Masterarbeit, 2019
114 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation
1.2 Ziel der Arbeit und Vorgehensweise
2 Theoretischer Bezugsrahmen
2.1 Bestimmung der Definitionen und Herausarbeitung der Merkmale
2.1.1 Definition und Merkmale einer Mischnutzung
2.1.2 Definition und Merkmale von hybriden Gebäuden
2.1.3 Der Unterschied zwischen dem Begriff der Mischnutzung und des hybriden Gebäudes
2.1.4 Fazit zum Kapitel ‚Bestimmung der Definitionen und Herausarbeitung der Merkmale‘
2.2 Historischer Überblick
2.2.1 Historische Einordnung der Mischnutzung
2.2.2 Die ‚funktionale Stadt‘ - Funktionstrennung zu Zeiten Le Corbusiers und CIAM
2.2.3 Rockefeller Center – Erneuerung des Stadtgefüges durch ein multifunktionales Gebäude
2.2.4 Der Otterlo-Kongress – zurück zu mischgenutzten, multifunktionalen Gebäuden
2.2.5 Fazit zum Kapitel ‚Historischer Überblick‘
3 Case-Studies
3.1 Markthal von MVRDV in Rotterdam
3.2 BLOX von OMA in Copenhagen
3.3 Elbphilharmonie von Herzog & de Meuron in Hamburg
3.4 Museum Plaza von REX in Louisville (Entwurf)
3.5 Fazit zum Kapitel ‚Case-Studies‘
4 Transfer auf den Entwurf eines Zentrums für mediale Kunst
4.1 Gesellschaftliche Situation
4.2 Ziel des Entwurfs des ZMK
4.3 Lage
4.4 Architektur
4.5 Konstruktion
4.6 Fassadenstudie
4.7 Außenplanung des Grundstücks
4.8 Fazit zu dem Kapitel ‚Transfer auf den Entwurf eines Zentrums für mediale Kunst‘
5 Schlussfolgerungen
Das Hauptziel dieser Master-Thesis besteht in der Analyse hybrider Gebäudestrukturen, um daraus Entwurfsprinzipien für ein Zentrum für mediale Kunst (ZMK) in Köln abzuleiten. Die Arbeit hinterfragt die klassische Typologie von Museen und untersucht, wie durch Mischnutzungskonzepte Synergieeffekte erzeugt und die Interaktion zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Akteuren im Zeitalter der Digitalisierung gefördert werden kann.
2.1.2 Definition und Merkmale von hybriden Gebäuden
Ähnlich wie bei den Mischnutzungen handelt es sich bei einer hybriden Gebäudestruktur um eine Gebäudeform, die sich aus unterschiedlichen, nicht miteinander korrespondierenden Formen zusammensetzt. Das Zusammenfügen unterschiedlicher Programme erzeugt in einem hybriden Gebäude allerdings einen Übergang, der das Potential hat, einen Mehrwert zu schaffen. Dadurch, dass disparate Typologien in einen Zusammenhang gebracht werden, entsteht bei einem hybriden Gebäude eine neue architektonische Form. Ein hybrides Gebäude ist demnach nicht vergleichbar mit bestehenden Typologien, sondern zeichnet sich durch einen eigenen Charakter aus.
In den folgenden Abschnitten werden die charakteristischen Eigenschaften von hybriden Gebäuden herausgearbeitet.
In der Publikation ‚This is Hybrid‘ beschreibt Javier Mozas typische Eigenschaften einer hybriden Struktur anhand folgender Kategorien: den Charakter, die Nutzer, die Form, die Typologie, den Hybridisierungsprozess, die Programmbausteine, die Dichte, die Größe und den städtebaulichen Aspekt. Diese Kategorien werden im Folgenden kurz erläutert.
Der Charakter einer hybriden Gebäudestruktur ist nach Mozas geprägt durch eine komplexe und vielfältige Programmmischung aus diversen autonomen Aktivitäten. Der Entwurf eines Gebäudes orientiert sich an keinem bestehenden Vorgängermodell und stellt daher eine innovative Konzeption für den Architekten dar. Auf diese Weise kann ein innovativer, neuer Ansatz erarbeitet werden, der bestehende Strukturen und Zusammensetzungen von Programmen in Frage stellt. Auf diese Weise entwickelt das Gebäude eine Eigenständigkeit, die von den unterschiedlichen Nutzungen geprägt ist und somit die Einzigartigkeit des Gebäudes hervorhebt. Durch das Aufeinandertreffen der unterschiedlichen Programme (z.B. Ausstellung und Sporthalle, oder Markthalle und Wohnen) entstehen neuartige Verbindungen und Situationen. So kann es zu zufälligen Begegnungen von verschiedenen Nutzergruppen kommen, die die Interaktion der Menschen verstärken können. Die Programme können sich gegenseitig begünstigen und profitieren von den Vorteilen des Zusammenlebens. An dieser Stelle ist es allerdings hervorzuheben, dass die einzelnen, öffentlichen oder privaten Programme in der gemeinsamen, hybriden Gebäudestruktur eher eine untergeordnete Rolle spielen. Das Zusammenwirken der einzelnen Facetten und das Herausbilden einer neuen Gesamtform sind stattdessen von entscheidender Bedeutung.
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Ausgangssituation und das Ziel, ein Zentrum für mediale Kunst als edukative Austauschplattform zu entwickeln.
2 Theoretischer Bezugsrahmen: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Mischnutzung und hybride Gebäude und ordnet sie historisch in den Kontext der städtebaulichen Entwicklung ein.
3 Case-Studies: Hier erfolgt eine vertiefende Analyse aktueller hybrider Bauwerke, um wiederkehrende architektonische Prinzipien und Synergieeffekte zu identifizieren.
4 Transfer auf den Entwurf eines Zentrums für mediale Kunst: In diesem Kapitel werden die theoretischen Erkenntnisse und Analyseergebnisse auf den konkreten Entwurf des ZMK in Köln übertragen.
5 Schlussfolgerungen: Das Fazit fasst die Potentiale hybrider Gebäude zusammen und reflektiert die Grenzen sowie die besonderen Herausforderungen bei ihrer Umsetzung.
Mischnutzung, Hybride Gebäude, Zentrum für mediale Kunst, ZMK, Digitalisierung, Stadtentwicklung, Urbane Mischung, Architektur, Raumprogramm, Interaktion, Wissensgesellschaft, Kulturinstitution, Funktionstrennung, Städtebau, Nachhaltigkeit.
Die Arbeit untersucht die Charakteristika und das Potential von Mischnutzungen in der Architektur, insbesondere unter dem Fokus auf hybride Gebäudestrukturen und deren Anwendung auf kulturelle Einrichtungen.
Zentrale Themen sind die Abgrenzung von Mischnutzung und hybriden Gebäuden, die historische Entwicklung der Funktionstrennung vs. urbanen Mischung sowie aktuelle Fallbeispiele hybrider Baukonzepte.
Das Ziel ist die Erarbeitung von Entwurfsprinzipien für ein Zentrum für mediale Kunst in Köln, das über eine klassische Museumstypologie hinausgeht und als hybrider Begegnungsraum zur Interaktion einlädt.
Die Autorin nutzt eine Literatur- und Theorieanalyse sowie die Untersuchung und den Vergleich spezifischer architektonischer Fallbeispiele nach 2000, um daraus abstrahierbare Entwurfsprinzipien zu gewinnen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, einen historischen Überblick, die detaillierte Analyse von Case-Studies wie der Markthal Rotterdam und der Elbphilharmonie Hamburg sowie den Transfer dieser Erkenntnisse auf einen eigenen Entwurf.
Zu den prägenden Begriffen gehören Mischnutzung, hybride Gebäude, ZMK (Zentrum für mediale Kunst), Digitalisierung, Interaktion und urbane Qualität.
Das ZMK verfolgt keinen monofunktionalen Ansatz. Durch die Integration von Wohnen, Co-Working und Freizeitbereichen soll das Gebäude als lebendiger, rund um die Uhr genutzter Ort und als Schnittstelle zwischen Forschung, Bildung und Öffentlichkeit fungieren.
Die Digitalisierung wird als eine zu vermittelnde Kulturtechnik verstanden. Die Architektur des ZMK soll hierfür spezifische Räumlichkeiten schaffen, die den Dialog und die Reflexion über digitale Medien im Alltag aktiv unterstützen.
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