Magisterarbeit, 2007
88 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Methodische und theoretische Grundannahmen
2.1. Arbeitsmigration, Globalisierung und der Nationalstaat
2.2. Migrationssysteme
2.2.1. Die Krise der Push- und Pull-Ansätze
2.2.2. Verknüpfung von Mikro- und Makro-Ebenen
2.2.3. Migrationssystem-Ansätze
2.2.4. Typologie von Einflussfaktoren
2.3. Neo-Gramscianismus
2.3.1. Das Konzept transnationaler Hegemonie
2.3.2. Erklärung strukturellen Wandels
2.3.3. Migrationssteuerung – ein neoliberales Projekt?
3. Erstes Fallbeispiel: Die Philippinen
3.1. Sozio-ökonomischer und politischer Wandel
3.2. Institutionalisierung von Migrationsprozessen
3.2.1. Rekrutierung
3.2.2. Betreuung im Ausland
3.2.3. Reintegrationsprogramme
3.3. Feminisierung und Flexibilisierung transnationaler Arbeit
4. Zweites Fallbeispiel: Spanien
4.1. Sozio-ökonomischer und politischer Wandel
4.2. Externalisierung von Migrationspolitik
4.2.1. Legalisierungen
4.2.2. Quotensysteme
4.2.3. Bilaterale Migrationsverträge
4.3. Ethnische Segmentierung von Arbeitsmärkten
5. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten staatlicher Steuerung internationaler Arbeitsmigration im Kontext der Globalisierung. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit Nationalstaaten durch zirkuläre Migrationsprozesse in ihrer Steuerungsfunktion beeinflusst werden und welche Strategien sie entwickeln, um den globalen Arbeitsmarkt optimal für nationale Interessen zu nutzen.
2.2.3. Migrationssystem-Ansätze
„A migration system, than, is any movement of persons between states, the social, economic, and cultural effects of such movements, and the patterned interactions among such effects.”
Ende der 80er Jahre führte die Erkenntnis, dass Migranten als Arbeitssuchende, Flüchtlinge, Studenten oder Geschäftsleute nicht langfristig, sondern zeitlich begrenzt im Ausland leben und migrationspolitische Maßnahmen zunehmend in Absprache mit anderen Staaten getroffen wurden, zu einer Neuausrichtung des migrationstheoretischen Diskurses über die bis dahin angewandten Konzepte der Migrationsforschung.
Einer der umfassendsten Ansätze aus dieser Zeit ist die Beschreibung internationaler Migration als einen Prozess interaktiver Verknüpfungen zwischen zwei, oder mehreren Länder. Bisher waren Migrationsprozesse in der Regel entweder aus der Perspektive des Ausreise- oder des Einreiselandes betrachtet worden, sodass die inhärente Dynamik von Migrationsströmen nur unzureichend erklärt werden konnte. Die Entwicklung eines systematischen Analyserahmens wechselseitiger Verbindungen und Kontextfaktoren bietet die Möglichkeit, neu erkannte Phänomene wie Re-Migration oder Rücküberweisungen zu erklären und die politischen und strukturellen Abhängigkeiten, die an beiden Enden des Migrationsflusses betrachtet werden, nachzuvollziehen.
1. Einleitung: Darstellung des Paradigmenwechsels in der Migrationspolitik hin zu temporären Programmen (TMPs) und Einführung der systemanalytischen Fragestellung zur Rolle des Staates.
2. Methodische und theoretische Grundannahmen: Theoretische Herleitung der Migrationssysteme sowie Anwendung der neo-gramscianischen Theorie zur Analyse von Machtverhältnissen und staatlicher Handlungsfähigkeit.
3. Erstes Fallbeispiel: Die Philippinen: Untersuchung der institutionellen Migrationssteuerung eines führenden Auswanderungslandes und der sozialen Folgen der strukturellen Abhängigkeit von Rücküberweisungen.
4. Zweites Fallbeispiel: Spanien: Analyse der spanischen Einwanderungspolitik, der Legalisierungsprogramme und der Externalisierung von Migrationssteuerung durch bilaterale Abkommen.
5. Zusammenfassung: Synthese der Erkenntnisse über die Begrenztheit staatlicher Steuerungsansätze gegenüber globalen Migrationsdynamiken bei gleichzeitiger Anpassung nationaler Strategien.
Internationale Arbeitsmigration, Nationalstaat, Globalisierung, Migrationssysteme, Neo-Gramscianismus, Transnationale Hegemonie, Philippinen, Spanien, Remittances, Migrationssteuerung, Arbeitsmarktsegmentierung, Bilaterale Migrationsverträge, Migrationsnetzwerke, Politische Ökonomie, Arbeitsmarktflexibilisierung.
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse staatlicher Möglichkeiten zur Steuerung internationaler Arbeitsmigration vor dem Hintergrund globaler sozio-ökonomischer Veränderungen.
Zentrale Themen sind die Rolle des Nationalstaates, die Auswirkungen von Globalisierung auf Migrationsprozesse sowie die Verknüpfung von ökonomischen und politischen Interessen bei der Migrationssteuerung.
Das Ziel ist es, den Einfluss temporärer und zirkulärer Migrationsprozesse auf die staatliche Handlungsfähigkeit zu untersuchen und zu bewerten, wie Staaten diese Prozesse "managen".
Es wird ein systemanalytischer Ansatz verfolgt, der durch die neo-gramscianische Theorie ergänzt wird, um transnationale Macht- und Herrschaftsverhältnisse historisch-analytisch zu erfassen.
Der Hauptteil gliedert sich in zwei Fallstudien: Die Philippinen als klassisches Auswanderungsland mit einem institutionalisierten Migrationssystem und Spanien als Einwanderungsland mit einer zunehmend externalisierten Migrationspolitik.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Migrationssysteme, Arbeitsmarktsegmentierung, globale Ökonomie, staatliche Steuerungsautonomie und transnationale soziale Räume beschreiben.
Die Auswahl begründet sich durch die gegensätzliche Ausgangslage als Auswanderungs- bzw. Einwanderungsland, die beide massiv durch Migrationsprozesse in ihrer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Struktur geprägt sind.
Der Autor konstatiert eine strukturelle Abhängigkeit, die den Staat dazu zwingt, Migrationsprozesse aktiv zu fördern und zu institutionalisieren, um die Deviseneinnahmen und die soziale Stabilität zu sichern.
Pateras (Flüchtlingsboote) symbolisieren die Herausforderung der illegalen Einwanderung, auf die Spanien mit einem Ausbau der Grenzsicherung (SIVE) und der Forcierung bilateraler Rücknahmeabkommen reagiert hat.
Staaten agieren zunehmend als Vermittler, die nationale Rahmenbedingungen an die Erfordernisse des globalen kapitalistischen Wettbewerbs anpassen, anstatt Migrationsströme rein nach nationalen Kriterien zu kontrollieren.
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