Bachelorarbeit, 2014
39 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Der historische Sprachkontakt in der Zeit des Humanismus
2.1 Die dritte lateinische Welle
2.2 Die Wirkungen des Sprachkontakts
3. Die Formen der Entlehnung
4. Die Fachtexte des 16. Jahrhunderts
5. Die frühe Grammatikschreibung des Deutschen
6. Biografische Angaben des Grammatikers Valentin Ickelsamer
7. Valentin Ickelsamers Fachtext: „Teutsche Grammatica“
7.1 Inhaltliche Elemente des Werkes
7.2 Das Grammatikverständnis von Ickelsamer
7.3 Die Adressaten der „Teutschen Grammatica“
7.4 Eine allgemeine frühneuhochdeutsche Analyse im Werk
7.5 Eine spezielle Analyse des Fremdwortgebrauchs im Werk
7.5.1 Das Fremdwort als grammatischer Terminus
7.5.1.1 Die Fremdwörter A-O
7.5.1.2 Die Fremdwörter P-V
7.5.2 Weitere Fremdwortbeispiele
8. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Sprachkontakt während der Zeit des Humanismus, insbesondere im 16. Jahrhundert, anhand des Fremdwortgebrauchs in Valentin Ickelsamers „Teutsche Grammatica“. Ziel ist es, die Rolle von Fremdwörtern innerhalb eines frühneuzeitlichen Fachtextes sowie Ickelsamers Bestrebungen zur Eindeutschung grammatischer Fachterminologie zu analysieren.
7.2 Das Grammatikverständnis von Ickelsamer
Bereits im ersten Satz des Vorwortes nach dem Titelblatt begründet Ickelsamer die Namensgebung Grammatica:
DIsem Büchlein hab ich ainē namen gebē, Grāmatica, darumb das es die besten vn̅ fürnemesten stuck der Grammatic handelt. Naͤmlich den verstand der Buchstaben, des lesens vnd der Teutschen woͤrter.71
Er legt hier zwei Bedeutungen offen. Einerseits verbindet er mit dem Begriff Grammatik eine Bezeichnung seines Werkes. Andererseits impliziert das Wort bereits inhaltliche Aspekte. Zudem kräftigt seine Begriffsbestimmung meinen zuvor herausgestellten Aspekt, dass es sich bei der Grammatik größtenteils um eine Leselehre handelt und dass die Wortherkunft für ihn sehr wichtig zu sein scheint. Im Verlauf des Textes wird an zahlreichen Stellen seine Distanzierung zur Fremdsprachengrammatik deutlich. So spricht er beispielsweise ebenfalls in seinem Vorwort davon, dass eine Übersetzung der lat. Grammatik nicht zugleich eine deutsche entstehen lässt.72 Er positioniert sich diesbezüglich für einen selbstständigen Charakter des Deutschen und zeigt seine Abgrenzung zu den damaligen Donat-Übersetzungen, die sich vor allem nach der lat. Grammatik ausrichteten.73 Der folgende Textauszug stellt Ickelsamers geforderte inhaltliche Ansprüche an eine Grammatik bzw. wichtige Informationen über sein Grammatikverständnis dar:
Der aber die acht tayl der rede recht verteütschet vnd erklaͤret mit jren accidentijs vnd zugehoͤrungen zum rechtē gründtlichen verstandt der Teütschen woͤrter vnd rede, sampt ainer guten teütschen Syntari oder Construction, das ist, gantzer versamelter vnd rechter kunstmaͤssiger teütscher rede, das wer auch billich ain teütsche Grāmatica zunennnen, vnd es würdts villeicht auch ainmal ainer thun.74
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Untersuchung des Sprachkontakts und des Fremdwortgebrauchs im Humanismus am Beispiel von Ickelsamers „Teutsche Grammatica“.
2. Der historische Sprachkontakt in der Zeit des Humanismus: Das Kapitel behandelt die Auswirkungen des historischen Sprachkontakts und die „dritte lateinische Welle“ auf die deutsche Sprache dieser Epoche.
3. Die Formen der Entlehnung: Es werden die verschiedenen theoretischen Formen der Entlehnung von Wörtern definiert und differenziert.
4. Die Fachtexte des 16. Jahrhunderts: Dieses Kapitel beschreibt die Bedeutung und Struktur des wachsenden Fachschrifttums und dessen Übersetzungspraxis im 16. Jahrhundert.
5. Die frühe Grammatikschreibung des Deutschen: Es wird die Entstehung der ersten orthographisch-grammatischen Anleitungen durch Schreiber und Schulmeister beleuchtet.
6. Biografische Angaben des Grammatikers Valentin Ickelsamer: Das Kapitel skizziert den Lebensweg Ickelsamers unter Berücksichtigung seines Einflusses durch Humanismus und Reformation.
7. Valentin Ickelsamers Fachtext: „Teutsche Grammatica“: Dieser Hauptteil analysiert Inhalt, Zielgruppe, Rechtschreibung und insbesondere den Fremdwortgebrauch im Werk Ickelsamers detailliert.
8. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und würdigt Ickelsamers Werk als wichtigen Beginn der deutschen Grammatikschreibung.
Valentin Ickelsamer, Teutsche Grammatica, Sprachkontakt, Humanismus, Fremdwortgebrauch, Entlehnung, frühneuhochdeutsch, Grammatikschreibung, Leselehre, Fachsprache, Code-Switching, Sprachgeschichte, Morphologie, Orthographie, Eindeutschung
Die Arbeit analysiert den Sprachkontakt zwischen Latein und Deutsch während der Zeit des Humanismus (15./16. Jh.) anhand der Fremdwörter, die in Valentin Ickelsamers Grammatik „Teutsche Grammatica“ verwendet werden.
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Sprachkontaktforschung, der Entwicklung der Fachsprachen im 16. Jahrhundert, der Entstehung der deutschen Grammatikschreibung sowie der Analyse von Entlehnungsprozessen.
Das Hauptziel besteht darin, aufzuzeigen, wie Ickelsamer mit fremdsprachlichem (lateinischem/griechischem) Wortgut umging und welche Bestrebungen er verfolgte, diese Begriffe in das Deutsche zu integrieren oder durch deutsche Entsprechungen zu ersetzen.
Die Arbeit nutzt eine textanalytische Untersuchung. Ickelsamers „Teutsche Grammatica“ wird hinsichtlich grammatikalischer Termini und deren Integration (z.B. morphologische Anpassung, Großschreibung, Erklärung durch Synonyme) untersucht.
Der Hauptteil gliedert sich in eine biografische Einordnung Ickelsamers, eine Beschreibung der „Teutschen Grammatica“ (Inhalt, Didaktik, Adressaten) sowie eine spezialisierte Untersuchung ausgewählter Fremdwörter, unterteilt in grammatische Termini und allgemeine Fremdwörter.
Wesentliche Begriffe sind Sprachkontakt, Humanismus, Ickelsamer, Fremdwortgebrauch, Eindeutschung, frühneuhochdeutsch, Grammatikschreibung und Fachterminologie.
Ickelsamers Lebensweg, geprägt durch seine Tätigkeit als Schulmeister und Kontakte zur Schwärmerbewegung, liefert den notwendigen Hintergrund, um seine didaktischen Ansätze und seine Intention hinter der „Teutschen Grammatica“ besser zu verstehen.
Ickelsamer sah sein Werk primär als Leselehre („Schreib- und Leselehre“), während eine moderne Grammatik das gesamte System der Sprache (Syntax, Morphologie etc.) umfasst; Ickelsamer betrachtete manche Aspekte (wie Kasusbildung) als ohnehin von der Mutter erlernbar.
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