Diplomarbeit, 2008
102 Seiten, Note: 2,3
Einleitung und Fragestellung
Teil I: Das Konzept der Arbeitnehmerfreizügigkeit: Institutionelle Rahmenbedingungen und Migrationspotential
1.1. Die europäischen Rahmenbedingungen zur Förderung der Arbeitnehmerfreizügigkeit
1.1.1. Der Begriff der Arbeitnehmerfreizügigkeit
1.1.2. Die Übergangsregelungen
1.2. Mobilität in der Europäischen Union
1.2.1. Das Migrationspotential bei vollkommener Arbeitnehmerfreizügigkeit
1.2.2. Die potentielle Wanderungslücke
Zwischenfazit
Teil II: Ökonomische Grundlagen der Arbeitnehmerfreizügigkeit
2.1. Auswirkungen der Arbeitnehmerfreizügigkeit auf Löhne und Beschäftigung
2.1.1. Arbeit als homogener Produktionsfaktor
2.1.2. Arbeit als heterogener Produktionsfaktor im Ein-Sektor-Modell
2.1.3. Arbeit als heterogener Produktionsfaktor im Zwei-Sektoren-Modell
2.2. Empirische Ergebnisse
Zwischenfazit
Teil III: Internationale Erfahrungen mit uneingeschränkter Arbeitnehmerfreizügigkeit
3.1. Großbritannien
3.2. Schweden
3.3. Irland
Zwischenfazit
Teil IV: Der „Fall Deutschland“: Eine Untersuchung der durch die Übergangsfristen eingeschränkten Arbeitnehmerfreizügigkeit
4.1. Eine Bestandsaufnahme: Immigration und Arbeitslosigkeit in Deutschland
4.2. Theoretische Auswirkungen der Übergangsfristen auf Löhne und Beschäftigung
4.2.1. Vorüberlegungen zur Übertragbarkeit der theoretischen Erkenntnisse auf den deutschen Arbeitsmarkt
4.2.2. Anwendung der theoretischen Erkenntnisse auf den deutschen Arbeitsmarkt mit Übergangsfristen
4.3. Empirische Erkenntnisse
4.3.1. Ein Literaturüberblick
4.3.2. Mögliche Ansatzpunkte für zukünftige Forschungsarbeiten
Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die ökonomischen Auswirkungen der Arbeitnehmerfreizügigkeit sowie der damit verbundenen Übergangsfristen im Zuge der EU-Osterweiterung. Das primäre Ziel besteht darin zu analysieren, ob die weit verbreitete Befürchtung begründet ist, dass der freie Zugang zum Arbeitsmarkt zu sinkenden Löhnen und steigender Arbeitslosigkeit der einheimischen Bevölkerung führt, und ob eine restriktive Politik, wie sie in Deutschland angewendet wird, diese Effekte tatsächlich verhindern kann.
1.1.1. Der Begriff der Arbeitnehmerfreizügigkeit
Die Personenfreizügigkeit ist unterteilt in die Freizügigkeit von Arbeitskräften und die Niederlassungsfreiheit Selbstständiger. Die Freizügigkeit der Arbeitskräfte ist in den Artikeln 39-42 des EGV geregelt und meint die Abschaffung jeder auf der Staatsangehörigkeit beruhenden unterschiedlichen Behandlung der Arbeitnehmer der Mitgliedstaaten in Bezug auf Beschäftigung, Entlohnung und sonstige Arbeitsbedingungen. Art. 39 gibt den Arbeitnehmern das Recht
- sich um tatsächlich angebotene Stellen zu bewerben
- sich zu diesem Zweck im Hoheitsgebiet der Mitgliedsstaaten frei zu bewegen
- sich in einem Mitgliedsstaat aufzuhalten, um dort eine Beschäftigung auszuüben, und
- nach Beendigung der Beschäftigung unter bestimmten Bedingungen im Lande zu verbleiben.
Darüber hinaus begründen auch Selbstständigkeit, unternehmerische Tätigkeit sowie das Erbringen oder Empfangen von Dienstleistungen ein Aufenthaltsrecht. Gleiches gilt bei Eigenfinanzierung des Lebensunterhaltes und eigener Krankenversicherung.
Die Arbeitnehmerfreizügigkeit ist eine „zweckgebundene Freiheit“. Das heißt, ein Arbeitnehmer darf nur zur Ausübung einer Tätigkeit einreisen und sich in dem Land, in dem er den Beruf ausübt, aufhalten. Das Arbeitsverhältnis ist dahin gehend charakterisiert, dass es sich – im Gegensatz zu einer selbstständigen Tätigkeit – um ein Verhältnis abhängiger Beschäftigung handelt, wobei „ein Arbeitnehmer während einer bestimmten Zeit für einen anderen nach dessen Weisungen Leistungen erbringt, und als Gegenleistung eine Vergütung erhält“. Auch Teilzeitbeschäftigungen oder geringfügige Beschäftigungen fallen unter den Anwendungsbereich des Art. 39. Gleiches gilt für Familienangehörige, die zwar nicht direkt selber erwähnt werden, die aber die gleiche Freizügigkeit genießen, wie der Arbeitnehmer selbst.
Einleitung und Fragestellung: Die Arbeit führt in die Thematik der EU-Osterweiterung ein und skizziert die Forschungsfrage bezüglich der Lohn- und Beschäftigungseffekte von Migration sowie die Relevanz der Übergangsfristen.
Teil I: Das Konzept der Arbeitnehmerfreizügigkeit: Institutionelle Rahmenbedingungen und Migrationspotential: Es werden die rechtlichen Grundlagen der Freizügigkeit sowie das theoretische Migrationspotential erläutert, um die Notwendigkeit von Übergangsfristen zu beleuchten.
Teil II: Ökonomische Grundlagen der Arbeitnehmerfreizügigkeit: Dieses Kapitel liefert den theoretischen Rahmen, indem verschiedene ökonomische Modelle zur Analyse der Auswirkungen von Zuwanderung auf Löhne und Beschäftigung unter unterschiedlichen Annahmen (z.B. Lohnrigidität) präsentiert werden.
Teil III: Internationale Erfahrungen mit uneingeschränkter Arbeitnehmerfreizügigkeit: Anhand der Fallbeispiele Großbritannien, Schweden und Irland werden die tatsächlichen Auswirkungen der uneingeschränkten Arbeitsmarktöffnung empirisch untersucht.
Teil IV: Der „Fall Deutschland“: Eine Untersuchung der durch die Übergangsfristen eingeschränkten Arbeitnehmerfreizügigkeit: Auf Basis der theoretischen und empirischen Erkenntnisse wird die Situation in Deutschland analysiert, um die Effekte der Übergangsfristen auf den deutschen Arbeitsmarkt zu bewerten.
Arbeitnehmerfreizügigkeit, EU-Osterweiterung, Übergangsfristen, Migrationspotential, Lohn- und Beschäftigungseffekte, Arbeitsmarkt, Gewerkschaftsverhalten, Lohnrigidität, Deutschland, Großbritannien, Schweden, Irland, Zuwanderung, Humankapital, Arbeitslosigkeit.
Die Arbeit analysiert die ökonomischen Auswirkungen der Arbeitnehmerfreizügigkeit gemäß Artikel 39 EGV im Kontext der EU-Osterweiterung und bewertet die ökonomische Wirksamkeit der von den Mitgliedstaaten implementierten Übergangsfristen.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Arbeitsmarktintegration von Zuwanderern, die empirische Analyse von Wanderungsbewegungen und deren Rückwirkung auf Löhne sowie die Rolle von Lohnrigiditäten und Gewerkschaften.
Es soll geklärt werden, ob die Ängste vor negativen Arbeitsmarkteffekten (Lohnsenkungen, Arbeitslosigkeit) durch Migration berechtigt sind und ob Übergangsfristen ein geeignetes Instrument darstellen, um solche negativen Folgen abzufedern.
Die Autorin kombiniert eine theoretische Analyse auf Basis von ökonomischen Modellen (neoklassisches Modell, Ein- und Zwei-Sektoren-Modelle) mit einer deskriptiven und empirischen Auswertung internationaler Daten und Literaturquellen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine internationale Fallstudienanalyse (Großbritannien, Schweden, Irland) und eine spezifische Untersuchung für Deutschland, inklusive einer Diskussion von Modellansätzen für zukünftige Forschung.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Arbeitnehmerfreizügigkeit, Migrationspotential, Arbeitsmarkteffekte, Übergangsfristen, Lohnrigidität und Humankapitaltheorie charakterisiert.
Großbritannien gilt als eines der Länder, das seinen Arbeitsmarkt unmittelbar nach der EU-Osterweiterung öffnete, und dient daher als wichtiges empirisches Vergleichsbeispiel für die Folgen einer uneingeschränkten Freizügigkeit.
Gewerkschaften werden als Akteure modelliert, die Lohnforderungen festsetzen und auf Zuwanderung reagieren, was die Analyse der Lohn- und Beschäftigungseffekte unter Bedingungen von Arbeitsmarktunvollkommenheiten (Lohnrigidität) erst ermöglicht.
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