Diplomarbeit, 2008
88 Seiten, Note: 2,0
1. Vorwort
2. Der Exorzismus in der Einschätzung des heutigen Menschen
2.1 Ein Drama mit Todesfolge schockt 1976 die katholische Kirche:
Der Exorzismus an Anneliese Michel aus Klingenberg
2.2 Teufelsaustreibung à la Hollywood:
Der Exorzismus als Stoff für erfolgreiche Horrorfilme
2.3 „Tu was du willst, soll sein das ganze Gesetz“ (Liber Al vel Legis):
Der Satanismus als bleibende Gefahr der Gegenwart
3. Die theologischen Grundlagen für den Exorzismus
3.1 Die Frage nach dem Geheimnis des Bösen und dem Ursprung des Teufels:
Zu kirchlichen Lehrentscheidungen über den Teufel und die Besessenheit
3.2 Der traditionelle Teufelsglaube gerät in die Kritik:
Zum Streitfall um Herbert Haags Plädoyer „Abschied vom Teufel“
4. Die biblischen Grundlagen des Exorzismus
4.1 Der Satan als Gottes Sohn und gefallener Engel:
Zur Entwicklung der Satansfigur im Alten Testament und im apokryphen Schrifttum
4.2 „Und der böse Geist antwortete: Ich heiße Legion, denn wir sind viele“ (Mk 5,9):
Zum Umgang Jesu mit Teufel und Dämonen im Neuen Testament
5. Die Entwicklung des Exorzismus in der Liturgiegeschichte
5.1 Der Exorzismus im Erwachsenenkatechumenat und die Sachbeschwörungen über Dinge:
Zur Geschichte des Exorzismus bis zum Rituale Romanum von 1614
5.2 Ich beschwöre dich, unreiner Geist, verschwinde und fahre aus diesem Geschöpf Gottes:
Zur Darstellung des Exorzismus nach dem Rituale Romanum von 1614 und dessen
Ergänzungen aus dem Jahr 1925
5.3 Der Schock von Klingenberg ruft zum neuen Nachdenken auf:
Zur Kommission von Theologen und Humanwissenschaftlern im Jahre 1982/83
5.4 Der Teufel ist wieder los! (Focus Schlagzeile vom 8.2.99):
Zur erneuerten Fassung des Exorzismus von 1999 und dessen kritische Wertung
6. Der Umgang mit Besessenheit und dem Exorzismus in einer pluralistischen Welt
6.1 Einfach nur verrückt oder tatsächlich vom Teufel besessen?
Zu Besessenheitsphänomenen aus humanwissenschaftlicher Sicht
6.2 Der Teufel wird nicht mehr direkt angesprochen:
Die neuen Ansätze der Liturgie zur Befreiung vom Bösen
7. Auswertung
Die vorliegende Arbeit untersucht den Exorzismus in der katholischen Kirche und hinterfragt, ob er als zeitgemäße liturgische Praxis oder als überholtes Ritual zu betrachten ist. Zentral ist dabei die Auseinandersetzung mit historischen Ereignissen, wie dem Fall Anneliese Michel, sowie die Analyse der dogmatischen Grundlagen des Teufelsglaubens und der liturgischen Entwicklung des Exorzismusrituals.
Der Exorzismus an Anneliese Michel aus Klingenberg
Mit dieser schriftlichen Genehmigung des damaligen Bischofs von Würzburg, Josef Stangl (+ 1979), an Pater Arnold Renz und Pfarrer Ernst Alt wurde die Durchführung des Großen Exorzismus nach dem Rituale Romanum von 1614 an der damals 22jährigen Pädagogikstudentin Anneliese Michel aus Klingenberg am Main legitimiert. Diese bischöfliche Genehmigung war jedoch auch der Anfang einer Kette von unglücklichen Verkettungen rund um die 76malige Durchführung dieses Exorzismus an der jungen Frau, deren trauriger Höhepunkt ihr Tod am 1. Juli 1976 war und dessen Nachwirkungen die katholische Kirche in eine tiefe Debatte über den Sinn und die Verantwortbarkeit eines an einem Menschen durchgeführten Exorzismus stürzten.
Wie sind die Ereignisse in Klingenberg 30 Jahre später zu beurteilen? Welche Konsequenzen sind aus diesem tragischen Fall für das heutige Verständnis von Besessenheit und den damit verbundenen Exorzismus zu ziehen? Hätte der Tod von Anneliese Michel aufgrund von Unterernährung und Entkräftung verhindert werden können, wenn frühzeitig von medizinischer Seite eingegriffen worden wäre? Das erste Kapitel meiner Diplomarbeit versucht, eine annähernde Antwort auf diese Fragen zu finden, ohne jedoch klar von Schuld und Versagen zu sprechen. Der Schwerpunkt liegt auf einer Darstellung der Ereignisse im Fall Klingenberg, ausgehend von der Genehmigung des Exorzismus durch Bischof Stangl im September 1975, bis zur Verurteilung der beiden Priester und der Eltern von Anneliese Michel durch das Landgericht in Aschaffenburg wegen fahrlässiger Tötung zu je 6 Monaten Haft auf Bewährung, sowie einer zusätzlichen Geldstrafe im April 1978.
1. Vorwort: Einleitung in die Thematik mit Verweis auf mediale Popularität und den historischen Fall Anneliese Michel als Ausgangspunkt für die Untersuchung.
2. Der Exorzismus in der Einschätzung des heutigen Menschen: Darstellung des Exorzismus durch den historischen Fall Klingenberg, die mediale Rezeption in Horrorfilmen und die Problematik des Satanismus.
3. Die theologischen Grundlagen für den Exorzismus: Analyse der kirchlichen Lehrmeinungen zum Teufel und die kritische Auseinandersetzung mit Herbert Haags Plädoyer „Abschied vom Teufel“.
4. Die biblischen Grundlagen des Exorzismus: Untersuchung der Entwicklung der Satansfigur in den alttestamentlichen und neutestamentlichen Schriften sowie Jesu Umgang mit Dämonen.
5. Die Entwicklung des Exorzismus in der Liturgiegeschichte: Historischer Abriss der Ritusentwicklung vom Mittelalter über das Rituale Romanum von 1614 bis hin zu den Neufassungen und Kommissionen des 20. Jahrhunderts.
6. Der Umgang mit Besessenheit und dem Exorzismus in einer pluralistischen Welt: Diskussion der Besessenheitsproblematik aus humanwissenschaftlicher Perspektive und Vorstellung alternativer liturgischer Ansätze.
7. Auswertung: Abschließende Reflexion über die Angemessenheit des traditionellen Exorzismus und Plädoyer für neue pastorale Wege.
Exorzismus, Teufel, Besessenheit, Liturgiegeschichte, Anneliese Michel, Satanismus, Rituale Romanum, Dämonologie, Krankheitsphänomene, Befreiung, Theologie, Pastoral, Psychologie, Glaubenspraxis, Christentum.
Die Arbeit untersucht kritisch die Praxis und Bedeutung des Exorzismus in der katholischen Kirche, insbesondere im Kontext moderner medizinischer und psychologischer Erkenntnisse.
Die zentralen Themen sind die Liturgiegeschichte des Exorzismusrituals, die biblische und dogmatische Einordnung des Teufelsbegriffs sowie der Umgang der Kirche mit Besessenheitsphänomenen.
Das Ziel ist es, zu klären, ob der traditionelle Exorzismus heute noch zeitgemäß ist oder ob neue pastorale Modelle, wie die „Liturgie zur Befreiung vom Bösen“, einen besseren Umgang mit leidenden Menschen ermöglichen.
Die Arbeit nutzt eine historisch-analytische Methode, basierend auf theologischen Quellen, liturgischen Texten sowie humanwissenschaftlichen und psychologischen Gutachten.
Der Hauptteil behandelt die biblischen und dogmatischen Grundlagen des Teufels, die Entwicklung des Exorzismusrituals über die Jahrhunderte und die kritische Aufarbeitung des Falles Anneliese Michel.
Wichtige Schlagworte sind Exorzismus, Besessenheit, Liturgiegeschichte, Satanismus, Theologie, Psychologie und Pastoral.
Der Fall dient als tragisches Beispiel für die Grenzen und Gefahren eines unkritischen Einsatzes des traditionellen Exorzismusrituals in einer modernen Zeit.
Sie verzichtet auf eine direkte persönliche Anrede des Teufels und ordnet das Gebet im Rahmen der Krankenpastoral ein, anstatt magische Befreiungserfolge zu suggerieren.
Der Autor erkennt das Böse als ernstzunehmende Realität an, betont jedoch, dass theologische Erklärungsmodelle die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Medizinern nicht ersetzen dürfen.
Die Arbeit zeigt, dass die offizielle Lehre den Teufel zwar als personale Realität betont, jedoch innerhalb der Liturgie reformbedürftige Tendenzen und Diskussionen existieren.
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