Masterarbeit, 2020
89 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Gegenwärtigkeit, Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit
1.2 Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit
2. Theoretische Grundlagen zur Verhaltensorientierung im Controlling
2.1 Entwicklungsgeschichte
2.2 Begriffsdefinitionen
2.2.1 Betriebswirtschaftslehre und Verhaltenswissenschaften
2.2.2 Verhalten
2.2.2.1 Verhaltenstheorie
2.2.2.2 Handlungstheorie
2.2.3 Zugrunde liegendes Verhaltensverständnis
2.3 Entscheidungsanomalien
2.3.1 Kognitive Verzerrungen
2.3.2 Motivationale Verzerrungen
2.4 Psychologie und Controlling
2.4.1 Grundlagen
2.4.2 Verhaltensorientiertes Controlling
2.4.3 Psychologische Phänomene und die Auswirkungen auf das Controlling
2.4.3.1 Urteilsverzerrungen
2.4.3.2 Soziale Einflüsse
2.4.3.3 Informationsverarbeitung im Affekt
3. Konzeptionelle Grundlagen der Verhaltensorientierung und ihre Relevanz für das Controlling
3.1 Ökonomischer Ansatz und Bezug zum Homo oeconomicus
3.1.1 Grundlagen des ökonomischen Ansatzes
3.1.2 Annahmen des ökonomischen Verhaltensmodells
3.1.3 Relevanz für das Controlling
3.2 Homo oeconomicus vs. Homo heuristicus
3.3 Prinzipal-Agent-Theorie
3.3.1 Grundlagen
3.3.2 Relevanz für das Controlling
3.4 Konzept des internen Modells
3.4.1 Grundlagen
3.4.2 Relevanz für das Controlling
4. Verhaltensorientiertes Controlling in der heutigen Praxis
4.1 Verhaltensorientierte Analyse ausgewählter Controlling-Hauptprozesse und Handlungsempfehlungen
4.1.1 Projekt- und Investitionscontrolling
4.1.1.1 Definition
4.1.1.2 Problemstellung aus verhaltensorientierter Sicht und Konsequenzen für das Controlling
4.1.2 Managementreporting
4.1.2.1 Definition
4.1.2.2 Problemstellung aus verhaltensorientierter Sicht und Konsequenzen für das Controlling
4.1.3 Steuerung mit Kennzahlen
4.1.3.1 Definition
4.1.3.2 Problemstellung aus verhaltensorientierter Sicht und Konsequenzen für das Controlling
4.1.4 Risikomanagement
4.1.4.1 Definition
4.1.4.2 Problemstellung aus verhaltensorientierter Sicht und Konsequenzen für das Controlling
4.1.5 Planung und Budgetierung
4.1.5.1 Definition
4.1.5.2 Problemstellung aus verhaltensorientierter Sicht und Konsequenzen für das Controlling
4.1.5.3 Verhaltensorientierte Beispiele aus der Planungs- und Budgetierungspraxis
4.1.6 Forecast
4.1.6.1 Definition
4.1.6.2 Problemstellung aus verhaltensorientierter Sicht und Konsequenzen für das Controlling
4.2 Entwicklungstendenzen hinsichtlich der Kompetenzanforderungen an Controller
5. Erkenntnisse der Arbeit
6. Kritische Würdigung und Ausblick
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, verhaltensorientiertes Controlling zu analysieren, insbesondere im Hinblick auf kognitive und motivationale Verzerrungen in zentralen Controlling-Prozessen. Es soll untersucht werden, wie diese Verzerrungen die Entscheidungsfindung beeinflussen und welche Maßnahmen Controller ergreifen können, um diesen negativen Einflüssen entgegenzuwirken.
2.3.1 Kognitive Verzerrungen
Dieses Kapitel beschreibt die, in dieser Arbeit vertretenen, kognitiven Verzerrungen in alphabetischer Reihenfolge. Diese Verzerrungsart wird von Fehlwahrnehmungen erzeugt.
Als erstes ist der Ankerungseffekt zu beschreiben. Die Einordung in die Sphäre der kognitiven Verzerrungen ist sinnvoll, da hier Defizite in Bezug auf objektiv richtige Wahrnehmungen von Informationen möglich sind. Der Ankerungseffekt umfasst das Phänomen, bei dem der Akteur sich an einen Orientierungswert klammert. Dies kann eine Budgetvorgabe aus einer Vorperiode oder ein festgelegter Preis für ein Gut sein. Die Einschätzung von zukünftigen Entscheidungen und möglichen Investitionen wird somit manipuliert. Der Ankerungseffekt kann durch partiell kombinierte Informationen aus irrelevanten Spektren, wie bspw. das Lesen eines Zeitungsartikels, gefördert werden. Die Daten werden in diesem Fall fehlerhaft wahrgenommen und verarbeitet. Hieraus resultiert eine minderwertige Entscheidungsfindung. Auf diese Entscheidungsanomalie wird unter anderem bei der Betrachtung des Projekt- und Investitionscontrolling in Kapitel 4.1.1 intensiver eingegangen.
Der Bestätigungsfehler folgt daraus, dass Daten, die gegensätzlich zur individuellen Auffassung sind, nicht in den Entscheidungsprozess einbezogen werden. Lediglich Informationen, die die eigenen Entscheidungen untermauern werden aktiv gesucht und in die Entscheidungsfindung involviert. Detaillierter wird auf dieses Phänomen in Kapitel 4.1.2 dem Managementreporting eingegangen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Verknüpfung von Psychologie und Wirtschaftswissenschaften im Controlling ein und erläutert die Relevanz verhaltensorientierter Ansätze für die Entscheidungsfindung.
2. Theoretische Grundlagen zur Verhaltensorientierung im Controlling: Dieses Kapitel liefert das theoretische Fundament, definiert zentrale Begriffe und analysiert verschiedene kognitive sowie motivationale Verzerrungen.
3. Konzeptionelle Grundlagen der Verhaltensorientierung und ihre Relevanz für das Controlling: Hier werden ökonomische Modelle, das Konzept des Homo heuristicus, die Prinzipal-Agent-Theorie und interne Modelle zur Erklärung von Entscheidungsverhalten vorgestellt.
4. Verhaltensorientiertes Controlling in der heutigen Praxis: Dieser Hauptteil überträgt die theoretischen Erkenntnisse auf praktische Controlling-Prozesse wie Investition, Reporting, Kennzahlen, Risikomanagement sowie Planung und beleuchtet die Anforderungen an Controller.
5. Erkenntnisse der Arbeit: Das Kapitel fasst die wesentlichen Ergebnisse der Analyse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit, psychologische Erkenntnisse in die Controlling-Praxis zu integrieren.
6. Kritische Würdigung und Ausblick: Diese abschließende Würdigung reflektiert die praktische Umsetzung verhaltensorientierter Ansätze und zeigt weiteren Forschungsbedarf auf.
Verhaltensorientiertes Controlling, kognitive Verzerrungen, motivationale Verzerrungen, Entscheidungsanomalien, Homo oeconomicus, Homo heuristicus, Prinzipal-Agent-Theorie, Managementreporting, Investitionscontrolling, Planungsmentalität, Rationalitätssicherung, Risikomanagement, Selbstüberschätzung, Ankerungseffekt, Kompetenzanforderungen
Die Arbeit untersucht die Integration psychologischer Erkenntnisse in das Controlling, um kognitive und motivationale Verzerrungen in Entscheidungsprozessen zu identifizieren und zu minimieren.
Die zentralen Themen umfassen die Verhaltensorientierung im Controlling, Entscheidungsanomalien, die Prinzipal-Agent-Theorie, die Gestaltung von Managementprozessen sowie die sich ändernden Kompetenzprofile von Controllern.
Ziel ist es, das Verständnis für das Handeln von Managern und Controllern zu verbessern, indem die psychologischen Ursachen für Fehlentscheidungen (Verzerrungen) aufgedeckt und methodische Gegensteuerungsmaßnahmen entwickelt werden.
Es handelt sich um eine qualitative Literaturarbeit, die Erkenntnisse aus der psychologischen und wirtschaftswissenschaftlichen Fachliteratur im Zeitraum von 1974 bis 2020 analysiert und synthetisiert.
Im Hauptteil wird das verhaltensorientierte Controlling auf konkrete Prozesse wie Projekt- und Investitionscontrolling, Managementreporting, Steuerung mit Kennzahlen, Risikomanagement sowie Planung und Budgetierung angewendet.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie verhaltensorientiertes Controlling, kognitive und motivationale Verzerrungen, Entscheidungsanomalien, Homo heuristicus und Rationalitätssicherung charakterisiert.
Controller sollten sich der Existenz dieses Effekts bewusst sein, bei Prognosen nicht blind auf Daten aus der Vergangenheit vertrauen und proaktiv kritische Plausibilisierungsgespräche mit den Führungskräften führen.
Es ist eine Technik zur Minimierung von Risiken, bei der eine Gruppe annimmt, ein Projekt sei bereits gescheitert, um daraufhin individuell und kollektiv die potenziellen Gründe für dieses Scheitern zu analysieren.
Eine offene und fehlertolerante Unternehmenskultur ist entscheidend, um Entscheidungsträger dazu zu bewegen, Risiken frühzeitig offen zu legen und proaktiv an der Korrektur von Fehlentwicklungen mitzuarbeiten.
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