Examensarbeit, 2007
195 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Definition: Angst
2.1 Begriffsbestimmung
2.2 Abgrenzung von anderen Emotionen
2.2.1 Angst – Furcht
2.2.2 Angst – Stress
2.2.3 Angst – Ängstlichkeit
3 Angstentstehung
3.1 Antezedenzien im Sozialisationsprozess
3.1.1 Primäre Sozialisation
3.1.1.1 Familiäre Bedingungen
3.1.1.2 Geschlechtsspezifische Sozialisation
3.1.1.3 Geschwisterreihe
3.1.2 Sekundäre Sozialisation
3.1.2.1 Leistungs- und Konkurrenzdruck
3.1.2.2 Rolle des Lehrers
3.1.2.3 Rolle des Klassenverbandes
3.2 Wissenschaftliche Angsttheorien
3.2.1 Psychoanalytischer Ansatz
3.2.1.1 Erste Angsttheorie Freuds
3.2.1.2 Zweite Angsttheorie Freuds
3.2.1.3 Kritische Anmerkungen zum Psychoanalytischen Ansatz nach Freud
3.2.2 Reiz-Reaktionstheoretischer Ansatz
3.2.2.1 Klassische Konditionierung von Angst- und Furchtreaktionen
3.2.2.2 Zwei-Phasentheorie nach Mowrer und Miller
3.2.2.3 Das Trait-State-Angstmodell nach Spielberger basierend auf der Triebtheorie der Angst nach Spence und Taylor
3.2.2.4 Kritische Anmerkungen zum Reiz-Reaktionstheoretischen Ansatz
3.2.3 Kognitiv-Handlungstheoretischer Ansatz
3.2.3.1 Angstkontrolltheorie nach Epstein
3.2.3.2 Stressbewältigungstheorie nach Lazarus
3.2.3.3 Kontrollprozesstheorie nach Carver und Scheier
3.2.3.4 Kritische Anmerkungen zum Kognitiv-Handlungstheoretischen Ansatz
4 Angstdimensionen
4.1 Angst vor Blamage
4.2 Angst vor körperlicher Verletzung und Schmerz
4.3 Angst vor Versagen und Misserfolg
4.4 Angst vor Konkurrenz
4.5 Angst vor Unbekanntem
5 Angstsymptome
5.1 Verhaltensmäßig-expressive Reaktionen
5.2 Physiologische Veränderungen
5.3 Emotionale Reaktionen
5.4 Soziale Reaktionen
6 Auswirkungen von Sportangst
6.1 Auswirkungen auf die Motorik
6.2 Auswirkungen auf sportliche Leistungen
6.3 Auswirkungen auf die Persönlichkeit
7 Angstbewältigung
7.1 Ziele der Angstbewältigung
7.2 Angstbewältigung durch Fremdregulation
7.2.1 Maßnahmen in der Familie
7.2.2 Maßnahmen des Lehrers
7.2.2.1 Der Aspekt der gesundheitlichen Perspektive
7.2.2.2 Der Aspekt der gesundheitserzieherischen Perspektive
7.2.2.3 Anforderungen an die Persönlichkeit des Lehrers
7.3 Angstbewältigung durch selbstinstruierte Fremdregulation
7.4 Angstbewältigung durch Selbstregulation
7.4.1 Somatische Verfahren
7.4.2 Kognitive Verfahren
7.5 Grenzen der Angstbewältigung
8 Methodik
8.1 Verwendetes Instrumentarium
8.2 Gütekriterien
8.3 Testauswertung und –interpretation
8.4 Hinführung zu den Forschungsfragen
8.5 Beschreibung der Personenstichprobe
8.6 Beschreibung des Methodendesigns
8.7 Beschreibung des Treatments
8.8 Untersuchungsdurchführung
8.9 Bildung der Untersuchungshypothesen
8.10 Datenverarbeitung
8.11 Analytische Auswertung
9 Ergebnisse der Testungen
9.1 Vergleich zwischen Treatment- und Kontrollgruppe bezüglich dem Ausmaß sportbezogener Ängstlichkeit im Nachtest
9.2 Vergleich zwischen Treatment- und Kontrollgruppe bezüglich dem Wanderungsverhalten zwischen den Subgruppen
9.3 Vergleich zwischen Treatment- und Kontrollgruppe bezüglich einzelner Angstdimensionen
9.3.1 Angstdimension Blamage
9.3.2 Angstdimension Konkurrenz
9.3.3 Angstdimension Misserfolg
9.3.4 Angstdimension Unbekanntes
9.3.5 Angstdimension Verletzung
9.4 Vergleich zwischen den Geschlechtern bezüglich der Effektivität des Treatments
9.5 Vergleich zwischen den Altersgruppierungen bezüglich der Effektivität des Treatments
9.6 Hypothesenentscheidung
9.7 Interpretation der Ergebnisse
10 Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Angst im Grundschulsport und die Möglichkeiten ihrer Bewältigung. Das zentrale Ziel ist zu prüfen, ob Schüler durch ein gezieltes 7-wöchiges Training mit Angstkontrolltechniken befähigt werden können, selbstregulativen Zugang zu Ängsten zu finden und diese zu reduzieren.
1 Einleitung
Ulis Fallschirmabsprung war das Tagesgespräch in sämtlichen Arbeitszimmern. Und es herrschte eine einzige Meinung: Der kleine Simmern sei ein Mordskerl, und niemand habe geahnt, daß er eines Tages solch einer Tollkühnheit fähig sein werde.
Nur Sebastian widersprach. ‚Dieser Sprung hat doch nicht das Mindeste mit Kühnheit zu tun’, sagte er abweisend. ‚Uli war, als er von der Leiter sprang, nicht mutiger als vorher. Ihn trieb die Verzweiflung herunter.’
‚Aber der Mut der Verzweiflung!’ rief ein Sekundaner. ‚Das ist ein Unterschied. Es gibt sehr viele Feiglinge, die nicht im Traum daran dächten, von Leitern zu springen. Und wenn sie noch so verzweifelt wären.’
Sebastian nickte wohlwollend. ‚Das stimmt schon’, meinte er. ‚Aber der Unterschied zwischen ihnen und Uli liegt nicht auf dem Gebiet der Tapferkeit.’
‚Sondern?’
‚Der Unterschied ist der, daß sich Uli mehr schämen kann als sie. Uli ist nämlich ein völlig einfacher, naiver Junge. Sein Mangel an Mut störte ihn selber am allermeisten!’ Sebastian überlegte eine Weile. Dann fuhr er fort: ‚Eigentlich geht euch das, was ich jetzt sagen will, gar nichts an. Aber, habt ihr schon einmal darüber nachgedacht, ob ich Mut habe? Ist euch schon einmal aufgefallen, daß ich ängstlich bin? Nichts ist euch aufgefallen! Ich will euch deshalb vertraulich mitteilen, daß ich sogar außerordentlich ängstlich bin. Ich bin aber ein gescheiter Mensch und lass es mir nicht anmerken. Mich stört mein Mangel an Mut nicht besonders. Ich schäme mich nicht darüber. Und das kommt wieder daher, daß ich gescheit bin. Ich weiß, daß jeder Mensch Fehler und Schwächen hat. ….’
Natürlich verstanden nicht alle, was er sagte. Besonders die Jüngeren kapierten es nicht. (Kästner, 1981, S. 111f.)
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Angst im Sportunterricht ein und skizziert den theoretischen sowie empirischen Rahmen der Arbeit.
2 Definition: Angst: Das Kapitel widmet sich der begrifflichen Klärung von Angst sowie der Abgrenzung von verwandten Zuständen wie Furcht, Stress und Ängstlichkeit.
3 Angstentstehung: Hier werden die sozialisationsbedingten Hintergründe der Angst und die wichtigsten wissenschaftlichen Angsttheorien (psychodynamisch, reiz-reaktionstheoretisch, kognitiv-handlungstheoretisch) ausführlich erörtert.
4 Angstdimensionen: Dieses Kapitel differenziert verschiedene Ausprägungen sportbezogener Ängste, insbesondere vor Blamage, körperlicher Verletzung, Versagen, Konkurrenz und Unbekanntem.
5 Angstsymptome: Hier werden die verschiedenen Ebenen des Angsterlebens – von verhaltensmäßigen über physiologische bis hin zu sozialen Reaktionen – beschrieben.
6 Auswirkungen von Sportangst: Das Kapitel beleuchtet die Folgen von Angst auf die motorische Leistungsfähigkeit und die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler im schulischen Kontext.
7 Angstbewältigung: Es werden verschiedene Strategien der Angstbewältigung (Fremd- und Selbstregulation) sowie pädagogische Interventionsmöglichkeiten diskutiert.
8 Methodik: Hier wird der Aufbau des empirischen Teils, inklusive des verwendeten Messinstruments (SAD), des Studiendesigns und der statistischen Auswertungsmethoden, detailliert dargelegt.
9 Ergebnisse der Testungen: In diesem Teil werden die empirischen Daten hinsichtlich der Effektivität des Treatments analysiert, statistisch ausgewertet und im Hinblick auf die aufgestellten Hypothesen interpretiert.
10 Zusammenfassung und Ausblick: Das Kapitel schließt mit einer Bilanz der Ergebnisse und reflektiert die Bedeutung eines angstreduzierenden Umgangs im Sportunterricht für die Zukunft.
Angst, Sportunterricht, Grundschule, Ängstlichkeit, Angstbewältigung, Sozialisation, Angsttheorien, Leistungsangst, Sportpsychologie, Selbstregulation, Stressbewältigung, empirische Untersuchung, Sportangst-Deutungsverfahren, Leistungsverhalten, Interventionsmethoden.
Die Prüfungsarbeit untersucht, wie sich Ängste im Sportunterricht der Grundschule manifestieren, welche Ursachen diesen zugrunde liegen und wie sie durch pädagogische Maßnahmen gezielt bewältigt werden können.
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Angst, den Theorien zur Angstentstehung, der Klassifizierung von Angstdimensionen im Sport sowie der Erprobung konkreter Angstbewältigungsstrategien.
Das primäre Ziel ist es, empirisch zu prüfen, ob Schüler der Grundschule durch ein gezieltes, 7-wöchiges Treatment Techniken erlernen können, um ihre sportbezogene Ängstlichkeit selbstreguliert zu mindern.
Die Arbeit nutzt eine empirische Untersuchung mit dem Sportangst-Deutungsverfahren (SAD) an Grundschülern, wobei ein Treatment- und Kontrollgruppen-Design angewandt wurde, um die Effektivität des Trainings zu evaluieren.
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden theoretischen Teil, der Ursachen und Theorien beleuchtet, und einen empirischen Teil, in dem das methodische Vorgehen und die statistischen Ergebnisse der durchgeführten Testungen präsentiert werden.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Sportangst, Angstbewältigung, Grundschulsport, Angsttheorien und selbstregulative Strategien charakterisieren.
Die Arbeit legt dar, dass autoritäre und repressive Erziehungsstile, die oft mit Bestrafung einhergehen, bei Kindern zu einem erhöhten Angstniveau führen und die Entwicklung eines stabilen Selbstwertgefühls hemmen können.
Die Ergebnisse der empirischen Studie zeigen, dass gerade überdurchschnittlich ängstliche Schüler am stärksten von dem vermittelten Treatment profitieren, da sie durch die erlernten Techniken ihr Wanderungsverhalten in weniger angstbesetzte Gruppen verbessern konnten.
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