Diplomarbeit, 2008
66 Seiten, Note: 1,7
1 Einführung
2 Die Organschaft im deutschen Steuerrecht
2.1 Steuergeschichtliche Entwicklung der Organschaft in Deutschland
2.2 Voraussetzungen für die Organschaft
2.2.1 Überblick
2.2.2 Organträger
2.2.3 Organgesellschaft
2.2.4 Gewinnabführungsvertrag
2.2.5 Finanzielle Eingliederung
2.3 Steuerrechtliche Wirkung der Organschaft
3 Rechtssache Marks & Spencer
3.1 Einfluss des Gemeinschaftsrechts auf nationales Steuerrecht
3.2 Sachverhalt
3.3 Entscheidung des EuGH
4 Auswirkungen für die deutsche Organschaft
4.1 Reaktion der deutschen Finanzverwaltung
4.2 Übertragung des Urteils auf das deutsche Steuerrecht
4.2.1 Anwendbarkeit von EuGH-Urteilen
4.2.2 Überprüfung der Voraussetzungen der Organschaft
4.2.3 Überprüfung möglicher Rechtfertigungsgründe
4.3 Weitere Verfahren mit möglichen Auswirkungen für die deutsche Organschaft
4.3.1 Rechtssache Oy AA
4.3.2 Rechtssache Rewe Zentralfinanz
4.3.3 Rechtssache Lidl Belgium
4.4 Konsequenzen für die deutsche Organschaft
5 Gestaltungsalternativen im deutschen Steuerrecht
5.1 Vorüberlegungen
5.2 Abschaffung der Organschaft
5.3 Anpassung der Voraussetzungen für die Organschaft
5.4 Einführung einer Gruppenbesteuerung in Deutschland
5.4.1 Prinzipien der Gruppenbesteuerung
5.4.2 Gruppenbesteuerung im europäischen Ausland
6 Schlussbemerkungen
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen des EuGH-Urteils zur "Rechtssache Marks & Spencer" auf die steuerliche Organschaft in Deutschland, mit dem Ziel, die Vereinbarkeit der nationalen Regelungen mit dem Gemeinschaftsrecht sowie notwendige Anpassungsoptionen zu prüfen.
3.2 Sachverhalt
Die britische Handelskette Marks & Spencer verzeichnete seit der Mitte der neunziger Jahre zunehmende Verluste bei den Tochtergesellschaften in Kontinentaleuropa. Man entschied daher, sich aus diesem Geschäft zurückzuziehen und sich auf den Heimatmarkt zu konzentrieren. Aus diesem Grund wurde die französische Tochtergesellschaft zum 31. Dezember 2001 an Dritte verkauft und die Tätigkeit der übrigen Tochtergesellschaften eingestellt.
Das Unternehmen Marks & Spencer beantragte daraufhin im Vereinigten Königreich den Konzernabzug gemäß Anhang 17 a Abs. 6 ICTA für die in den Wirtschaftsjahren 1998-2001 aufgelaufenen Verluste ihrer in Belgien, Deutschland und Frankreich ansässigen Tochtergesellschaften.
1 Einführung: Die Arbeit thematisiert die Herausforderungen bei grenzüberschreitenden Konzernverlusten im europäischen Binnenmarkt vor dem Hintergrund der Niederlassungsfreiheit.
2 Die Organschaft im deutschen Steuerrecht: Das Kapitel erläutert die geschichtliche Entwicklung und die spezifischen nationalen Voraussetzungen wie Gewinnabführungsvertrag und finanzielle Eingliederung.
3 Rechtssache Marks & Spencer: Hier wird der Einfluss des Gemeinschaftsrechts analysiert, der Sachverhalt dargestellt und die wegweisende EuGH-Entscheidung zur Verlustberücksichtigung untersucht.
4 Auswirkungen für die deutsche Organschaft: Dieses Kapitel prüft kritisch die Vereinbarkeit der deutschen Organschaftsregeln mit dem EU-Recht unter Einbeziehung weiterer EuGH-Verfahren wie Oy AA und Lidl Belgium.
5 Gestaltungsalternativen im deutschen Steuerrecht: Es werden Optionen wie die Abschaffung, Anpassung der Voraussetzungen oder die Einführung einer modernen Gruppenbesteuerung diskutiert.
6 Schlussbemerkungen: Zusammenfassend wird dringender Handlungsbedarf konstatiert, um die deutsche Konzernbesteuerung europarechtskonform zu gestalten.
Organschaft, Konzernbesteuerung, EuGH, Marks & Spencer, Niederlassungsfreiheit, Verlustverrechnung, Gewinnabführungsvertrag, Europäisches Steuerrecht, Steuerhoheit, Gruppenbesteuerung, Gemeinschaftsrecht, Verlustvortrag, Doppelbesteuerung, Untergesellschaft, Obergesellschaft
Die Arbeit befasst sich mit der steuerrechtlichen Organschaft in Deutschland und deren Konformität mit dem europäischen Gemeinschaftsrecht nach dem Urteil des EuGH in der Rechtssache Marks & Spencer.
Zu den zentralen Themen gehören das deutsche Organschaftsrecht, die europäische Niederlassungsfreiheit, grenzüberschreitende Verlustverrechnungsmöglichkeiten und der Vergleich zu Gruppenbesteuerungssystemen anderer EU-Staaten.
Das Ziel ist es, zu ermitteln, ob die derzeitigen deutschen Beschränkungen der Organschaft die Niederlassungsfreiheit verletzen und welche Handlungsalternativen für den Gesetzgeber bestehen.
Die Arbeit stützt sich primär auf eine steuerrechtliche Analyse der aktuellen EuGH-Rechtsprechung im Kontext der nationalen Gesetzgebung und ergänzt dies durch einen rechtsvergleichenden Blick auf EU-Auslandssysteme.
Der Hauptteil analysiert die Voraussetzungen der deutschen Organschaft, die Auswirkungen des Marks & Spencer-Urteils sowie weiterer relevanter Fälle (Oy AA, Rewe Zentralfinanz, Lidl Belgium) und diskutiert Konzepte der Gruppenbesteuerung.
Typische Begriffe sind Organschaft, Konzernbesteuerung, Niederlassungsfreiheit, Verlustverrechnung und europäisches Gemeinschaftsrecht.
Die deutsche Regierung betonte in Stellungnahmen die europarechtliche Vereinbarkeit der nationalen Lage, ließ jedoch parallel Gutachten erstellen, was auf internen Beratungsbedarf hindeutet.
Diese Konzepte dienen als Grundlage für die steuerliche Behandlung von Unternehmensgruppen und verdeutlichen den Unterschied zwischen der restriktiven deutschen Organschaft und moderneren europäischen Ansätzen.
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