Bachelorarbeit, 2007
83 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Sozialrechtliche Grundlagen
2.1 Ausgangssituation vor Einführung der Pflegeversicherung
2.2 Die Soziale Pflegeversicherung
2.2.1 Allgemeines
2.2.2 Leistungsvoraussetzungen
2.2.3 Leistungsgrundsätze
2.2.4 Leistungsübersicht
3. Veränderungsbedarf im Pflegeversicherungsgesetz
3.1 Notwendigkeit der Veränderungen
3.1.1 Soziale und demographische Entwicklung
3.1.2 Kostenentwicklung bei Pflegeleistungen
3.1.3 Zeitmäßigkeit des Pflegebegriffs
3.2 Umsetzung der Pflegeversicherungsreform
3.2.1 Ziele und Inhalte
3.2.2 Prognose
3.2.2.1 Positive Aspekte
3.2.2.2 Negative Aspekte
3.2.2.3 Auswirkungen auf die Soziale Arbeit
3.2.2.4 Ausblick
4. Modellhafte Ansätze pflegerischer Versorgung am Beispiel des Persönlichen Budgets
4.1 Persönliche Budgets
4.2 Das Personenbezogene Pflegebudget
4.2.1 Zielgruppe und Ziele
4.2.2 Rolle des Case Management
4.2.3 Kritik
5. Modellkonzepte zu Betreuungsformen im Alter
5.1 Modellprojekt: „Tagesmütter für Demenzkranke“
5.1.1 Vorstellung der Projektbestandteile
5.1.2 Fazit
5.2 Wohnkonzept: „Lebensräume für Jung und Alt“
5.2.1 Idee
5.2.2 Umsetzung und Voraussetzungen
5.2.3 Funktion der GemeinwesenarbeiterInnen
5.2.4 Bewertung
6. Schluss
Die Arbeit analysiert den aktuellen Stand, den Reformbedarf und die Weiterentwicklung der Sozialen Pflegeversicherung in Deutschland sowie die Rolle der Sozialen Arbeit in diesem Prozess. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie unter demographischem Druck und finanziellen Engpässen eine zukunftsfähige Versorgungsstruktur gewährleistet und die Soziale Arbeit als gesellschaftsgestaltende Disziplin in diesen Wandel einbezogen werden kann.
Gewalt in der häuslichen Pflegebeziehung
Betrachtet man die oben aufgeführten Belastungen, denen Pflegende und damit meist auch Pflegebedürftige ausgesetzt sind, kommt die Frage nach den Folgen dieser Belastungssituation auf. Gewalt innerhalb der häuslichen Pflegebeziehung kann eine mögliche Konsequenz der andauernden Überforderung von Angehörigen sein und soll deshalb im folgenden Kapitel genauer betrachtet werden. Seit einem Bericht des MDK, der am 31.08.2007 veröffentlicht wurde, wird die Gewalt gegenüber Pflegebedürftigen verstärkt in den Medien diskutiert. Der Bericht stellte u.a. fest, dass „offenbar jede dritte zu pflegende Person nicht genug Essen und Trinken [bekommt]. Mehr als 35 Prozent der bettlägerigen Menschen in Heimen und etwa 42 Prozent der Pflegebedürftigen zu Haus [...] nicht häufig genug umgebettet [werden] und [...] sich dadurch wund [liegen]. Besonders Demenzkranke würden zudem nicht ausreichend betreut“ (Tagesschau 2007a). Da die Politik in der häuslichen Pflege nach wie vor die erste Wahl in der Betreuung von Pflegebedürftigen sieht, soll im Folgenden darauf eingegangen werden, welche Faktoren Gewalt gegenüber alten, pflegebedürftigen Menschen auslösen oder gar begünstigen und wo, auch von Seiten der Sozialen Arbeit, angesetzt werden kann, diese Umstände zu verbessern.
Gewalt in der Pflegebeziehung entsteht nicht plötzlich. Meist geht einer Gewalthandlung eine Entstehungsgeschichte voraus. Dabei spielen sowohl die Pflegenden, die z.B. beim Essenreichen Gewalt anwenden, als auch die Pflegebedürftigen, die auf diese Gewalt mit den ihnen verbliebenen Mitteln wie z.B. vermehrtem Einnässen reagieren, eine Rolle. Daraus kann sich eine Situation entwickeln, in der Gewalt alltäglicher Bestandteil der Pflege zu werden droht. Problematisch sind Entwicklungen, in denen den Angehörigen das Unrechtsbewusstsein dafür fehlt, dass sich bereits in den täglichen pflegerischen Handlungen eine Form von Gewalt verbergen kann.
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert den Wandel des Sozialstaates und die zentrale Rolle der Sozialen Pflegeversicherung bei der Bewältigung der Herausforderungen einer alternden Gesellschaft.
2. Sozialrechtliche Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert den rechtlichen Rahmen und die historische Entstehung der Sozialen Pflegeversicherung sowie deren Aufbau und die aktuelle Situation pflegender Angehöriger.
3. Veränderungsbedarf im Pflegeversicherungsgesetz: Hier werden die Gründe für notwendige Reformen, wie demographische Entwicklungen, Kostensteigerungen und ein veralteter Pflegebegriff, analysiert sowie die aktuellen Reformbestrebungen kritisch bewertet.
4. Modellhafte Ansätze pflegerischer Versorgung am Beispiel des Persönlichen Budgets: Dieses Kapitel stellt das Persönliche Budget als innovative Leistungsform vor, analysiert dessen Umsetzung und diskutiert kritisch Chancen sowie Risiken für Betroffene und das Case Management.
5. Modellkonzepte zu Betreuungsformen im Alter: Hier werden innovative Modellprojekte wie „Tagesmütter für Demenzkranke“ und das Wohnkonzept „Lebensräume für Jung und Alt“ als zukunftsweisende Versorgungsalternativen präsentiert.
6. Schluss: Das Schlusskapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer nachhaltigen Finanzierung sowie die zentrale Rolle der Sozialen Arbeit bei der Gestaltung zukünftiger Pflegestrukturen.
Soziale Pflegeversicherung, Pflegeinfrastruktur, Sozialarbeit, Persönliches Budget, Demenz, Pflegebedürftigkeit, Case Management, Altenpflege, Angehörigenpflege, Gemeinwesenarbeit, Sozialstaat, Lebensräume für Jung und Alt, Pflegeversicherung, Reformbedarf, Demographischer Wandel
Die Arbeit untersucht den aktuellen Status quo der Sozialen Pflegeversicherung in Deutschland, analysiert den notwendigen Veränderungsbedarf im Kontext demographischer Entwicklungen und bewertet moderne Lösungsansätze für eine zukunftsfähige Pflege.
Im Zentrum stehen die Leistungen der Pflegeversicherung, die Belastungssituation pflegender Angehöriger, die Bedeutung von Fallmanagement sowie innovative Modellkonzepte wie das Persönliche Budget und neue Wohnformen.
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie eine zuverlässige sozialstaatliche Versorgungsstruktur auch in Zukunft gewährleistet werden kann und welche Rolle die Soziale Arbeit dabei als Disziplin einnehmen muss.
Die Arbeit stützt sich primär auf eine literaturgestützte Auseinandersetzung mit dem System der Sozialen Pflegeversicherung sowie die Analyse aktueller politischer Reformdokumente und Fachpublikationen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung rechtlicher Grundlagen, eine detaillierte Analyse der Reformnotwendigkeit im SGB XI sowie die Vorstellung und kritische Prüfung modellhafter Versorgungsansätze wie Pflegebudgets und alternativer Wohnkonzepte.
Wesentliche Begriffe sind die Soziale Pflegeversicherung, Soziale Arbeit, Case Management, Persönliches Budget, demographischer Wandel sowie die Qualitätssicherung in der Pflege.
Es bietet die Chance, die Versorgung flexibler und bedarfsgerechter an den individuellen Bedürfnissen auszurichten, erfordert jedoch eine starke begleitende Beratung durch Case Manager.
Die Profession der Sozialen Arbeit fungiert als Koordinatorin, Beraterin und Vermittlerin an den Schnittstellen des Pflegewesens und soll den Prozess der Vernetzung zwischen formellen und informellen Helfern steuern.
Das Case Management wird als zentraler Baustein gesehen, um Qualität sicherzustellen und Ressourcen in komplexen Pflegesituationen zu steuern, sofern eine fachlich fundierte und neutrale Umsetzung garantiert ist.
Sie führen zu einer steigenden Anzahl an Pflegebedürftigen und einem gleichzeitigen Wandel der Familienstrukturen, was die Verlässlichkeit der informellen häuslichen Pflege gefährdet und neue, professionell unterstützte Versorgungsmodelle notwendig macht.
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