Bachelorarbeit, 2020
92 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Merkmale und Besonderheiten von kleinen und mittleren Unternehmen
2.1 Definition von kleinen und mittleren Unternehmen, Möglichkeiten und Grenzen
2.1.1 Quantitative Merkmale
2.1.2 Qualitative Merkmale
2.2 Volkswirtschaftliche Bedeutung
3 Grundlagen der Unternehmensbewertung
3.1 Wert und Preis
3.2 Werttheorien
3.2.1 Objektive Werttheorie
3.2.2 Subjektive Werttheorie
3.2.3 Funktionale Werttheorie
3.3 Funktionen der Unternehmensbewertung
3.3.1 Hauptfunktionen
3.3.2 Nebenfunktionen
3.4 Anlässe der Unternehmensbewertung
3.4.1 Transaktionsbezogene Bewertungsanlässe
3.4.1.1 Dominierte Bewertungsanlässe
3.4.1.2 Nicht dominierte Bewertungsanlässe
3.4.2 Nicht transaktionsbezogene Bewertungsanlässe
4 Bewertungsverfahren
4.1 Einzelbewertungsverfahren
4.1.1 Substanzwertverfahren
4.1.2 Liquidationswertverfahren
4.2 Gesamtbewertungsverfahren
4.2.1 Ertragswertverfahren
4.2.2 Discounted Cashflow-Verfahren
4.2.3 Multiplikatorverfahren
4.2.4 Realoptionsverfahren
4.2.5 Schwartz/Moon Modell
4.3 Mischverfahren
4.3.1 Mittelwertverfahren
4.3.2 Übergewinnverfahren
5 Bewertung von kleinen und mittleren Unternehmen
5.1 Grenzen der Aussagefähigkeit eines Unternehmenswertes von kleinen und mittleren Unternehmen
5.2 Besonderheiten bei der Bewertung von KMU
5.2.1 Besonderheiten bei der Prognose künftiger Cashflows
5.2.1.1 Personenbezogene Einflüsse und Besonderheiten
5.2.1.2 Besonderheiten bei der Unternehmensanalyse
5.2.2 Besonderheiten bei der Ableitung der Kapitalkosten
5.2.3 Berücksichtigung von Insolvenzrisiken
5.2.4 Berücksichtigung einer mangelnden Fungibilität
5.3 Bewertungsverfahren für KMU in der Praxis
6 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit analysiert die spezifischen Besonderheiten und Herausforderungen bei der Unternehmensbewertung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU). Das Ziel besteht darin, ein tieferes Verständnis für die Problemstellungen zu schaffen, die sich durch die KMU-spezifischen Merkmale ergeben, und praxisrelevante Anwendungshinweise für die Wahl und Durchführung geeigneter Bewertungsverfahren abzuleiten.
3.2.1 Objektive Werttheorie
Die objektive Werttheorie besagt, dass Gegenstände ungeachtet subjektiver Nutzenpräferenzen einen eigenen Wert haben. In Bezug auf die Unternehmensbewertung entsteht dieser Wert durch die individuellen Erfolgspotentiale von Unternehmen, welche für jede Person enthalten sind. Dabei wird kein Bezug auf die jeweiligen Käufer oder Verkäufer genommen. Da die in eine Unternehmensbewertung involvierten Parteien Käufer und Verkäufer allerdings subjektive Normen und Grundsätze für die Bewertung heranziehen können, wurden Gründe formuliert, welche die Existenz der objektiven Werttheorie rechtfertigen.
Dabei wird unter anderem die mangelnde Fähigkeit eines Subjektes zur Beurteilung der bewertungsrelevanten Eigenschaften angeführt. Die objektive Werttheorie berücksichtigt keine individuellen und subjektiven Interessen und strategischen Vorstellungen von Käufer und Verkäufer. Da es sich bei einem ermittelten Unternehmenswert allerdings um eine Subjekt-Objekt-Beziehung handelt, ist ein objektiver Unternehmenswert nicht ermittelbar. Zur Sicherung der Existenzberechtigung der objektiven Werttheorie, hat das IDW den objektivierten Unternehmenswert als Ausgangslage zur Ermittlung subjektiver Unternehmenswerte etabliert.
Dabei handelt es sich um einen Zukunftserfolgswert, unter Annahme eines unveränderten Unternehmenskonzeptes und Berücksichtigung aller realistischen Zukunftserwartungen. Mit der Berücksichtigung wertrelevanter steuerlicher Verhältnisse der Anteilseigner fließen hierbei jedoch subjektive Eigenschaften in die Bewertung mit ein. Der objektivierte Unternehmenswert wird häufig als Informationsgrundlage durch neutrale Wirtschaftsprüfer ermittelt. In Ihrer Gesamtheit besagen alle objektiven Werttheorien, dass jeder Sache oder jedem Ding Eigenschaften zugeordnet werden, wobei der „Wert“ eine dieser Eigenschaften darstellt. In Bezug auf die Unternehmensbewertung entsteht daraus die Schlussfolgerung, dass für jedes Unternehmen ein objektivierbarer und allgemeingültiger Wert bestimmbar ist.
1 Einleitung: Die Einleitung unterstreicht die Relevanz der Unternehmensbewertung für KMU im Kontext anstehender Generationenwechsel und definiert das Ziel der Arbeit, spezifische Bewertungsbesonderheiten zu analysieren.
2 Merkmale und Besonderheiten von kleinen und mittleren Unternehmen: Dieses Kapitel differenziert KMU anhand quantitativer und qualitativer Merkmale und erläutert deren volkswirtschaftliche Bedeutung.
3 Grundlagen der Unternehmensbewertung: Hier werden theoretische Grundlagen wie Werttheorien, Funktionen der Bewertung sowie die für die Praxis relevanten Bewertungsanlässe fundiert.
4 Bewertungsverfahren: Das Kapitel bietet eine strukturierte Übersicht und methodische Herleitung der in der Praxis gebräuchlichen Einzel-, Gesamt- und Mischverfahren.
5 Bewertung von kleinen und mittleren Unternehmen: Dieses Kernkapitel diskutiert kritisch die Herausforderungen bei der Bewertung von KMU, insbesondere in Bezug auf Cashflow-Prognosen, Kapitalkosten, Insolvenzrisiken und Fungibilität.
6 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont, dass keine KMU-spezifischen Verfahren existieren, sondern eine Anpassung etablierter Methoden an die spezifischen Risiken und Merkmale der KMU notwendig ist.
Unternehmensbewertung, KMU, Ertragswertverfahren, Discounted Cashflow-Verfahren, Multiplikatorverfahren, Kapitalkosten, CAPM, Betafaktor, Insolvenzrisiko, Fungibilität, Personenbezogenheit, Unternehmensnachfolge, Bewertungsanlass, Unternehmensanalyse, Cashflow-Prognose.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen Verfahren und den praktischen Besonderheiten der Bewertung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU).
Sie umfasst die begriffliche Einordnung von KMU, die theoretischen Grundlagen der Unternehmensbewertung, die gängigen Bewertungsmethoden sowie die spezifischen Problemfelder wie Datenqualität, Personenbezogenheit und Risikoberücksichtigung.
Das Ziel ist es, ein Bewusstsein für die Problemstellungen bei der Bewertung von KMU zu schaffen und aufzuzeigen, wie vorhandene Verfahren durch Anpassungen für diesen Unternehmenssektor nutzbar gemacht werden können.
Es handelt sich um eine systematische Analyse auf Basis aktueller Fachliteratur, wissenschaftlicher Publikationen, gesetzlicher Vorgaben (z.B. HGB, IDW-Standards) und empirischer Studien.
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen der Bewertungslehre dargelegt, gefolgt von einer detaillierten Analyse und kritischen Diskussion der KMU-spezifischen Faktoren, die den Unternehmenswert maßgeblich beeinflussen.
Zentrale Begriffe sind Unternehmensbewertung, KMU, Ertragswertverfahren, DCF-Verfahren, Multiplikatoren, Risikoanpassung und Personenbezogenheit.
Da KMU meist nicht börsennotiert und häufig nicht ausreichend diversifiziert sind, stoßen auf Kapitalmarktdaten basierende Modelle wie das CAPM auf Anwendungsprobleme, die alternative Ansätze erforderlich machen.
Aufgrund der engen Verbindung zwischen Inhaber und Betrieb ist die Ertragskraft oft personenbezogen und nicht ohne weiteres übertragbar, was bei der Prognose zukünftiger Cashflows und der Planung zwingend berücksichtigt werden muss.
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