Bachelorarbeit, 2017
41 Seiten, Note: 2,0
I. Einleitung
II. Subkultur
III. Sozialisation
IV. Die Zeugen Jehovas
1. Entstehungsgeschichte
2. Glauben und Lehre
V. Richtlinien der Zeugen Jehovas in Bezug auf
1. Freundschaft
2. Schule
3. Freizeit
4. Erziehung
5. Zucht
VI. Gegenüberstellung aktueller pädagogischer und soziologischer Positionen
1. Freundschaft
2. Schule
3. Freizeit
4. Erziehung
5. Zucht
VII. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der erzieherischen Richtlinien der Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas auf die soziale und emotionale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Dabei wird kritisch beleuchtet, inwieweit die strengen Vorgaben dieser religiösen Subkultur die Bewältigung entwicklungsspezifischer Aufgaben behindern oder zu einer sozialen Isolation führen können.
1. Freundschaft
Den Platz des besten Freundes nimmt, wie in Kapitel IV beschrieben, ausschließlich Jehova selbst ein. Es stellt ein Ziel eines Zeugen Jehovas dar, sich diese Freundschaft zu verdienen. Wird die Kindheit und Jugendzeit betrachtet, speziell im Bereich der Entwicklungsaufgaben, die dem Individuum in dieser Zeit gestellt werden, so stößt man nicht selten auf das Themengebiet der Freundschaft. Der Umgang zu einem besten Freund, einer besten Freundin des gleichen Geschlechts und auch zu Gruppen von Gleichaltrigen, den sogenannten Peer- Groups stellt sich als wichtiges Werkzeug zur Entwicklung von vertrauensvollen Kontakten und der Erkundung neuer Verhaltensmöglichkeiten dar. Zudem dienen sie als Möglichkeit, Erfahrungen von Solidarität und Beistand bei Problemen und Krisen zu machen (vgl. Hurrelmann&Quenzel, 2016, S.172). Es scheint also, als könnten stabile Freundschaften und die Einbindung in Peer- Groups einen positiven Einfluss auf Situationen und Entwicklungen bieten, den die Familie und Eltern allein nicht leisten können.
„Jugendliche haben in dieser Phase ihrer Entwicklung einen großen Bedarf an diesen Kontakten, um sich in ihrem sozialen und emotionalen Erleben und Handeln der Unterstützungs- und Vertrauensbeziehungen zu vergewissern, die ihre Eltern nun nicht mehr oder nur noch eingeschränkt anbieten können“ (Hurrelmann&Quenzel, 2016, S.173). Oft entstehen durch die Verbindungen von Freunden oder Freundinnen und Peer- Groups Cliquen. Ein Merkmal dieser Zusammenschlüsse besteht in ihrem solidarischen Charakter. Cliquen gehen in der Regel gemeinsamen Interessen und Aktivitäten nach, wodurch untereinander eine enge Gruppenidentität entstehen kann und sogar eine Form von gegenseitiger starker Bindung aufgebaut werden kann (vgl. Hurrelmann&Quenzel, 2016, S.173).
I. Einleitung: Darstellung der persönlichen Motivation und Herleitung der Forschungsfrage zur Sozialisation innerhalb religiöser Subkulturen.
II. Subkultur: Definition und soziologische Einordnung des Begriffs Subkultur sowie dessen Relevanz für geschlossene Gesellschaftssysteme.
III. Sozialisation: Erläuterung des Sozialisationsbegriffs als fortlaufenden Prozess der Persönlichkeitsentwicklung im gesellschaftlichen Kontext.
IV. Die Zeugen Jehovas: Historischer Abriss der Entstehung sowie detaillierte Beschreibung der zentralen Glaubenslehren und Organisationsstruktur.
V. Richtlinien der Zeugen Jehovas in Bezug auf: Aufzählung der spezifischen Verbote und Vorgaben der Wachtturm-Gesellschaft in den Bereichen Freundschaft, Schule, Freizeit, Erziehung und Zucht.
VI. Gegenüberstellung aktueller pädagogischer und soziologischer Positionen: Kritische Analyse und Abgleich der religiösen Richtlinien mit wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Entwicklung in der Kindheit und Jugend.
VII. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Untersuchungsergebnisse hinsichtlich der Einordnung der Zeugen Jehovas als Subkultur und der Auswirkungen auf die betroffenen Kinder und Jugendlichen.
Zeugen Jehovas, Sozialisation, Subkultur, Erziehungsrichtlinien, Wachtturm-Gesellschaft, Kindheit und Jugend, Harmagedon, Glaubensgemeinschaft, Peer-Groups, Zucht, religiöse Erziehung, Entwicklung, soziale Isolation, Weltanschauung, Fundamentalismus.
Die Arbeit untersucht die erzieherischen Leitlinien der Zeugen Jehovas und analysiert deren Auswirkungen auf die Entwicklung und Sozialisation von Kindern und Jugendlichen, die in dieser Glaubensgemeinschaft aufwachsen.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die fünf Bereiche Freundschaft, Schule, Freizeit, Erziehung und Zucht.
Die zentrale Frage lautet: „Welche Auswirkungen erfahren Kinder und Jugendliche im Bereich Entwicklung und Sozialisation?“ innerhalb der religiösen Subkultur der Zeugen Jehovas.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturarbeit, die einen Vergleich zwischen Schriften der Wachtturm-Gesellschaft und aktuellen wissenschaftlichen Positionen der Sozialisations- und Erziehungswissenschaft vornimmt.
Im Hauptteil werden zunächst die spezifischen Richtlinien der Zeugen Jehovas dargelegt und anschließend den gängigen pädagogischen und soziologischen Erkenntnissen zu den Themen Freundschaft, Schule, Freizeit, Erziehung und Zucht gegenübergestellt.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Sozialisation, Subkultur, Zeugen Jehovas, religiöse Erziehung, Entwicklungsaufgaben und Zucht charakterisiert.
Der Autor hinterfragt den Zuchtbegriff im Kontext der deutschen Rechtsprechung und moderner Pädagogik, wobei er vor allem die Gefahr der seelischen Gewalt und die Hemmung der kindlichen Identitätsentwicklung durch autoritäre Strukturen kritisiert.
Der Autor konstatiert eine Entmündigung der Eltern, da diese ihre Erziehungsmethoden strikt nach den Vorgaben der Wachtturm-Gesellschaft ausrichten müssen und dabei eigene reflektierte pädagogische Entscheidungen in den Hintergrund stellen.
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