Wissenschaftlicher Aufsatz, 2008
45 Seiten
1. Einleitung
2. Branchenanalyse versus Einzelfallanalyse
2.1. Branchenanalyse als traditionelles Instrument der BWL
2.2. Nachteile der Branchenanalyse
2.3. Die Methode der Einzelfallanalyse
2.4. Kritik an der Einzelfallanalyse
3. Bezugsaspekte der Systemtheorie
3.1. Grundlagen aus der Kybernetik
3.2. Die Systemhierarchien im Systemtheoretischen Ansatz
4. Bezugsaspekte des Situativen Ansatzes
4.1. Der Situative Ansatz
4.2. Prozessablauf
4.3. Modellstruktur
4.4. Kritik am situativen Ansatz
5. Schlusswort
Die Arbeit untersucht die Renaissance der Einzelfallanalyse als Instrument des strategischen Managements im Kontext der Erfolgsfaktorenforschung. Ziel ist es, die methodischen Vorteile der Einzelfallanalyse gegenüber der traditionellen Branchenanalyse aufzuzeigen und dabei theoretische Bezugsrahmen aus der Systemtheorie und dem situativen Ansatz zu integrieren.
2.3. Die Methode der Einzelfallanalyse
Die Einzelfallanalyse (single system design)23 steht in der Weiterentwicklung des Experimentes und ist folglich der Logik des Experimentes verpflichtet. Sie wird in der Betriebs- und Wirtschaftsstatistik vergleichsweise weniger angewandt als die Branchenanalyse, da die wirtschaftlichen Prozesse, welche anhand von Hypothesen gezielt überprüft werden sollen, im Vorfeld eines Experimentes zunächst abstrahierend als Vermutungen vorweggenommen werden müssen und eine intensivere Beschäftigung mit den Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen erfordern als bei der Branchenanalyse. Zwei Fälle sind zu unterscheiden:24
• Bei der deskriptiven Einzelfallanalyse werden die Zusammenhänge lediglich beschrieben.
• Bei der explikativen Einzelfallanalyse werden sie hinsichtlich ihrer Stabilität und Variabilität, z.B. aufgrund des Einwirkens von systemunabhängigen Störgrößen, untersucht.
Entgegen Branchenstudien wird bei der Einzelfallanalyse die Messung nur an einem Einzelobjekt vorgenommen (siehe auch Abb. 1). Die Ergebnisse von Einzelfall-Serien können aber anschließend zu Gruppenwerten aggregiert werden, um allgemeinere Resultate zu erhalten. Verglichen werden immer eine Basis-Phase, welche auch als interventionsfrei bezeichnet wird, da sie den Ist-Zustand abbildet, und eine Interventions-Phase, um die Wirkung von Maßnahmen im Einzelfall zu ermitteln.25
1. Einleitung: Beschreibt die Renaissance der Einzelfallanalyse im strategischen Management angesichts zunehmender Marktdynamik und Globalisierung.
2. Branchenanalyse versus Einzelfallanalyse: Gegenüberstellung traditioneller branchenweiter Erhebungsmethoden mit den Vorteilen individueller Einzelfallanalysen.
3. Bezugsaspekte der Systemtheorie: Untersuchung des Unternehmens als offenes System mit kaskadierenden Kennzahlensystemen und kybernetischen Regelkreisen.
4. Bezugsaspekte des Situativen Ansatzes: Analyse der individuellen Unternehmenssituation als Bestimmungsfaktor für Strategien, ergänzt um verschiedene Varianten situativer Ansätze.
5. Schlusswort: Fazit über die Eignung der Einzelfallanalyse unter Einbeziehung des situativen Ansatzes zur Vermeidung der methodischen Schwächen der Branchenanalyse.
Einzelfallanalyse, Strategisches Management, Erfolgsfaktorenforschung, Branchenanalyse, Systemtheorie, Situativer Ansatz, Kybernetik, Kennzahlensysteme, Unternehmensstrategie, Prozessmanagement, Management-Regelkreis, Wettbewerbsvorteil, Erfolgsfaktoren, Situationsanalyse, Strategieplanung.
Die Arbeit analysiert die Eignung der Einzelfallanalyse als Instrument des strategischen Managements, insbesondere innerhalb der Erfolgsfaktorenforschung.
Die zentralen Themen sind der Vergleich zwischen Branchen- und Einzelfallanalyse, der Nutzen der Systemtheorie als Bezugsrahmen sowie die Anwendung des situativen Ansatzes.
Ziel ist es, die Einzelfallanalyse als valides methodisches Instrument für Unternehmen zu etablieren, um individuelle Strategien besser an sich ändernde Umweltbedingungen anzupassen.
Es werden Ansätze der Systemtheorie (Kybernetik) und des situativen Ansatzes herangezogen, um den Prozess der Einzelfallanalyse theoretisch zu untermauern.
Der Hauptteil gliedert sich in eine kritische Auseinandersetzung mit der Branchenanalyse, die theoretische Fundierung durch System- und situative Ansätze sowie eine detaillierte prozessuale Darstellung der Einzelfallanalyse.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Einzelfallanalyse, Erfolgsfaktorenforschung, Situativer Ansatz, Systemtheorie und Strategisches Management.
Da viele Unternehmen aufgrund zunehmender Globalisierung und Nischenstrategien nicht mehr von Branchendurchschnitten lernen können, wird die individuelle Analyse des eigenen Unternehmens wieder wichtiger.
Der situative Ansatz wird als besonders geeignet für Einzelfallanalysen hervorgehoben, da er die Einzigartigkeit der Unternehmenssituation in den Fokus rückt und starre Branchen-Generalisierungen vermeidet.
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