Masterarbeit, 2001
65 Seiten, Note: passed/bestanden
1 Einleitung
1.1 Vorbemerkungen zum Thema
2 Die Zielsetzungen der Handelsbilanz und der Steuerbilanz
2.1 Problemstellung und Definition
2.2 Unterschiede zwischen Handels- und Steuerbilanz
2.2.1 Die unterschiedlichen Aufgaben von Handels- und Steuerbilanz
2.2.2 Die Handelsbilanz
2.2.3 Die Steuerbilanz
2.3 Hauptziele der Bilanzpolitik
2.4 Notwendigkeit und Methoden der Steuerbilanzpolitik
3 Die Steuerbilanz als abgeleitete Handelsbilanz
3.1 Motive für die Maßgeblichkeit
3.2 Aufgabe der Maßgeblichkeit
3.3 Umgekehrte Maßgeblichkeit
3.4 Kritische Würdigung
4 Jahresabschlußpolitische Maßnahmen bei ausgewählten Subzielen
4.1 Ausweis eines hohen Gewinns, Vermögens und Eigenkapitals
4.2 Maßnahmen zur Erreichung einer maximalen steuerlichen Gewinnachverlagerung
4.3 Aktionsparameter zur Realisierung der Ziele der Bilanzpolitik i. e. S.
4.4 Maßnahmen vor dem Bilanzstichtag
4.5 Maßnahmen nach dem Bilanzstichtag
5 Zielkonflikte bilanzpolitischer Aktivitäten
5.1 Definition
5.1.1 Die Aktivierung der Herstellungskosten als Mittel der Handels- und/oder Steuerbilanzpolitik
5.1.2 Sofortabschreibung für geringwertige Wirtschaftsgüter
5.1.2.1 Bedeutung der Sofortabschreibung
5.1.2.2 Bedeutung in der Handelsbilanz
5.1.3 Teilwertabschreibungen
5.2 Rücklagepolitische Maßnahmen
5.2.1 Rücklagen
5.2.2 Definition
5.2.3 Möglichkeiten zur Bildung stiller Rücklagen
5.2.4 Ansparrücklage
5.2.4.1 Allgemeines
5.2.4.2 Voraussetzungen der Ansparrücklage
5.2.4.3 Auflösung der Rücklage und Gewinnzuschlag
5.3 Rückstellungsbildung in Handels- und Steuerbilanz
5.3.1 Problemstellung
5.3.2 Erläuterungen zum Rückstellungsbegriff
5.3.3 Passivierungskriterien für Rückstellungen
5.3.4 Bewertung von Rückstellungen
5.3.5 Ansatznormen, die das Steuerentlastungsgesetz 1999/2000/2002 für Rückstellungen vorsieht
6 Zusammenfassende Würdigung und Ausblick
Die Arbeit untersucht die komplexen Zielkonflikte zwischen der Handels- und der Steuerbilanzpolitik, insbesondere vor dem Hintergrund des Maßgeblichkeitsprinzips und dessen Umkehrung, und analysiert die Instrumente der bilanzpolitischen Gestaltung.
3.1 Motive für die Maßgeblichkeit
Ausgangspunkt der Überlegungen zur Maßgeblichkeit war bei ihrer Einführung das Bestreben, ein weitgehend einheitliches Rechnungswesen zu haben, um eine Doppelbelastung der Unternehmen zu vermeiden. Unterschiede in der Zielsetzung und deshalb auch in der Funktion von Handels- und Steuerbilanz wurden dabei weitgehend übergangen. Die Grundvorstellung vom Fiskus als stillen Teilhaber legte nahe, einen objektivierten entnahmefähigen Gewinn auszuweisen, der zwischen Gesellschaftern und Fiskus entsprechend dem Steuersatz aufgeteilt werden sollte. Allerdings stellte sich bald heraus, dass das kaufmännische Vorsichtsprinzip der Handelsbilanz mit dem negativen Zahlungsinteresse des bilanzierenden Kaufmanns gegenüber dem Fiskus konform ging, was das Maßgeblichkeitsprinzip als Schutz vor fiskalischer Begierlichkeit außerordentlich beliebt erscheinen ließ.
Die Folge war eine – letztendlich steuerlich motivierte - stille Rücklagenbildung im Handelsrecht, die über den üblichen Rahmen im internationalen Vergleich weit hinaus ging. Die Gegenmaßnahmen des Fiskus waren: Die Einführung der Maßgeblichkeit, d.h., ein Anknüpfen der Handelsbilanz an die Steuerbilanz. Ziel war, die Minderung einer ertragssteuerlichen Bemessungsgrundlage um den Preis eines Ausschüttungsverzichts zuzulassen. Der Fiskus wird dabei als stiller Teilhaber betrachtet, dem nicht Gewinne vorenthalten werden sollen. Dies führte jedoch neben einer Ausschüttungskürzung zusätzlich zu einer Beeinträchtigung der Informationsfunktion des handelsrechtlichen Jahresabschlusses. Der Vorteil der Vermeidung von Mehrarbeiten einer Bilanzierung nur für Steuerzwecke wurde allerdings mit dem erheblichen Nachteil erkauft, das divergierende Zwecke der Handels- und Steuerbilanz, unterschiedliche, mit den Bilanzen verfolgte Zielsetzungen der Bilanzersteller sowie abweichende Interessenlagen der Bilanzadressaten zu permanenten Konflikten bei der praktischen Bilanzerstellung führen.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Bilanzpolitik ein, definiert zentrale Begriffe und benennt die wesentlichen Bilanzadressaten.
2 Die Zielsetzungen der Handelsbilanz und der Steuerbilanz: Dieses Kapitel erläutert die unterschiedlichen Funktionen und Zielsetzungen von Handels- und Steuerbilanz sowie die Methoden der Steuerbilanzpolitik.
3 Die Steuerbilanz als abgeleitete Handelsbilanz: Hier wird das Maßgeblichkeitsprinzip und dessen Umkehrung im Detail untersucht, sowie die Notwendigkeit der steuerlichen Ausrichtung der Handelsbilanz.
4 Jahresabschlußpolitische Maßnahmen bei ausgewählten Subzielen: Dieses Kapitel stellt konkrete bilanzpolitische Instrumente und Maßnahmen vor, die vor und nach dem Bilanzstichtag Anwendung finden.
5 Zielkonflikte bilanzpolitischer Aktivitäten: Es werden spezifische Zielkonflikte analysiert, etwa bei der Aktivierung von Herstellungskosten und der Rücklagen- bzw. Rückstellungsbildung.
6 Zusammenfassende Würdigung und Ausblick: Der abschließende Teil fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung durch die Internationalisierung der Rechnungslegung.
Bilanzpolitik, Steuerbilanz, Handelsbilanz, Maßgeblichkeitsprinzip, umgekehrte Maßgeblichkeit, Jahresabschluss, Steuerbelastung, Rückstellungen, stille Reserven, Gewinnermittlung, Betriebswirtschaftliche Steuerlehre, Bilanzadressaten, Ausschüttungspolitik, Steuerentlastungsgesetz.
Die Arbeit analysiert die Zielkonflikte, die aus dem Zusammenspiel von handelsrechtlicher Rechnungslegung und steuerrechtlichen Gewinnermittlungsvorschriften resultieren.
Im Mittelpunkt stehen das Maßgeblichkeitsprinzip, die steuerliche Beeinflussung des Jahresergebnisses, die Bildung stiller Reserven sowie die Auswirkungen gesetzlicher Anforderungen auf die Bilanzgestaltung.
Das Ziel ist es, die Auswirkungen der Bilanzpolitik auf die Handels- und Steuerbilanz darzustellen und zu zeigen, wie Unternehmen diese Instrumente zur Steuerminimierung und Gewinnbeeinflussung nutzen.
Es handelt sich um eine theoretische Analyse auf Basis der bestehenden Fachliteratur, aktueller Gesetzgebung sowie handels- und steuerrechtlicher Grundsätze.
Der Hauptteil befasst sich mit den verschiedenen Bilanzierungsspielräumen, konkreten Maßnahmen vor und nach dem Bilanzstichtag sowie der detaillierten Kritik an der sogenannten "Deformierung" der Handelsbilanz durch steuerliche Zielsetzungen.
Die zentralen Begriffe sind Bilanzpolitik, Maßgeblichkeitsprinzip, umgekehrte Maßgeblichkeit, Steuerbilanz, Gewinnermittlung und Jahresabschluss.
Es bedeutet, dass steuerrechtliche Wahlrechte in der Steuerbilanz nur dann in Anspruch genommen werden können, wenn diese auch in der Handelsbilanz umgesetzt wurden.
Der Autor prognostiziert, dass der bisherige Grundsatz der Maßgeblichkeit durch die internationale Ausrichtung unter Druck gerät und in Zukunft eine stärkere Abkopplung der Steuerbilanz vom handelsrechtlichen Abschluss erforderlich sein wird.
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