Magisterarbeit, 2002
227 Seiten, Note: 2,0
Die Magisterarbeit zielt darauf ab, die sprachliche Vorgeformtheit in einer Fachtextsorte, dem EG-Vertrag, kontrastiv zu analysieren. Im Fokus steht dabei der Vergleich der deutschen und französischen Fassung des Vertrags unter Berücksichtigung der einschlägigen Vertragsänderungen durch den Vertrag von Nizza 2001. Die Arbeit beleuchtet die Bedeutung der Sprache als Integrationsfaktor im europäischen Kontext und die besondere Rolle von Mehrsprachigkeit in EU-Dokumenten.
Die Einleitung führt in das Thema der Magisterarbeit ein und erläutert die Relevanz von Sprachvergleich im europäischen Kontext. Kapitel 1 stellt das Analyseobjekt, den EG-Vertrag, sowie die Analysemethodik vor. Es werden die Besonderheiten des EG-Vertrags als übersetzungsäquivalenter, juristischer Paralleltext hervorgehoben und die Bedeutung von Vorgeformtheit als Indikator juristischen Sprachgebrauchs erläutert. Kapitel 2 untersucht die unterschiedlichen Ausprägungen von Vorgeformtheit als translinguales Phänomen, insbesondere in Bezug auf Phraseologizität und Textsorten/Textmuster. Es wird die außersprachliche Motiviertheit von Vorgeformtheit beleuchtet und die Makrostruktur des EG-Vertrags als Fachtextsorte völkerrechtlicher/internationaler Vertrag analysiert. Schließlich fasst Kapitel 3 die theoretischen Implikationen von Vorgeformtheit im EG-Vertrag und das kontrastive Analyseinteresse zusammen.
Die Magisterarbeit befasst sich mit den Themenbereichen Fachtextsortenforschung, Phraseologie, Translationswissenschaft, Formulierungs- und Texttheorie, Fachtextlinguistik, Textproduktionsforschung, Sprachvergleich, Kontrastive Linguistik, Europäische Union, EG-Vertrag, Mehrsprachigkeit, Vorgeformtheit, Makrostruktur, Mikrostruktur, Präambel, Schlußformeln, Textmuster, Juristischer Sprachgebrauch.
Vorgeformtheit bezeichnet die Verwendung konventionalisierter Sprachmuster, Rekurrenzen und stabiler Formulierungen (Phraseologismen), die typisch für die Rechtssprache sind und deren Tradierung sichern.
Als übersetzungsäquivalenter Paralleltext in Deutsch und Französisch ermöglicht er die Untersuchung, wie dieselben rechtlichen Inhalte durch unterschiedliche einzelsprachliche Abfassungskonventionen umgesetzt werden.
Diese Teiltexte weisen eine besonders hohe Dichte an vorgeformten Strukturen auf. Die Arbeit untersucht ihre Makrostruktur und die spezifischen mikrostrukturellen Umsetzungen in beiden Sprachen.
Die Arbeit beleuchtet Mehrsprachigkeit als Integrationsfaktor und untersucht, wie durch konventionelle Formulierungsmuster dennoch eine einheitliche rechtliche Wirkung über Sprachgrenzen hinweg erzielt wird.
Die Makroebene betrifft den globalen Aufbau und die Gliederung des Vertrags, während die Mikroebene die konkrete sprachliche Gestaltung, Wortwahl und Phrasen innerhalb der Paragraphen analysiert.
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