Diplomarbeit, 2008
123 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Störungen des Sozialverhaltens
2.1 Definition und Abgrenzung
2.1.1 Antisoziales Verhalten in der Kindheit und Adoleszenz
2.1.2 Die antisoziale Persönlichkeitsstörung
2.2 Diagnose
2.2.1 ICD-10
2.2.2 DSM-IV-TR
2.2.3 Erfassungsmethoden antisozialen Verhaltens bei Kindern und Jugendlichen
2.2.4 Hare’s Psychopathy Checklist
2.3 Ätiologie
2.4 Epidemiologie
3. Interventionsmethoden
3.1 Allgemeine Richtlinien und Differenzierungen
3.1.1 Korrektive, strafrechtliche vs. klinische, therapeutische Maßnahmen
3.1.2 Individuelle vs. Gruppentherapie
3.1.3 Ambulante vs. stationäre Behandlung
3.2 Vorgestellte Behandlungsmethoden
3.2.1 Physische Interventionen
3.2.2 Psychopharmakotherapie
3.2.3 Behaviorale und kognitive Verhaltenstherapien
3.2.4 Systemische Therapien
3.2.5 Klientzentrierte Beziehungstherapie
3.2.6 Psychoanalyse
3.2.7 Elterntraining
3.2.8 Gesellschaftliche Interventionen
4. Die Metaanalyse als Forschungsmethode
4.1 Die Bedeutung von Überblicksartikeln
4.2 Traditionelle Überblicksverfahren
4.3 Die Entwicklung der Metaanalyse
4.4 Methodisches Vorgehen bei der Metaanalyse
4.5 Vorteile und Probleme der Metaanalyse als Forschungsmethode
4.5.1 Vorteile
4.5.2 Probleme und Kritikpunkte
5. Ausgewählte Befunde aus vorliegenden Reviews zu Störungen des Sozialverhaltens
6. Ableitung der Fragestellung
7. Methodisches Vorgehen
7.1 Literaturrecherche
7.2 Zusammenfassung der Primärdaten
7.3 Vorstellung der einzelnen Primärstudien
7.4 Auswertung
8. Ergebnisse
8.1 Prä/Post Behandlungseffekte
8.2 Behandlungseffekte im Vergleich mit einer Kontrollgruppe
8.3 Langzeitbehandlungseffekte
9. Diskussion
10. Implikationen für die Forschung
11. Literatur
12. Anhang
Anhang A: Daten der Primäranalysen
Anhang B: Ergebnisse der Metaanalysen
Ziel der Arbeit ist es, die Wirksamkeit therapeutischer Interventionen bei Störungen des Sozialverhaltens zu untersuchen, da eine Generalisierung bisheriger Forschungsergebnisse fehlt. Es wird der Frage nachgegangen, ob Behandlungseffekte bei diesen Störungsbildern nachweisbar sind, wobei Altersgruppen und Diagnosen übergreifend betrachtet werden.
2.1.1 Antisoziales Verhalten in der Kindheit und Adoleszenz
Im DSM-IV-TR wird die „Störung des Sozialverhaltens“ unter den Störungen, „die gewöhnlich zuerst im Kleinkindalter, in der Kindheit oder Adoleszenz diagnostiziert werden“ (Saß, Wittchen, Zaudig & Houben, 2003, S. 65) aufgelistet. Antisoziales Verhalten ist die häufigste Ursache, wieso Kinder und Jugendliche in psychiatrische Anstalten eingewiesen werden und macht in den Vereinigten Staaten sogar mehr als die Hälfte dieser Einweisungen aus (Chamberlain & Smith, 2003).
Zusammen mit dem antisozialen und aggressiven Verhalten, treten bei den Jugendlichen oft auch Defizite der Problemlösekompetenzen auf. „Young offenders tend towards concrete rather than abstract thinking, showing great rigidity in the way they deal with problem situations” (Wells, 2001, S. 132). Auch sind solche Jugendliche eher dazu geneigt, Verhalten von anderen Personen als feindselig aufzufassen und sind weniger fähig zu Perspektivenübernahme und Generierung von adäquaten Lösungen bei Problemsituationen (Kazdin, 1987). Petermann (2005a) beschreibt eine beeinträchtigte Interpretation sozialer Situationen bei aggressiv-dissozialen Kindern: „Typisch für die soziale Wahrnehmung dieser Kinder ist, dass sie über weniger alternative Lösungen für interpersonelle Probleme verfügen, sich stärker auf Ziele konzentrieren als auf Mittel und Wege, diese zu erreichen und unsensibel für Konfliktsituationen sind“ (S.1063).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die gesellschaftliche Problematik antisozialen Verhaltens und definiert den Fokus der Arbeit auf die Behandelbarkeit von Störungen des Sozialverhaltens.
2. Störungen des Sozialverhaltens: Dieses Kapitel definiert und grenzt verschiedene Störungsbilder ab, einschließlich diagnostischer Kriterien (ICD-10, DSM-IV-TR) sowie ätiologischer und epidemiologischer Grundlagen.
3. Interventionsmethoden: Es werden verschiedene Behandlungsansätze vorgestellt, von physischen Interventionen und Pharmakotherapie bis hin zu kognitiven, systemischen und gesellschaftlichen Interventionsformen.
4. Die Metaanalyse als Forschungsmethode: Dieses Kapitel erläutert theoretische Grundlagen der Metaanalyse sowie deren methodisches Vorgehen, Vor- und Nachteile im Vergleich zu traditionellen Überblicksverfahren.
5. Ausgewählte Befunde aus vorliegenden Reviews zu Störungen des Sozialverhaltens: Hier werden bereits existierende Metaanalysen und Reviews zum Thema zusammengefasst, um den Stand der Forschung darzulegen.
6. Ableitung der Fragestellung: Basierend auf den vorherigen Kapiteln wird das Ziel der eigenen Metaanalyse formuliert, die Forschungslücken zu schließen.
7. Methodisches Vorgehen: Dieses Kapitel beschreibt detailliert die Literaturrecherche, die Selektion der Studien sowie die Zusammenfassung der Primärdaten für die vorliegende Metaanalyse.
8. Ergebnisse: Die Ergebnisse der verschiedenen metaanalytischen Auswertungen zu Behandlungseffekten und Langzeitfolgen werden hier präsentiert.
9. Diskussion: Das Kapitel diskutiert die Ergebnisse kritisch und betrachtet die ethischen sowie therapeutischen Implikationen für die Behandlung antisozialer Störungsbilder.
10. Implikationen für die Forschung: Abschließend werden Empfehlungen für zukünftige Forschungsansätze und eine notwendige Ausweitung der Primärforschung gegeben.
Sozialverhalten, Störung des Sozialverhaltens, antisoziale Persönlichkeitsstörung, ASPS, Metaanalyse, Behandlungseffekte, Kinder, Jugendliche, Kognitive Verhaltenstherapie, Intervention, Therapie, Diagnostik, Ätiologie, Prävalenz, Psychopathie.
Die Arbeit untersucht die Wirksamkeit von verschiedenen psychotherapeutischen Behandlungsmethoden bei Störungen des Sozialverhaltens und führt zu diesem Zweck eine Metaanalyse durch.
Die zentralen Felder umfassen die Definition und Diagnose dieser Störungen, die Darstellung verschiedener Interventionsmethoden sowie eine metaanalytische Auswertung zur Überprüfung von deren Behandlungserfolgen.
Das Ziel ist es, die generalisierte Wirksamkeit psychotherapeutischer Interventionen zu bestimmen und zu prüfen, ob Behandlungseffekte bei Störungen des Sozialverhaltens unabhängig von Altersgruppe und Diagnose nachweisbar sind.
Es wird eine Metaanalyse angewendet, die empirische Primärstudien aus der Fachliteratur quantitativ auswertet, um allgemeine Aussagen zur Behandlungseffektivität treffen zu können.
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen (Definitionen, Diagnose, Ätiologie) sowie verschiedene Interventionsformen (z.B. Verhaltenstherapie, systemische Ansätze) beleuchtet, bevor die eigene methodische Vorgehensweise und die Ergebnisse der Metaanalyse präsentiert werden.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Störung des Sozialverhaltens, ASPS, Metaanalyse, Behandlungseffekte und Psychotherapie charakterisieren.
Es gab keine ausreichend empirischen Primärstudien zu psychotherapeutischen Behandlungsmethoden bei Erwachsenen mit ASPS, die die methodischen Anforderungen für die Aufnahme in die vorliegende Metaanalyse erfüllt hätten.
Dies ist ein methodisches Problem der Metaanalyse, bei dem sehr unterschiedliche Studien (z. B. verschiedene Populationen oder Interventionen) integriert werden, was die Interpretation der mittleren Effektgrößen erschweren kann.
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