Forschungsarbeit, 2008
79 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1. Quantitative Datenerhebung
1.1. Zaehlung der gleichgeschlechtlichen Bevoelkerung in Kanada
1.1.1. Statistik zur kanadischen Bevoelkerung
1.1.2. Zaehlung der gleichgeschlechtlichen Bevoelkerung beider Geschlechter in Kanada 2006
1.2. Datenerhebung fuer gleichgeschlechtliche Verheiratete und Common-Law Paare im Vergleich zu gegengeschlechtlich Verheirateten
1.2.1. Zaehlungen fuer gegen- und gleichgeschlechtliche Paare (verheiratet, Common-Law), 2001 und 2006
1.3. Haeufigkeit der Kinder in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften bei Maenner und Frauen in Kanada
1.4. Anzahl der Pflegefamilien und Pflegekinder in den kanadischen Provinzen und Territorien
1.4.1. British Columbia - Children in Care
1.4.2. Manitoba - Children in Care
1.4.3. Newfoundland and Labrador - Children in Care
1.4.4. Nova Scotia - Children in Care
1.4.5. Ontario - Children in Care
1.4.6. Quebec - Children in Care
1.4.7. Yukon - Children in Care
1.4.8. Alberta - Children in Care
1.4.9. New Brunswick - Children in Care
1.4.10. Northwest Territories - Children in Care
1.4.11. Nunavut - Children in Care
1.4.12. Prince Edward Island - Children in Care
1.4.13. Saskatchewan - Children in Care
1.5. Bericht des Family Research Institutes (Ottawa, Canada)
2. Canadian Charter of Rights and Freedoms
3. Begriffsbestimmungen: Familie und (gleichgeschlechtliche) Pflegefamilie
3.1. Familie
3.2. (Gleichgeschlechtliche) Pflegefamilie
4. Zur Triade in Herkunftsfamilien und (gleichgeschlechtlichen) Pflegefamilien
5. Child Welfare in Kanada
5.1. Historische Hintergruende
6. Formenvielfalt von Pflegestellen in Kanada
7. Konzepte zur Pflegefamilienforschung
7.1. Das Konzept der Pflegefamilie als Ersatzfamilie
7.2. Das Konzept der Pflegefamilie als Ergaenzungsfamilie
7.3. Ergaenzungsfamilie vs. Ersatzfamilie
7.4. Zusammenfassung
7.5. Das Konzept der Pflegefamilie als „ Familie anderer Art“
7.6. Die Milieupflege
8. Resilienzentwicklung von Pflegekindern
8.1. Forschungsdesigns
8.2. Protektive Faktoren
8.3. Schutzfaktoren vs. Risikofaktoren
8.4. Begriffbestimmung Risikofaktoren
8.5. Zusammenfassung
9. Bessere oder schlechtere Entwicklungsbedingungen fuer Pflegekinder in gleichgeschlechtlichen Pflegefamilien?
9.1. Warum Homosexuelle ungeeignete Pflegeeltern sind (?)
9.2. Das hoechste Kindeswohl – Studie vergleicht Kinder heterosexueller verheirateter Paare mit Kindern von homosexuellen und heterosexuellen Lebenspartnern
9.2.1. Zusammenfassung der Ergebnisse
9.3. Maengel der Datenerhebungen ueber gleichgeschlechtliche Pflegeeltern
10. Schlusswort
Die Arbeit untersucht die Bedingungen gleichgeschlechtlicher Pflegefamilien in Kanada unter dem Aspekt der Resilienzentwicklung bei Pflegekindern. Die zentrale Forschungsfrage lautet: Sind die Bedingungen, die gleichgeschlechtliche Pflegefamilien ihren Pflegekindern zur Verfügung stellen, um Resilienzpotentiale auszubilden, besser als in gegengeschlechtlichen Pflegefamilien?
3.1. Familie
„Die Familie ist zwar in besonderem Maße von biologischen Faktoren beeinflußt, und sie ist auf Grund dieser naturhaften Bezüge ein relativ stabiles Gebilde, sie begegnet jedoch im Lauf der historischen Entwicklung in einer solchen Formenvielfalt, daß man von einer überzeitlich gleichbleibenden, natürlich vorgegebenen Einheit menschlichen Zusammenlebens keineswegs sprechen kann." (Mitterauer & Sieder, 1984, S. 14) Die Bedeutung des Wortes Familie im heutigen Sinn hat sich erst im 18. Jahrhundert durchgesetzt. Bis zum Beginn der Neuzeit gab es keine eigene Bezeichnung fuer die Form des Zusammenlebens von miteinander verwandten Personen - meist Eltern mit ihren noch nicht selbststaendigen Kindern - wie sie heute ueblich ist. Zum besseren Verstaendnis wird heute die Bezeichnung „Klein-“ oder „Kernfamilie“ verwendet, die inzwischen nur eine von vielen Lebensformen darstellt. Neben ihr stehen u.a. kollektive Lebensformen (z.B. Wohngemeinschaften), Alleinlebende, Alleinerziehende, dyadische Lebensweisen (Ehe), gleichgeschlechtliche Partnerschaften und Nicht-Eheliche Lebensgemeinschaften (NEL´s) (vgl. Nave-Herz, 2004).
Ulrich Beck und Elisabeth Beck-Gernsheim als Vertreter der Individualisierungsthese formulieren den Familienbegriff folgendermassen: Was Familie, Ehe, Elternschaft, Sexualitaet, Erotik, Liebe ist, meint, sein sollte oder sein koennte, kann nicht mehr vorausgesetzt, abgefragt, verbindlich verkuendet werden, sondern variiert in Inhalten, Ausgrenzungen, Normen, Moral, Moeglichkeiten, am Ende eventuell von Individuum zu Individuum, Beziehung zu Beziehung, muss in allen Einzelheiten des Wie, Was, Warum, Warum-Nicht entraetselt, verhandelt, abgesprochen und begruendet werden (Beck/Beck-Gernsheim, 1990).
Einleitung: Einführung in das Thema, die Relevanz für die Sozialforschung und die Darstellung der zentralen Forschungsfrage.
1. Quantitative Datenerhebung: Versuch einer statistischen Annäherung an die Anzahl gleichgeschlechtlicher Pflegefamilien in Kanada trotz fehlender offizieller Statistiken.
2. Canadian Charter of Rights and Freedoms: Erläuterung des rechtlichen Rahmens und der Gleichheitsrechte in Kanada.
3. Begriffsbestimmungen: Familie und (gleichgeschlechtliche) Pflegefamilie: Definition der Begriffe und theoretische Einordnung von Familienformen.
4. Zur Triade in Herkunftsfamilien und (gleichgeschlechtlichen) Pflegefamilien: Kurze Betrachtung der triadischen Beziehungsstrukturen in Pflegefamilien.
5. Child Welfare in Kanada: Geschichtlicher Überblick und aktueller Stand des kanadischen Hilfesystems für Kinder.
6. Formenvielfalt von Pflegestellen in Kanada: Darstellung der verschiedenen existierenden Arten der Familienpflege.
7. Konzepte zur Pflegefamilienforschung: Vergleich der theoretischen Ansätze der Ersatzfamilie, Ergänzungsfamilie und des Modells der „Familie anderer Art“.
8. Resilienzentwicklung von Pflegekindern: Wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Schutzfaktoren, Risikofaktoren und dem Konzept der Resilienz.
9. Bessere oder schlechtere Entwicklungsbedingungen fuer Pflegekinder in gleichgeschlechtlichen Pflegefamilien?: Empirische Diskussion von Studien und Datenerhebungen zum Vergleich von Pflegefamilientypen.
10. Schlusswort: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Ausblick auf die zukünftige Entwicklung.
Pflegekinder, Pflegefamilien, Gleichgeschlechtliche Elternschaft, Kanada, Resilienz, Schutzfaktoren, Risikofaktoren, Sozialisation, Identitätsentwicklung, Child Welfare, Familienkonzepte, Homosexualität, Kindeswohl, Bindungstheorie, Sozialforschung.
Die Arbeit untersucht die Eignung gleichgeschlechtlicher Pflegefamilien und deren Einfluss auf die Resilienzentwicklung und das Wohlergehen von Pflegekindern in Kanada.
Die Arbeit verknüpft statistische Daten zur kanadischen Bevölkerung mit dem rechtlichen Rahmen (Canadian Charter of Rights and Freedoms) und theoretischen Konzepten aus der Pflegefamilienforschung und der Resilienzpsychologie.
Das Ziel ist es, zu klären, ob gleichgeschlechtliche Pflegefamilien schlechtere oder bessere Entwicklungsbedingungen für Kinder bieten, um Resilienzpotenziale auszubilden, als gegengeschlechtliche Pflegefamilien.
Es handelt sich um eine theoretische Hausarbeit, die auf einer Literaturanalyse, statistischen Auswertungen (Census 2006) und der kritischen Auseinandersetzung mit existierenden empirischen Studien (z. B. von G.A. Rekers) basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die quantitative Datenerhebung, rechtliche Hintergründe, die theoretische Definition von Pflegefamilienkonzepten und eine ausführliche Analyse der Resilienzforschung inklusive der Rolle von Schutz- und Risikofaktoren.
Pflegekinder, Resilienz, gleichgeschlechtliche Pflegefamilien, Kanada, Kindeswohl, Sozialisation, Risikofaktoren.
Die Triade (Pflegevater/Pflegemutter-Pflegekind) dient als strukturelles Analyseinstrument, um die Dynamik zwischen Herkunfts- und Pflegefamilie zu verstehen und die Bedeutung für die Identitätsbildung des Kindes zu beleuchten.
Sie liefert den wissenschaftlichen Rahmen, um zu bewerten, wie Kinder trotz belastender Lebensumstände (wie Fremdunterbringung) erfolgreich Entwicklungsschritte vollziehen können und welche Faktoren dabei in der Pflegefamilie unterstützend wirken.
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