Magisterarbeit, 2008
80 Seiten, Note: 2,0
VORWORT
EINLEITUNG
POSTMODERNE
ZUM UMGANG MIT JEAN BAUDRILLARD
EINLEITENDE ZUSAMMENFASSUNG
I. VOM ABSOLUTEN ZEICHEN ZUM SIMULAKRUM
1. SIMULATION
1. 1. SIMULIEREN, DISSIMULIEREN & FINGIEREN
1. 2. PRÄSENTATION & SIMULATION
1. 3. GOTTESBILDER & BILDERSTÜRMER
2. ORDNUNGEN DER SIMULAKREN
2. 1. DIE ERSTE ORDNUNG DER SIMULAKREN
2. 2. DIE ZWEITE ORDNUNG DER SIMULAKREN
2. 3. DIE DRITTE ORDNUNG DER SIMULAKREN
2. 4. HÖHLENGLEICHNIS
2. 5. KÜNSTLICHKEITSSPIRALE: TASSADAY & LASCAUX
2. 6. RETTUNG DES REALITÄTSPRINZIPS: DISNEYLAND & WATERGATE
II. VON DER REALITÄT ZUR HYPERREALITÄT
1. GENEALOGIE DER WERTGESETZE VON KARL MARX
2. ARBEIT UND PRODUKTION
2. 1. AUFRICHTIGKEIT & WERBUNG
3. DER DIGITALE CODE
3. 1. KOMMUNIKATION & STATISTIK
3. 2. DIE VIRTUELLE GESELLSCHAFT
Kunst & Illusion
Objekt & Verführung
KRITIK, DISKUSSION UND SCHLUSSBETRACHTUNG
Diese Arbeit zielt darauf ab, die von Jean Baudrillard oft unsystematisch verstreuten Gedanken zu ordnen und sein Gedankensystem sowie dessen Auswirkungen auf verschiedene gesellschaftliche Lebensbereiche nachzuzeichnen. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie das Verschwinden der Realität durch die Hyperrealität und das Theorem der Simulation das Wahrheitsprinzip und das Verständnis von Zeichen und Referenten im heutigen Zeitalter beeinflusst.
Simulieren, Dissimulieren & Fingieren
Um nachzuvollziehen, was genau Baudrillard unter dem Begriff der »Simulation« versteht, beginnt er einleitend eine begriffliche Unterscheidung zwischen »Simulation«, »Dissimulation« und dem »Fingieren«. Diese drei verschiedenen Vorgehensweisen ermöglichen grundsätzlich das Verändern der Erscheinung der Wirklichkeit. Dies geschieht in unterschiedlich starken Ausprägungen und mit der Möglichkeit auf die Realität zurückzugreifen oder dies nicht zu tun.
»Fingieren« bedeutet eine Anwesenheit oder Präsenz vorzutäuschen, »Dissimulieren« meint eine bewusste Verheimlichung, also das Fingieren einer Absenz. Beide Vorgehensweisen befinden sich auf einer Wirkungsebene, insofern sie die Anwesenheit oder Abwesenheit von etwas vortäuschen. Sie tasten aber dabei das Realitätsprinzip nicht an, denn es bleibt jene Differenz zur Wirklichkeit bestehen, insofern immer noch die Unterscheidung zwischen »Realem« und »Fingiertem« möglich bleibt. Die Täuschung als solche ließe sich - wenn man genau hinsähe – entdecken. Bei einer »Simulation« jedoch verhält es sich anders, denn hier wird wirklichkeitsgetreu nachgeahmt, eine Präsenz oder eine Absenz von etwas vorgetäuscht und die dazu erforderlichen und passenden Symptome erzeugt. Die Unterscheidung zwischen »Realem« und »Nachgeahmten« oder »wahr« und »falsch« kann nicht mehr getroffen werden, die Differenz zur Wirklichkeit verliert sich und das Realitätsprinzip greift nicht mehr.
1. SIMULATION: Einführung in die Begrifflichkeiten von Simulation, Dissimulation und Fingieren sowie deren Auswirkungen auf die Wahrnehmung von Realität.
2. ORDNUNGEN DER SIMULAKREN: Systematische Herleitung der verschiedenen historischen und gesellschaftlichen Ordnungsstufen von Simulakren, von der Imitation bis zur Simulation der dritten Ordnung.
1. GENEALOGIE DER WERTGESETZE VON KARL MARX: Analyse der Transformation des Wertbegriffs im Übergang von der klassischen Warenökonomie zum strukturalen Wertgesetz.
2. ARBEIT UND PRODUKTION: Untersuchung der Entmaterialisierung menschlicher Arbeit, die in der Hyperrealität zur reinen Zeichenproduktion verkommt.
3. DER DIGITALE CODE: Analyse der Rolle binärer Systeme und digitaler Datenströme als steuernde Kraft in einer vernetzten Gesellschaft.
Jean Baudrillard, Simulation, Hyperrealität, Simulakrum, Postmoderne, Wertgesetz, Digitaler Code, Realitätsprinzip, Gesellschaft, Zeichen, Repräsentation, Konsumgesellschaft, Medien, Kritik, Kapitalismus.
Die Arbeit analysiert das philosophische und gesellschaftskritische Denken Jean Baudrillards mit dem Fokus auf sein Theorem der Simulation und die damit verbundene Auflösung der Realität.
Zentrale Felder sind die Postmoderne, die Entwicklung der Simulakren, die Transformation von Arbeit und Produktion sowie die Rolle der Medien und des digitalen Codes.
Das Ziel ist es, Baudrillards unsystematische Thesen zusammenzufassen, sein Gedankensystem zu systematisieren und die Relevanz seiner Kritik für das Verständnis der gegenwärtigen Hyperrealität zu prüfen.
Es handelt sich um eine deskriptive und kritisch-analytische Untersuchung, die sich auf zentrale Quellentexte Baudrillards stützt und diese mit soziologischen sowie philosophischen Diskursen kontrastiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die genealogische Entwicklung der Simulakren und Wertgesetze sowie eine Untersuchung der Auswirkungen des digitalen Codes auf Kommunikation, Arbeit und gesellschaftliche Strukturen.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Simulation, Hyperrealität, Simulakrum, Code, Wertgesetz und die Entwertung des Realen charakterisiert.
Die Arbeit nutzt das Gleichnis als Bild für die heutige Situation, in der der Philosoph Baudrillard zwar die Simulation erkennt, jedoch keinen Ausgang aus der „Höhle“ der Hyperrealität aufzeigen kann.
Baudrillards Kritik wird dahingehend analysiert, dass Werbung heute nicht mehr nur Produkte bewirbt, sondern die Obszönität der Kommunikation als tautologisches System der Herrschaft offenlegt.
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