und die Herausforderungen einer heterogenen Erinnerungskultur ein, die das Ziel der Arbeit bilden.
2. Gedenkstättenbildung in Deutschland: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der Gedenkstätten in Deutschland von der Nachkriegszeit bis heute nach und definiert den Begriff der Erinnerungskultur.
3. Aktuelle Herausforderungen von Gedenkstättenarbeit: Hier werden zentrale theoretische Herausforderungen wie Geschichtsbewusstsein, gesellschaftliche Heterogenität und der Wandel von Gedächtnisarten analysiert sowie methodische Ansätze vorgestellt.
4. Gedenkstätten in Niedersachsen: Der empirische Teil der Arbeit umfasst die Auswahl von vier Gedenkstätten und die methodische Analyse ihrer Bildungskonzepte anhand entwickelter Kriterien.
5. Einordnung der Bildungskonzepte: Die gewonnenen Erkenntnisse und Scores werden hier zusammengeführt, bewertet und hinsichtlich der Einflussfaktoren wie Größe oder Lage eingeordnet.
6. Fazit: Das Fazit beantwortet die zentrale Fragestellung und gibt einen Ausblick auf notwendige Weiterentwicklungen der Bildungsangebote in Gedenkstätten.
Gedenkstätten, Erinnerungskultur, historisch-politische Bildung, gesellschaftliche Heterogenität, kommunikatives Gedächtnis, kulturelles Gedächtnis, Zeitzeug*innen, Oral History, Geschichtsbewusstsein, Beutelsbacher Konsens, Bildungskonzepte, NS-Vergangenheit, Inklusion, Gedenkstättenpädagogik, Multiperspektivität.
Die Arbeit untersucht, wie niedersächsische KZ-Gedenkstätten ihre Bildungsangebote anpassen, um den Herausforderungen einer heterogenen Gesellschaft und dem Verlust des kommunikativen Zeitzeugengedächtnisses gerecht zu werden.
Die Arbeit fokussiert auf die Schnittstellen von historischer Bildung, Erinnerungskultur, Gedächtnistheorien nach Assmann sowie die praktischen Methoden der Gedenkstättenpädagogik in einem sich wandelnden gesellschaftlichen Kontext.
Das Ziel ist es, herauszuarbeiten, inwiefern aktuelle Bildungsangebote ausgewählter Gedenkstätten auf Herausforderungen wie gesellschaftliche Heterogenität und die zunehmende zeitliche Distanz zu den NS-Verbrechen reagieren.
Die Autorin verwendet einen qualitativen Ansatz, bei dem 16 Analysekriterien in vier Kategorien operationalisiert werden, um Bildungskonzepte mittels eines Score-Systems auf Basis öffentlich zugänglicher Online-Materialien zu bewerten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Gedächtnisarten und Pädagogik sowie einen empirischen Teil, in dem vier Gedenkstätten (Ahlem, Moringen, Bergen-Belsen, Baracke Wilhelmine) analysiert werden.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Gedenkstättenpädagogik, kritisches Geschichtsbewusstsein, Oral History, Inklusion, Partizipation und der Beutelsbacher Konsens.
Die Gedenkstätte Ahlem erzielt den höchsten Score (14 von 16), was möglicherweise auf ihre urbane Lage und die damit verbundene Nähe zu Institutionen sowie ein diverseres Publikum zurückzuführen ist.
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