Masterarbeit, 2020
81 Seiten, Note: 1,0
1. Der Einkauf – Träger des Wandels
2. Betrachtungsfeld
2.1 Auktionen in der Beschaffung
2.1.1 Auktion – ein neues altbekanntes Instrument?
2.1.2 Auktion – prozessuale Einordnung
2.1.3 Auktion – eine effektive Form der Verhandlung?
2.2 Auktion – eine warengruppenspezifische Eingrenzung
2.2.1 Auktionseignung im Rahmen des Strategischen Beschaffungsmanagements
2.2.2 Aluminiumdruckguss – warengruppenspezifische Zuordnung
3. Auktionen und Parameter
3.1 Auktionsformen
3.2 Gestaltungsaspekte und beeinflussende Faktoren von Auktionsdesigns
3.2.1 Prämissen und Spielregeln einer Auktion
3.2.2 Varianz von Bieterlisten
3.2.3 Anzahl der teilnehmenden Bieter
3.2.4 Risikoeinstellung der Bieter
3.2.5 Gegenseitige Abhängigkeit der Auktionsgutsbewertung
3.2.6 Asymmetrische Kostenverteilung zwischen den Bietern
3.2.7 Transparenzen – Anzahl der Bieter, Bieteridentitäten, Gebote
3.2.8 Reservations- und Eintrittspreise
3.2.9 Beendigung von Auktionen und Gebotsinkremente
3.2.10 Berücksichtigung mehrerer Attribute
3.2.11 Zeitliche Abfolge bei Mehrgüterauktionen
3.2.12 Einfluss nicht-rationaler Aspekte
3.3 Leitfaden zur zielgerichteten Anwendung von Auktionen
4. Kritische Betrachtung und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Anwendung und Gestaltung von Beschaffungsauktionen, insbesondere für Aluminiumdruckgussbauteile in der Automobilindustrie, um Einkaufsprozesse effizienter zu gestalten und Einsparpotenziale durch einen strukturierten, leitfadengestützten Ansatz zu realisieren.
Auktion – eine effektive Form der Verhandlung?
Abgesehen von der Steigerung der Prozessdisziplin liegt der primäre Beweggrund, sich Auktionen in der Beschaffung zu Nutze zu machen, bei der Minimierung der Einstandspreise. Durch die dynamische Preisbildung wird, verglichen mit der konventionellen Verhandlung, ein deutlich größerer Preisdruck auf die Lieferanten ausgeübt, da die Bieter unmittelbar auf die Gegengebote zu reagieren haben. Keine Verhandlungsstrategie kann den Bieter glaubhafter von seiner fehlenden Wettbewerbsfähigkeit überzeugen als wenn er es selbst sieht. Der Erfolg dieser Intensivierung des Wettbewerbs spiegelt durchschnittlich realisierte Preissenkungen in Höhe von 10-20 % wider. Darüber hinaus haben Auktionen im Vergleich zu klassischen Verhandlungen den Vorteil, dass der Auktionator durch die Festlegung des Auktionsdesigns seine Verhandlungsmacht stärkt. So zeigten Versuchsreihen, dass sich die Preise stets zum Nachteil des Preisinitiators entwickeln, dessen Position bei einer typischen Einkaufsauktion die bietenden Lieferanten einnehmen. Diejenige Partei, die kein Angebot abzugeben hat, erzielt ein besseres Ergebnis. Als positiver Nebeneffekt erhöhen Auktionen zusätzlich die interne Transparenz, da sich durch die einfache Dokumentation des Auktionsverlaufs die Vergabeentscheidung belegen lässt.
Eine Hauptproblematik der klassischen Verhandlung liegt darin, dass beide Seiten unvollständige Informationen besitzen. So kennt der Einkäufer nicht den Mindestpreis des Lieferanten und dieser wiederum kennt nicht die Zahlungsbereitschaft des Einkäufers. Dadurch besteht die Gefahr, getrieben durch übermäßige Forderungen bei der Seiten, dass keine Einigung erzielt wird. Dies kann von großen Verzögerungen durch mehrfach wiederholte Verhandlungen bis hin zum kompletten Verhandlungsabbruch führen. Hinzukommend hat der Einkaufsprozess ähnliche Verhandlungen mit mehreren Lieferanten sequenziell durchzuführen, was einen enormen Zeitaufwand erfordert. Eine Auktion hingegen parallelisiert diese Verhandlungsrunden und forciert bei einem durchdachten Design ein Verhandlungsergebnis. Dies kann zu einer Verkürzung des gesamten Beschaffungsprozesses um bis zu 50 % führen. Neben der Senkung der Prozesskosten ermöglicht dies Zeitersparnis auch einen Zeitvorteil am Absatzmarkt, was besonders bei den kürzer werdenden Produktlebenszyklen von Vorteil ist.
1. Der Einkauf – Träger des Wandels: Beleuchtet den Wandel der Automobilindustrie und die daraus resultierende Notwendigkeit für Einkäufer, als aktive Unternehmensgestalter durch neue Instrumente wie Auktionen Wettbewerbsvorteile zu sichern.
2. Betrachtungsfeld: Definiert die Rolle von Auktionen in der Beschaffung und analysiert, für welche Warengruppen – insbesondere Aluminiumdruckguss – ihr Einsatz strategisch sinnvoll ist.
3. Auktionen und Parameter: Detaillierte Untersuchung verschiedener Auktionsdesigns, Gestaltungsfaktoren (z.B. Bieterverhalten, Informationstransparenz) und deren Auswirkungen auf das Auktionsergebnis sowie Vorstellung eines praktischen Leitfadens.
4. Kritische Betrachtung und Ausblick: Diskutiert kritische Stimmen zum Einsatz von Auktionen und unterstreicht die Notwendigkeit ganzheitlicher Ansätze sowie interner Schulungen, um den Erfolg von Auktionsprojekten nachhaltig zu sichern.
Beschaffungsauktionen, Automobilindustrie, Aluminiumdruckguss, Einkaufsstrategie, Auktionsdesign, Bieterverhalten, Preisbildung, Verhandlungsmacht, Strategisches Beschaffungsmanagement, Transparenz, Prozesskosten, Auktionstheorie, Spieltheorie, Leitfaden, Lieferantenmanagement.
Die Arbeit befasst sich mit der Konzeption eines Leitfadens für den zielgerichteten Einsatz von Auktionen als Verhandlungsinstrument innerhalb des Beschaffungsprozesses von Aluminiumdruckgussbauteilen in der Automobilindustrie.
Die Arbeit behandelt die theoretischen Grundlagen von Auktionsmodellen, deren Eignung für bestimmte Materialgruppen, die spieltheoretischen Einflüsse verschiedener Auktionsparameter auf das Ergebnis sowie die praktische Implementierung in Unternehmen.
Das Ziel ist es, Einkäufern eine leicht verständliche Entscheidungsgrundlage zu bieten, um Auktionen passgenau zu gestalten und damit ein optimales Ergebnis in Bezug auf Preis, Prozesskosten und Lieferantenbeziehung zu erzielen.
Die Arbeit stützt sich auf eine umfassende Analyse der auktions- und spieltheoretischen Literatur, um diese Erkenntnisse anschließend in einen anwendungsorientierten, grafischen Leitfaden für die betriebliche Praxis zu überführen.
Der Hauptteil analysiert die prozessuale Einordnung von Auktionen, verschiedene Auktionsformen (z.B. englisch, japanisch, holländisch) und eine Vielzahl von Designparametern, wie etwa Bieteranzahl, Risikoeinstellung der Bieter oder die Ausgestaltung von Gebotsinkrementen.
Kernbegriffe sind Beschaffungsauktionen, Automobilindustrie, Auktionsdesign, Strategisches Beschaffungsmanagement, Spieltheorie und Prozesskostenoptimierung.
Aluminiumdruckgussbauteile sind für die Automobilindustrie strategisch relevant. Die Arbeit untersucht, wie sich die spezifischen Markt- und Komplexitätseigenschaften dieser Warengruppe für den Einsatz von Auktionsverfahren eignen.
Der Leitfaden dient als grafisches Entscheidungsinstrument, das Praktikern dabei hilft, basierend auf den Gegebenheiten des Sourcing-Projekts die für den Einzelfall am besten geeignete Auktionsform und -gestaltung zu wählen.
Die Arbeit erkennt an, dass rein rationale Modelle die Realität nicht immer abbilden. Sie diskutiert psychologische Phänomene wie den "Winner's Curse" oder den "Pseudo-Endowment-Effect", die das Bieterverhalten beeinflussen können.
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