Diplomarbeit, 2008
132 Seiten, Note: 1,0
1. Kategorisierung von Serienmord und Serienmördern
1.1. Einleitung
1.1.1. Definition von Serienmord
1.1.2. Vergleich verschiedener Definitionen
1.1.3. Gemeinsamkeiten der unterschiedlichen Definitionen und eigene Definition(en)
1.2. Unterteilung von Mehrfachmorden
1.2.1. Massenmord
1.2.2. Spree Murder
1.2.3. Serienmord
1.3. Organisierter und Nicht-Organisierter Typus
1.3.1. Organisierter Typus
1.3.2. Nicht-Organisierter Typus
1.4. Kategorisierung von Serienmördern
1.4.1. Machtorientierter Typus
1.4.2. Hedonistischer Typus
1.4.3. Visionärer Typus
1.4.4. Missionarischer Typus
1.5. Geographische Typisierung von Serienmördern
1.5.1. Territorialer Typus (Local Type)
1.5.2. Nomadischer Typus (Travelling Type)
1.5.3. Stationärer Typus (Place-Specific Type)
1.6. Abgrenzung zu und Gemeinsamkeiten mit anderen Mördern
1.6.1. Lustmörder
1.6.2. Triebmörder
1.6.3. Streumörder
1.6.4. Amokläufer/Massenmörder
1.6.5. „Normaler“ Mörder
1.6.6. Wiederholungsmörder
1.6.7. Serielle Mörder im klinischen Bereich
1.6.8. Nachahmungstäter
1.7. Weibliche Serienmörder
2. Vorgehen des Serienmörders
2.1. Unterscheidung
2.2. Modus Operandi
2.3. Handschrift
3. Bedeutung der Semiotik des Serienmordes für den Serienmörder
3.1. Bedeutung der Zeichen während des Mordes
3.2. Bedeutung der Zeichen nach dem Mord
4. Opfer
4.1. Merkmale der Opfer
4.2. Verhalten der Opfer
4.3. Darstellung der Opfer
4.4. Serienmörder als Opfer
5. Rechtliche Qualifizierung von Serienmord
5.1. Strafrechtliche Erfassung von Serienmord
5.2. Beurteilung von Serienmördern
5.3. Regelvollzug
5.4. Maßregelvollzug
5.5. Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus
5.6. Unterbringung in Sicherungsverwahrung
5.7. Zivilrechtliche Konsequenzen
6. Zahlen und Statistik
6.1. Prävalenz des Serienmordes
6.1.1. Prävalenz des Serienmordes in den USA
6.1.2. Prävalenz des Serienmordes in der BRD
6.1.3. Vergleich der USA mit der BRD
6.1.4. National-kontinentale Betrachtungen
6.2. Geschlecht von Serienmördern
6.3. Alter von Serienmördern
6.4. Schulbildung und Intelligenzquotient von Serienmördern
6.5. Dokumentation der Taten
6.6. Opfer von Serienmördern
6.7. Waffen von Serienmördern
6.8. Kindheit von Serienmördern
7. Erklärungsansätze der Entwicklung zum Serienmörder
7.1. Biologische Ansätze
7.1.1. Neurobiologische Ansätze
7.1.2. Verhaltensgenetische Ansätze
7.1.3. Biochemische Ansätze
7.1.4. Zusammenfassung
7.2. Erfahrungen während der Kindheit
7.3. Soziologische Erklärungsansätze
7.3.1. Anomietheorie von Merton
7.3.2. Weiterentwicklung der Anomietheorie durch Cloward und Ohlin
7.3.3. Labeling Approach
7.3.4. Zusammenfassung
7.4. Tat
7.4.1. Gratifikation der Tat
7.4.2. Serie der Tat
7.5. Psyche des Serienmörders
7.5.1. Charakter und Eigenschaften
7.5.2. Sadismus
7.5.3. Tötungshemmung bei Serienmördern
7.5.4. Psychoanalytische Erklärungsansätze
7.5.5. Selbsttäuschung
7.5.6. Rechtfertigung
7.5.7. Phantasie des Serienmörders
7.5.8. Zusammenfassung
7.6. Motiv
7.7. Opfer
8. Gesellschaft und Serienmord/ -mörder
8.1. Interdependenz von Serienmord/ -mördern und Gesellschaft
8.2. Umgang der Gesellschaft mit Serienmord/ -mördern
8.3. Funktion von Serienmord/ -mördern in der Gesellschaft
8.4. Gesellschaftliche Konstruktion von Serienmord
8.5. Faszination Serienmord
8.6. Zusammenfassung
9. Die Rolle von Krankheit im Serienmord
10. Therapie für Serientäter
10.1. Therapeutisches Angebot für Serientäter
10.2. Soziale Therapie
10.3. Klinische Sozialarbeit
11. Reflexion
12. Literaturverzeichnis
Die Diplomarbeit untersucht das Phänomen Serienmord aus einer interdisziplinären Perspektive, um ein umfassendes Verständnis über die Entstehung, das Vorgehen und die gesellschaftliche Einordnung von Serientätern zu gewinnen. Ziel ist es, die kategoriale Erfassung zu schärfen, Erklärungsansätze kritisch zu prüfen und die komplexe Wechselwirkung zwischen Serientäter, Rechtssystem und Gesellschaft zu beleuchten.
1.1.1. Definition von Serienmord
Serienmord ist ein Konstrukt aus einer Reihe von Sachverhalten, die unter den Begriff Serienmord subsumiert werden, d.h. die mit diesem Begriff bezeichneten Ereignisse sind aufgrund der permanenten Bedeutungsverschiebung sprachlich schwer zu erfassen. Sie werden lediglich durch differente Sinneinheiten mit einer Folie sprachlicher Zeichen überlagert. Merkmale einer/der Tat/en werden hinsichtlich ihres prägenden Einflusses auf die Definition des Begriffs Serienmord von Autoren, Psychologen, Mitarbeitern der Polizei, Ärzten etc. unterschiedlich validiert.
Dies kann zu einer uneinheitlichen Bedeutung des Begriffs Serienmord führen, schlimmstenfalls zu einer Verwechslung mit anderen Begriffen, wie z.B. Massenmord1. Im Folgenden wird der Versuch unternommen, durch einen Vergleich verschiedener Definitionen und Herausarbeiten von Gemeinsamkeiten einen Konsens der unterschiedlichen Auffassungen des Begriffs Serienmord in einer eigenen Definition zu generieren.
1. Kategorisierung von Serienmord und Serienmördern: Dieses Kapitel definiert den Begriff Serienmord kritisch, grenzt ihn von anderen Mehrfachmord-Typen ab und erstellt eine Typologie basierend auf organisierten/nicht-organisierten sowie geographischen Merkmalen der Täter.
2. Vorgehen des Serienmörders: Hier wird das spezifische Vorgehen bei der Tatausführung untersucht, insbesondere die Konzepte des Modus Operandi als planvolle Aktion und der Handschrift als individuelle psychologische Note.
3. Bedeutung der Semiotik des Serienmordes für den Serienmörder: Die Untersuchung behandelt das Töten als Zeichensystem, wobei die Tat selbst und die nachfolgenden Handlungen (Trophäen/Souvenirs) als symbolischer Ausdruck der Täterpsyche gedeutet werden.
4. Opfer: Dieses Kapitel beleuchtet die Rolle der Opfer, ihre Merkmale sowie die Art und Weise, wie sie vom Serienmörder (als Objekt oder Ausdrucksmittel) wahrgenommen werden.
5. Rechtliche Qualifizierung von Serienmord: Hier erfolgt eine juristische Analyse der strafrechtlichen Erfassung, der Beurteilung der Schuldfähigkeit sowie der Unterbringungsarten (Regelvollzug vs. Maßregelvollzug) in Deutschland.
6. Zahlen und Statistik: Dieser Abschnitt bietet eine kriminologische Orientierungsgrundlage durch die Auswertung internationaler Daten zu Prävalenz, Alter, Geschlecht und Schulbildung von Serienmördern.
7. Erklärungsansätze der Entwicklung zum Serienmörder: Ein tiefgehender Vergleich biologischer, soziologischer und psychoanalytischer Theorien, um zu ergründen, warum sich Menschen zu Serienmördern entwickeln.
8. Gesellschaft und Serienmord/ -mörder: Die Arbeit untersucht die reziproke Interdependenz zwischen Täter und Gesellschaft, einschließlich der gesellschaftlichen Konstruktion des Phänomens und der zugrunde liegenden Faszination.
9. Die Rolle von Krankheit im Serienmord: Es wird die Frage diskutiert, inwiefern klinische Krankheitsbilder als ursächliche Faktoren für das Handeln von Serientätern anzusehen sind.
10. Therapie für Serientäter: Die Analyse therapeutischer Angebote wie Soziale Therapie und Klinische Sozialarbeit zeigt Möglichkeiten und Grenzen der Behandlung von Serientätern im Maßregelvollzug auf.
Serienmord, Serienmörder, Phänomenologie, Kriminalistik, Modus Operandi, Handschrift, Semiotik, Strafrecht, Maßregelvollzug, Täterprofil, Psychologie, Soziologie, Kriminologie, Opfer, Therapie.
Die Arbeit untersucht das Phänomen des Serienmordes aus einer ganzheitlichen Perspektive, wobei neben den Taten selbst insbesondere die Persönlichkeitsstruktur der Täter, ihre rechtliche Beurteilung und die gesellschaftliche Einbettung im Mittelpunkt stehen.
Die zentralen Felder umfassen die Definition und Kategorisierung von Serientätern, die Analyse ihres Tatverhaltens (Modus Operandi), die juristische Einordnung im deutschen Rechtssystem sowie verschiedene wissenschaftliche Erklärungsmodelle zur Entstehung solcher Persönlichkeiten.
Das primäre Ziel ist es, durch eine interdisziplinäre Analyse ein realistisches und umfassendes Verständnis des Serienmordes zu generieren, um das Phänomen über die mediale Inszenierung hinaus sachlich einordnen zu können.
Die Arbeit basiert auf einer Darstellung und Analyse existierender Tatsachen und Sachverhalte. Das bisherige Wissen über das Thema wird zusammengetragen und induktiv untersucht, um eine realistische Sichtweise zu entwickeln.
Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche Typisierung der Täter, die semiotische Bedeutung der Morde, die Rolle der Opfer, die strafrechtliche Behandlung, die statistische Betrachtung, eine kritische Prüfung entwicklungspsychologischer und soziologischer Ansätze sowie eine Untersuchung des gesellschaftlichen Umgangs mit dem Phänomen.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Phänomenologie, Modus Operandi, Täterprofiling, Maßregelvollzug, Semiotik und Interdependenz zwischen Gesellschaft und Serientäter charakterisieren.
Die Handschrift wird als die individuelle, emotionale Note des Täters definiert, die nicht zwingend für die Tatbegehung erforderlich ist, dem Täter jedoch eine zusätzliche psychische Befriedigung verschafft.
Die Arbeit stellt fest, dass die Faszination für Serienmörder eine Verarbeitungsform von Furcht und Angst ist und dass die Gesellschaft durch die mediale Aufbereitung diese Täter oft zu "Monstern" konstruiert, um ihre eigenen kulturellen Grenzen zu definieren.
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