Bachelorarbeit, 2019
39 Seiten, Note: 1,3
1. Problemstellung
2. Schopenhauers „Welt als Wille und Vorstellung“
2.1 Die Welt als Vorstellung
2.2 Die Welt als Wille
2.3 Ueber den Tod und sein Verhältniß zur Unzerstörbarkeit unseres Wesens an sich
2.4 Die Verneinung des Willens
3. Thomas Manns Schopenhauer-Einflüsse
4. Thomas Buddenbrooks Schopenhauer-Leseerlebnis
4.1 Charakterisierung des Thomas Buddenbrook
4.2 Der Einfluss der Welt als Wille und Vorstellung auf Thomas Buddenbrook
5. Konklusion
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der Schopenhauer-Rezeption auf die Poetik von Thomas Manns Roman „Buddenbrooks“. Dabei wird analysiert, wie die pessimistische Metaphysik Schopenhauers, insbesondere dessen Konzepte von Wille, Vorstellung und dem Tod, die Entwicklung und den Verfall der Romanfigur Thomas Buddenbrook sowie die Gesamtstruktur des Werkes maßgeblich prägen.
2. Schopenhauers „Welt als Wille und Vorstellung“
„Dann aber stieß er auf umfängliches Kapitel, das er vom ersten bis zum letzten Buchstaben durchlas, mit festgeschlossenen Lippen und zusammengezogenen Brauen, ernst, mit einem vollkommenen, beinahe erstorbenen, von keiner Regung des Lebens beeinflussbaren Ernst in der Miene. Es trug aber dieses Kapitel den Titel: »Über den Tod und sein Verhältnis zur Unzerstörbarkeit unseres Wesens an sich«.“
Die Nennung dieser Kapitelüberschrift in Thomas Manns Buddenbrooks lässt zweifellos die Wichtigkeit von Manns Schopenhauer-Leseerlebnis für die Poetik der Buddenbrooks erkennen, insbesondere aber für die Figur des Thomas Buddenbrook. Dieses Leseerlebnis ist die Grundlage für diese Arbeit, da es den intertextuellen Bezug zur WWV durch Mann ermöglicht. Somit ist ein Verständnis der schopenhauerschen Philosophie grundlegend für diese Arbeit und daher Gegenstand dieses Kapitels.
In seinem Werk entwirft Arthur Schopenhauer eine spezielle Metaphysik, in der er die grundsätzlichen Zusammenhänge und Strukturen von allem, was ist, erläutert. Die Welt als Wille und Vorstellung (WWV) basiert auf der erkenntnistheoretischen Einsicht, dass alles was wir über die Welt wahrnehmen und über uns in der Welt wissen glauben, durch apriorische Kategorien unserer Wahrnehmung gefiltert wird. Der Begriff der apriorischen Erkenntnisbedingungen ist auf Emanuel Kant zurückzuführen und stammt aus seinem Hauptwerk die Kritik der reinen Vernunft. Diese apriorischen Erkenntnisbedingungen beinhalten räumliche und zeitliche Ordnung der Wahrnehmung, den Kausalsatz (jede Veränderung hat eine Ursache) und den Substanzbegriff. Diese Erkenntnisbedingungen sind bei jedem unabhängig von Erfahrungen vorhanden und sie sind grundlegend für das Erlangen von a-posteriori Wissen, bzw. Erkenntnissen, basierend auf Erfahrungen. Dieser Begrifflichkeiten bedient sich Schopenhauer in seiner Dissertation Die vierfache Wurzel des Satzes vom zureichenden Grunde, welche ihm als erkenntnistheoretischer Unterbau seines Hauptwerks dient.
1. Problemstellung: Einleitung in das Thema der Arbeit mit Fokus auf die Bedeutung der Schopenhauer-Rezeption für die Poetik von Thomas Manns „Buddenbrooks“.
2. Schopenhauers „Welt als Wille und Vorstellung“: Theoretische Einführung in die wesentlichen Konzepte Schopenhauers wie Welt als Vorstellung, Wille, Tod und die Verneinung des Willens als Grundlage der Analyse.
3. Thomas Manns Schopenhauer-Einflüsse: Untersuchung der persönlichen und literarischen Rezeption Schopenhauers durch Thomas Mann und dessen künstlerische Einbettung dieser Lehren.
4. Thomas Buddenbrooks Schopenhauer-Leseerlebnis: Analyse der Wirkung von Schopenhauers Philosophie auf die Romanfigur Thomas Buddenbrook und dessen Sterbeprozess.
5. Konklusion: Abschließende Zusammenfassung der Ergebnisse und Bestätigung des maßgeblichen Einflusses der Schopenhauer-Rezeption auf die Romanstruktur und die Charakterentwicklung.
Thomas Mann, Buddenbrooks, Arthur Schopenhauer, Welt als Wille und Vorstellung, Metaphysik, Wille zum Leben, Tod, Verfall, Erkenntnistheorie, Prinzipium individuationis, Thomas Buddenbrook, Philosophie, Literaturanalyse, Schopenhauer-Rezeption.
Die Arbeit untersucht, wie Thomas Mann die philosophischen Ideen von Arthur Schopenhauer in seinem Roman „Buddenbrooks“ verarbeitet und für die literarische Gestaltung des Verfalls seiner Romanfiguren nutzt.
Die zentralen Felder sind die Metaphysik Schopenhauers, die Verbindung von Philosophie und Literatur, der Prozess des menschlichen Verfalls sowie die Bedeutung des Todes in den „Buddenbrooks“.
Das primäre Ziel ist es, nachzuweisen, wie Schopenhauers Philosophie die Poetik des Romans „Buddenbrooks“ beeinflusst und warum insbesondere die Figur des Thomas Buddenbrook eine zentrale Rolle bei dieser philosophischen Durchdringung spielt.
Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Textanalyse, um intertextuelle Bezüge zwischen den theoretischen Schriften Schopenhauers und den konkreten Textstellen aus Thomas Manns Roman zu belegen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erläuterung der Schopenhauer’schen Philosophie, die Analyse von Thomas Manns persönlicher Rezeption dieser Lehren sowie eine detaillierte Ausarbeitung des Leseerlebnisses und dessen Auswirkungen auf die Figur Thomas Buddenbrook.
Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Thomas Mann, Arthur Schopenhauer, Buddenbrooks, Wille zum Leben, Metaphysik, Verfall und Erkenntnistheorie.
Das Lesen von Schopenhauers Kapitel über den Tod führt bei Thomas Buddenbrook zu einer erkenntnistheoretischen Wende; er beginnt, sein bisheriges Leben als Rathsherr und Firmenoberhaupt zu hinterfragen und erkennt die Nichtigkeit seines bisherigen egoistischen Weltbildes.
Die Welt als Vorstellung erklärt den Verfall der Familie als einen Prozess, in dem das Subjekt in den Strukturen von Zeit und Kausalität gefangen bleibt, was Thomas Mann nutzt, um die Ausweglosigkeit und das Leiden seiner Romanfiguren darzustellen.
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