Diplomarbeit, 2001
102 Seiten, Note: 3
I EINLEITUNG
II ANTON SEMJONOWITSCH MAKARENKO
1. Biographie
2. Menschenbild
3. Sozialismusbild
III GESCHICHTLICHER HINTERGRUND
1. Politische Entwicklung
2. Schulische Entwicklung
IV DAS KOLLEKTIV
1. Definition
2. Eigenschaften
3. Entwicklungsstufen des Kollektivs
4. Organisatorischer Aufbau
5. Organe der Selbstverwaltung
6. Kriterien für den Stil und den Ton eines Kollektivs
7. Kritische Würdigung
V KONZEPTION DER KOLLEKTIVERZIEHUNG
1. Einleitung
2. Gegenüberstellung von Pädagogik und Pädologie
3. Zielgruppe
4. Unterschiede zwischen Gor´kij-Kolonie und Dzerzynskij-Kommune
5. Phasen der Erziehung
6. Erziehungsziele
6.1 Kollektivismus
6.2 Patriotismus
6.3 Disziplin und Forderung
6.4 Produktivität
7. Methoden der Kollektiverziehung
7.1 Explosionsmethode
7.2 Entwicklung von Perspektiven
7.2.1 Die nahe Perspektive
7.2.2 Die mittlere Perspektive
7.2.3 Die weite Perspektive
7.3 Das Spiel
7.4 Das Abteilungs- und Kommandeursystem
7.5 Arbeit und Bildung
7.6 Die Strafe
7.7 Körperliche Ertüchtigung – Militarismus
7.8 Die Freizeitbeschäftigung
8. Funktion der Erzieher im Prozeß der Kollektiverziehung
VI EINFLUßFAKTOREN AUF MAKARENKOS PÄDAGOGIK
1. Mögliche Vorbilder für seine Praxis
2. Einfluß der Sowjetideologie
3. Parteipolitischer Einfluß
VII ZUSAMMENFASSUNG
VIII KRITISCHE WÜRDIGUNG
1. Inhalte und Erfolge der Kollektivation Makarenkos
2. Kritische Betrachtung der Kollektiverziehung
3. Grenzen der Kommandeurspädagogik
4. Umsetzung seiner Thesen in den nachfolgenden Jahren
5. Probleme der Kollektiverziehung in der Sowjetunion nach Makarenkos Tod
6. Meine persönliche Meinung
Die Arbeit analysiert das pädagogische Konzept von Anton Semjonowitsch Makarenko und untersucht die theoretischen sowie praktischen Grundlagen der Kollektiverziehung im Kontext der sowjetischen Gesellschaft. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit der Wirksamkeit und den Auswirkungen seines Erziehungssystems auf die Zöglinge sowie dessen ideologische Einbettung.
1. Biographie
Anton Semjonowitsch Makarenko wurde am 1. März 1888 (nach dem damaligen Julianischen Kalender, am 13.03. nach westlicher Datierung) in der ukrainischen Stadt Belopolje als einziges Kind von Semjon Grigorjewitsch und Tatjana Michailowna geboren. Die Familie Makarenko war ein Teil der Arbeiterschaft. Aus einer Eisenbahnerfamilie stammend besuchte er ab 1895 die vierklassige Elementarschule in Kremencug, die er 1904 als Klassenbester abschloß. Nach erfolgreicher Absolvierung eines einjährigen pädagogischen Ausbildungskurses zum Volksschullehrer trat Makarenko im Herbst 1905 seine erste Lehrstelle an der Zwei-Klassen-Schule der Eisenbahnwerkstätten in Krjukov an. Schon damals wurde ihm bescheinigt, daß er über „... außerordentliche Fähigkeiten und eine für sein jugendliches Alter erstaunliche Selbstbeherrschung“ ((11), Seite 15) verfüge.
Eines seiner Leitbilder war Makarenkos Literaturlehrer G.P. Kaminski. Seiner Einstellung ist es zu verdanken, daß sich Makarenko nicht nur als Lehrer sah. Er nahm sich seiner Schüler auch an, nachdem die Schulstunden vorüber waren. Nach dem Mittagessen kamen die Kinder in die Schule zurück, wo sie unter der Leitung Makarenkos Theaterstücke einstudierten, lasen, lernten oder spielten. Neben der herrschenden Disziplin war es ihm noch wichtig, daß die Schüler nicht nur eine „blasse Nummer im Klassenbuch blieben, sondern daß ihr Lehrer gerade ihnen seine Fürsorge widmete und gerade auf ihr Wesen einzugehen suchte“ ((11), Seite 19).
I EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung des pädagogischen Verständnisses des Kindes und führt in A.S. Makarenkos Ansatz des Kindes als Kollektivmitglied ein.
II ANTON SEMJONOWITSCH MAKARENKO: Dieses Kapitel behandelt die biografischen Stationen, das Menschenbild und das Sozialismusverständnis des Pädagogen.
III GESCHICHTLICHER HINTERGRUND: Hier werden die politischen Rahmenbedingungen und die schulische Situation in Russland vor und nach der Revolution analysiert.
IV DAS KOLLEKTIV: Dieses Hauptkapitel definiert das Kollektiv als soziale Organisation und erläutert dessen Struktur, Organe und Entwicklungsphasen.
V KONZEPTION DER KOLLEKTIVERZIEHUNG: Dieses Kapitel vertieft die pädagogischen Methoden, Ziele und den Einfluss der Arbeit auf die Bildung der Zöglinge.
VI EINFLUßFAKTOREN AUF MAKARENKOS PÄDAGOGIK: Es werden die Vorbilder und ideologischen Einflüsse auf Makarenkos Praxis, insbesondere der Sowjetideologie, kritisch hinterfragt.
VII ZUSAMMENFASSUNG: Die Zusammenfassung rekapituliert Makarenkos pädagogische Errungenschaften und dessen atheistische, kollektivorientierte Ausrichtung.
VIII KRITISCHE WÜRDIGUNG: Dieses Kapitel setzt sich kritisch mit den Erfolgen und Schattenseiten der Kommandeurspädagogik auseinander.
Makarenko, Kollektiv, Kollektiverziehung, Pädagogik, Sowjetunion, Sozialismus, Erziehung, Arbeitserziehung, Disziplin, Perspektiven, Verwahrlosung, Arbeitsschule, Ideologie, Gemeinschaft, Menschheitsbildung.
Die Arbeit widmet sich der pädagogischen Theorie und Praxis von A.S. Makarenko und untersucht, wie er verwahrloste Jugendliche im sowjetischen Kollektivsystem erzog.
Zu den Schwerpunkten gehören das Kollektivmodell, die Bedeutung von Arbeit und Spiel für die Erziehung sowie der Einfluss politischer Ideologien auf die Schulpraxis.
Das Ziel ist eine fundierte Analyse von Makarenkos Erziehungssystem, seiner Ziele, der praktischen Umsetzung und der kritischen Reflexion unter Berücksichtigung der zeitgeschichtlichen Umstände.
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, die das pädagogische Wirken Makarenkos anhand zeitgenössischer Dokumente und kritischer Analysen einordnet.
Der Hauptteil analysiert detailliert die Struktur und Eigenschaften des Kollektivs, die verschiedenen Phasen der Erziehung, sowie konkrete Erziehungsmethoden wie das Abteilungs- und Kommandeursystem.
Kollektiverziehung, Makarenko, sowjetische Pädagogik, Arbeitserziehung und Disziplin sind die zentralen Begriffe der Arbeit.
Der Autor zeigt auf, dass Makarenkos Praxis eng mit der politischen Ideologie der Sowjetunion verknüpft war und er diese Ideologie als notwendiges Fundament für sein Erziehungssystem verstand.
Erzieher fungierten als Vorbilder und Organisatoren, die in einem straff geführten „Erzieherkollektiv“ agierten und deren Einfluss mit zunehmender Selbstständigkeit der Zöglinge stetig abnahm.
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