Examensarbeit, 2006
157 Seiten, Note: 1.0
Didaktik für das Fach Englisch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen des frühen Fremdsprachenunterrichts in der Grundschule
2.1 Allgemeine Erläuterung der Begriffe früher Fremdsprachenunterricht - Fremdsprachenfrühbeginn
2.2 Früher Fremdsprachenunterricht aus historischer Perspektive
2.3 Spracherwerbstheorien
2.3.1 Erstspracherwerb
2.3.2 Zweit- und Fremdspracherwerb
2.3.3 Konsequenzen für den frühen Fremdsprachenunterricht
2.4 Begründung des frühen Fremdsprachenunterrichts
2.4.1 Gesellschaftlicher Bezugsrahmen
2.4.2 Neurophysiologischer Bezugsrahmen
2.4.3 Entwicklungspsychologischer Bezugsrahmen
2.4.4 Emotiver und attitudinaler Bezugsrahmen
2.4.5 Fazit
2.5 Optimal age discussion: Wann sollte frühes Fremdsprachenlernen beginnen?
2.5.1 Erkenntnisse aus empirischer Forschung
2.5.2 Schulpolitische und fremdsprachendidaktische Gesichtspunkte
2.5.3 Wiener Schulversuch Englisch auf der Grundstufe I
2.6 Gegenwärtige Konzepte des Fremdsprachenunterrichts
2.6.1 Systematischer Fremdsprachenunterricht
2.6.2 Begegnungskonzept
2.6.3 Immersion
2.6.4 Frühbeginn
2.7 Die Auswahl von Englisch als erste Fremdsprache
3. Unterrichtsplanung
3.1 Allgemeine Begriffsklärung der Begriffe Unterrichtsplanung - Unterrichtsvorbereitung
3.2 Elementare Grundlagen der Unterrichtsplanung
3.3 Notwendigkeit von Unterrichtsplanung
3.4 Grenzen der Unterrichtsplanung
3.5 Wesentliche Elemente der Unterrichtsplanung des Englischunterrichts
4. Lerninhalte, Lernziele und Prinzipien grundschulgemäßen Englischunterrichts
4.1 Lerninhalte
4.2 Lernziele
4.2.1 Hörverstehen
4.2.2 Sprechfertigkeit
4.2.3 Lesefertigkeit
4.2.4 Schreibfertigkeit
4.3 Prinzipien grundschulgemäßen Englischunterrichts
4.3.1 Anschaulichkeit
4.3.2 Ganzheitlichkeit und Lernen mit allen Sinnen
4.3.3 Handlungsorientierung
4.3.4 Spielerisch-musisches Englischlernen
4.3.5 Authentizität
4.3.6 Verzicht auf explizite grammatikalische Bewusstmachung vs. language awareness
5. Anregungen für die Unterrichtsplanung des Englischunterrichts in der Grundschule
5.1 Lernvoraussetzungen
5.2 Konkrete Ideen für die Unterrichtsgestaltung
5.2.1 Die Technik des Total Physical Response (TPR)
5.2.2 Lieder, Reime, Gedichte
5.2.3 Spiele
5.2.4 Fantasy Journeys
5.2.5 Lehrwerk, Bilderbücher, einfache Lektüren und weiteres authentisches Sprachmaterial
5.2.6 Storytelling
5.2.7 Handpuppen
5.3 Möglichkeiten methodischer Umsetzung mit drama activities und role plays
5.3.1 Einblick in die Theorie des drama
5.3.2 Frühes Fremdsprachenlernen im Rahmen von drama activities
5.3.3 Die Aufführung des Theaterstücks The Pied Piper
5.3.4 Schülerbefragung
5.3.5 Reflexion und Schlussfolgerung
6. Offener Unterricht
6.1 Offener Unterricht: Ein Versuch der Begriffsklärung
6.2 Unterscheidung zweier Ebenen offenen Unterrichts
6.3 Begründungszusammenhang für Öffnung des Unterrichts
6.4 Argumente für Öffnung des frühen Fremdsprachenunterrichts
6.5 Fremdsprachenunterricht zwischen Offenheit und Steuerung
6.6 Fazit
7. Lernstandsermittlung und Leistungsbewertung
7.1 Grundschuldidaktische Prinzipien für die Beurteilung der Sprechleistung
7.2 Formen der Leistungsbewertung
7.3 Eine besondere Form der Leistungsbeurteilung: Das Sprachenportfolio
7.3.1 Ursprüngliche Bedeutung des Portfolios und Initiativen zur Entwicklung des Europäischen Portfolios der Sprachen (EPS)
7.3.2 Einsatz des Portfolios im frühen Fremdsprachenunterricht
7.3.3 Form des Portfolios
8. Früher Fremdsprachenunterricht in Europa
8.1 St. Kilian’s German School Dublin - Ein Erfahrungsbericht
8.2 Früher Fremdsprachenunterricht im Fach Englisch in Polen
9. Neue Entwicklungen im frühen Fremdsprachenunterricht
10. Schlussbetrachtung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, einen umfassenden theoretischen und praktischen Überblick über den Fremdsprachenunterricht in der Grundschule zu geben, um die Qualität des Unterrichts in diesem Bereich zu beleuchten und zu hinterfragen. Es wird untersucht, wie dieser Unterricht in Deutschland im europäischen Vergleich zu bewerten ist und welche didaktischen Ansätze dabei besonders förderlich für den Spracherwerb sind.
Die Lehrkraft als sprachliches Vorbild
Bei der übungs- und zeitintensiven Ausbildung der Sprechfertigkeit spielt die Aussprache der Lehrperson eine außerordentliche Rolle, da sie den Schülern als Imitationsmuster dient. So ist es im Hinblick auf den weiterführenden Unterricht sinnvoll, die Kinder von Beginn an, d.h. bereits im Englischunterricht in der Grundschule auf Aussprachefehler hinzuweisen. Allerdings ist darauf zu achten, dass die SchülerInnen durch ständige Verbesserungen ihrer sprachlichen Leistung nicht entmutigt werden.
Nach der Anfangsphase des reinen Hörverstehens erfolgt Sprechen zunächst in Form von Imitation und Reproduktion. Sprachlich reduzierte Antworten sind auf Grund des beschränkten Ausdrucksvermögens durchaus akzeptabel. Sie schaffen zusammen mit ganzheitlich vorgegebenen Sprachstrukturen Sicherheit und bildet den Grundstein für spätere selbst formulierte Äußerungen. Bei der Unterrichtsplanung sollte viel Zeit für die Förderung der Sprechfertigkeit aller Kinder eingeplant werden.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Tradition des Fremdsprachenunterrichts und führt in die aktuelle Debatte um Qualität und geeigneten Beginn des frühen Englischunterrichts in Deutschland ein.
2 Theoretische Grundlagen des frühen Fremdsprachenunterrichts in der Grundschule: Dieses Kapitel erläutert historische Hintergründe, Spracherwerbstheorien sowie die gesellschaftlichen und neurophysiologischen Begründungen für den Fremdsprachenfrühbeginn.
3 Unterrichtsplanung: Hier werden die theoretischen Grundlagen, die Notwendigkeit sowie die wesentlichen Elemente der Unterrichtsplanung im Kontext des Englischunterrichts thematisiert.
4 Lerninhalte, Lernziele und Prinzipien grundschulgemäßen Englischunterrichts: Das Kapitel definiert verbindliche Lernbereiche und erläutert zentrale methodische Prinzipien, die für eine kindgerechte Sprachvermittlung entscheidend sind.
5 Anregungen für die Unterrichtsplanung des Englischunterrichts in der Grundschule: Dieser Abschnitt bietet konkrete, praxisnahe Anregungen und Methoden wie Total Physical Response, Storytelling oder Handpuppen für die Gestaltung des Englischunterrichts.
6 Offener Unterricht: Die Möglichkeiten und Grenzen einer Öffnung des Fremdsprachenunterrichts werden diskutiert und in den Kontext schülerzentrierten Lernens gestellt.
7 Lernstandsermittlung und Leistungsbewertung: Hier werden Prinzipien und Instrumente, insbesondere das Sprachenportfolio, für eine kindgemäße Beurteilung der Sprachleistung erörtert.
8 Früher Fremdsprachenunterricht in Europa: Anhand von Fallbeispielen aus Irland und Polen wird der internationale Vergleich für den frühen Englischunterricht gezogen.
9 Neue Entwicklungen im frühen Fremdsprachenunterricht: Dieses Kapitel fasst aktuelle Tendenzen und zukünftige Anforderungen an den Fremdsprachenunterricht zusammen.
10 Schlussbetrachtung und Ausblick: Zusammenfassend wird die Komplexität der Thematik reflektiert und ein Ausblick auf zukünftige bildungspolitische Entwicklungen gegeben.
Fremdsprachenunterricht, Grundschule, Spracherwerb, Unterrichtsplanung, Sprachportfolio, Handlungsorientierung, Hörverstehen, Sprechfertigkeit, Immersion, Begegnungskonzept, Sprachbewusstsein, Language Awareness, Frühbeginn, Lernerautonomie, Sprachdidaktik
Die Arbeit befasst sich mit den theoretischen Grundlagen und methodischen Möglichkeiten des frühen Englischunterrichts in der Grundschule unter Berücksichtigung verschiedener spracherwerbstheoretischer Ansätze.
Die zentralen Felder umfassen die Begründung des Frühbeginns, Konzepte der Unterrichtsplanung, didaktische Prinzipien, Fertigkeiten wie Sprechen und Hören sowie die Leistungsbewertung mittels Portfolios.
Das primäre Ziel ist es, einen fundierten Überblick über die Gestaltung des frühen Fremdsprachenunterrichts zu geben und aufzuzeigen, wie Qualität und kindgerechtes Lernen im Englischunterricht in der Grundschule erreicht werden können.
Es handelt sich primär um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturanalyse, der Reflexion von Erfahrungen aus Hospitationen sowie der Auswertung von Fallbeispielen (z. B. Wiener Schulversuch, St. Kilian’s School) basiert.
Der Hauptteil behandelt die didaktischen Prinzipien, Methoden wie Storytelling oder TPR, die Problematik der Lese- und Schreibfertigkeiten sowie die Leistungsbeurteilung und den europäischen Vergleich.
Schlüsselwörter sind unter anderem Fremdsprachenunterricht, Grundschule, Handlungsorientierung, Sprachportfolio, Language Awareness und Spracherwerb.
Sie dient als Ziel und Methode, um ein Bewusstsein für Sprachstrukturen zu schaffen, ohne dabei den für Grundschüler ungeeigneten expliziten Grammatikunterricht in den Vordergrund zu stellen.
Das Portfolio wird als grundschuladäquates Instrument zur Lernstandsermittlung gelobt, da es Schüler dazu anregt, ihre Lernwege bewusst zu reflektieren und die individuelle Entwicklung abzubilden.
Methoden wie Rollenspiele (role plays) oder Inszenierungen (z. B. The Pied Piper) fördern die Motivation und das soziale Lernen, wobei der Fokus auf dem kreativen Umgang mit Sprache statt auf perfekter Vorführung liegt.
Die Wahl begründet sich in der Funktion des Englischen als Weltsprache und lingua franca, der hohen gesellschaftlichen Relevanz sowie den guten Möglichkeiten zur didaktischen Anbindung an den Alltag der Kinder.
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