Masterarbeit, 2018
96 Seiten, Note: sehr gut
1 Einleitung
2 Grundlagen
2.1 Briseïs
2.1.1 Briseïs in der Ilias
2.1.2 Briseïs vor und nach dem Trojanischen Krieg
2.2 Achill
2.2.1 Grundsätzliche Charakterisierung
2.2.2 Achills Herkunft
2.3 Ehre in der Antike
2.3.1 Grundsätzliche Überlegungen
2.3.2 Ehre als bestimmendes Element
2.3.3 Ehre und Macht
2.4 Liebe in der Antike
2.4.1 Liebe in Homers Epen
2.4.2 Liebesterminologie
2.4.3 Facetten der Liebe
2.4.4 Homoerotische Liebe
2.5 Kontext der Ilias in der archaischen Zeit
3 Achill und Briseïs in der Ilias
3.1 Einleitende Angaben
3.2 Achills Ehre als Krieger
3.3 Bezüge auf die „sexuelle Ehre als Mann“
3.4 Gleichgültigkeit oder Ablehnung
3.5 Anspielungen auf Liebe und Sexualität
3.6 Vergleich mit Achill und Patroklos
3.7 Schlussfolgerung aus den Homer-Stellen
4 Achill und Briseïs in der römischen Dichtung
4.1 Properz
4.1.1 Briseïs als Symbol für Liebeskummer
4.1.2 Briseïs’ Trauer um Achill
4.1.3 Briseïs’ Tränen
4.1.4 Körperliche Liebe während des Krieges
4.1.5 Schlussfolgerung aus Properz-Stellen
4.2 Ovid
4.2.1 Amores
4.2.2 Heroides
4.2.3 Ars amatoria
4.2.4 Remedia amoris
4.2.5 Tristia
4.3 Horaz
4.4 Martial
4.5 Ilias Latina
4.5.1 Einleitende Ausführungen
4.5.2 Analyse relevanter Textstellen
4.5.3 Schlussfolgerung zu den Stellen aus der Ilias Latina
5 Fazit
Die Arbeit untersucht die Darstellung der Verbindung zwischen dem Helden Achill und der Kriegsgefangenen Briseïs sowohl in Homers Ilias als auch in der lateinischen Dichtung des ersten vor- und nachchristlichen Jahrhunderts, um die zentrale Forschungsfrage zu klären, ob diese Beziehung primär durch den antiken Ehrenkodex oder durch emotionale Liebesgefühle bestimmt wird.
3.3 Bezüge auf die „sexuelle Ehre als Mann“
Auf Nestors Rat hin entscheidet sich Agamemnon für die Versöhnung mit Achill. Der Wert der Gaben, die Agamemnon nun Achill schenken will, ist ein Massstab für die erlittene Ehrverletzung. Nimmt Achill die Entschädigung an, wird sein Status höher sein als vor der Schmähung. Agamemnon verspricht Achill unter anderem Güter, Gold und Städte. Zudem soll er nicht nur Briseïs zurückerhalten. Agamemnon bietet Achill sieben Beutefrauen und eine seiner drei Töchter zur Frau an (Il. 9.144-153). Damit würde Achill zu Agamemnons Schwiegersohn. Für Agamemnon ist Briseïs eine Sklavin unter vielen, und er geht offensichtlich nicht davon aus, dass Achill diese als Geliebte oder gar potentielle Gattin sehen könnte. Ansonsten würde er kaum eine Hochzeit zwischen Achill und einer seiner Töchter vorschlagen. Agamemnon macht einen Schritt auf Achill zu, äussert aber auch Forderungen. Er erwartet, dass Achill nicht so unversöhnlich und unbezwinglich ist, wie der meistgehasste Gott, Hades. Vor allem aber verlangt er zugleich, dass sich Achill ihm unterordne, weil er „königlicher“ und älter sei (Il. 9.158-161). Die Entschädigung der Ehrverletzung soll das Machtgefüge nicht verändern.
Einen neuen Aspekt findet sich indes in Agamemnons Beteuerung, er habe nicht mit Briseïs geschlafen. Beim Streit zwischen Achill und Agamemnon geht es folglich nicht nur um die „Ehre als Kriegshelden“ beziehungsweise um die Position im Machtgefüge. Mit dieser Bemerkung wird auch an die „Ehre als Mann“ appelliert. Agamemnon will damit sicherstellen, dass er die „sexuelle Ehre“ Achills nicht verletzt hat.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung des Trojastoffes für die Populärkultur ein und stellt die zentrale Forschungsfrage zur Darstellung der Beziehung zwischen Achill und Briseïs im Wandel der Antike vor.
2 Grundlagen: Dieses Kapitel erarbeitet die begrifflichen Voraussetzungen zu den Figuren Achill und Briseïs sowie zu den antiken Werten von Ehre, Liebe und Homosexualität.
3 Achill und Briseïs in der Ilias: Hier erfolgt eine detaillierte textanalytische Untersuchung aller relevanten Passagen aus der Ilias, kategorisiert nach Ehre, sexueller Ehre, negativen Emotionen und Anspielungen auf Liebe.
4 Achill und Briseïs in der römischen Dichtung: Dieser Hauptteil analysiert, wie lateinische Dichter wie Properz, Ovid, Horaz, Martial und der Autor der Ilias Latina die homerische Vorlage rezipieren, umdeuten und in einen neuen Kontext von Leidenschaft und Elegie setzen.
5 Fazit: Das Fazit beantwortet die eingangs aufgestellten Leitfragen und synthetisiert die Ergebnisse über die unterschiedlichen Darstellungsweisen von Ehre und Liebe bei Homer und den römischen Dichtern.
Achill, Briseïs, Ilias, Ehre, Liebe, Antike, Homer, Properz, Ovid, Kriegsbeute, Liebeskummer, römische Dichtung, Ilias Latina, soziale Ehre, sexuelle Ehre.
Die Arbeit analysiert die Beziehung zwischen dem griechischen Helden Achill und seiner Kriegsgefangenen Briseïs. Dabei wird untersucht, ob ihr Verhältnis in der antiken Literatur eher durch den sozialen Status der Ehre oder durch eine persönliche Liebesbeziehung geprägt dargestellt wird.
Die zentralen Themen sind das Verständnis von Ehre (timē) in der homerischen Welt, die verschiedenen Facetten der Liebe (Eros vs. Philia) in der Antike, die Transformation von Kriegsszenarien in Liebesdichtung sowie die Rezeptionsgeschichte dieses speziellen Trojastoff-Motivs.
Das Ziel ist es, detailliert zu beantworten, wie Homer das Verhältnis darstellt, wie die späteren römischen Dichter dieses Motiv interpretierten und welche Unterschiede in der Darstellung von Achill und Briseïs durch diese verschiedenen literarischen Gattungen entstanden sind.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Textanalyse der Ilias-Stellen anhand eigener Übersetzungen, ergänzt durch die Auswertung antiker Iliasscholien sowie die vergleichende Untersuchung der lateinischen Dichtung (Elegie und Epos) unter Einbeziehung relevanter Sekundärliteratur.
Der Hauptteil gliedert sich in zwei große Blöcke: Zunächst die systematische Analyse der Homer-Stellen nach verschiedenen Kategorien (Ehre, sexuelle Ehre, Ablehnung, Liebe). Danach folgt die Untersuchung der römischen Dichter, wobei Properz und Ovid als elegische Interpreten sowie die Ilias Latina als Zusammenfassung im Fokus stehen.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Achill, Briseïs, Ehre, Liebe, Ilias, Kriegsbeute, römische Dichtung und Ilias Latina.
Während Briseïs in der Ilias eine eher passive und "shadowy figure" bleibt, deren Schicksal in den Dienst der Ehre Achills gestellt ist, rücken die römischen Dichter sie in den Mittelpunkt einer Liebesgeschichte, in der Achill weniger als Krieger, sondern vielmehr als leidender Liebhaber agiert.
Dieser Aspekt wird als entscheidendes Motiv bei der Streitführung zwischen Achill und Agamemnon herausgearbeitet. Die Beteuerung Agamemnons, Briseïs nicht angefasst zu haben, dient dazu, eine irreversible Verletzung der männlichen Ehre Achills zu vermeiden, was die diplomatischen Spannungen im Lager der Griechen maßgeblich beeinflusst.
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