Bachelorarbeit, 2020
57 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
1 Begriffsbestimmung und -diskussion
1.1 Sexualität
1.2 Geistige Behinderung
1.3 Personenkreis der Kinder und Jugendlichen mit geistiger Behinderung
1.4 Sexuelle Selbstbestimmung
1.5 Sexualpädagogik
1.6 Sexualerziehung und Sexualaufklärung
1.7 Sexuelle Bildung
2 Rechtliche Rahmenbedingungen sexueller Bildung
2.1 Recht auf Sexualität und sexuelle Selbstbestimmung
2.2 Recht auf Bildung und Sexualaufklärung
3 Merkmale von Kindern und Jugendlichen mit geistiger Behinderung
3.1 Sexualität und sexuelle Entwicklung
3.2 Lebenslagen und deren mögliche Auswirkungen auf die Sexualität
3.2.1 Einfluss von gesellschaftlichen Normen und Stigmata
3.2.2 Familiäre Bedingungen
3.2.3 Institutionelle Versorgung
3.2.4 Pädagogische Verhältnisse
3.2.5 Fehlen von Lern- und Erfahrungsräumen
3.3 Bedürfnisse bezüglich sexueller Bildung
4 Bedeutung für die Soziale Arbeit
4.1 Empowerment
4.2 Fallbeispiele
Die vorliegende Arbeit untersucht die besonderen Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen mit geistiger Behinderung hinsichtlich sexueller Bildung. Ziel ist es aufzuzeigen, wie die Soziale Arbeit durch den Empowerment-Ansatz dazu beitragen kann, die sexuelle Selbstbestimmung dieser Zielgruppe im Alltag aktiv zu fördern und strukturelle Barrieren abzubauen.
1.1 Sexualität
„Sexualität zu definieren, macht einige Mühe. Sexualität umfasst zu viel und zu Widersprüchliches, ist weitgehend dem Irrationalen und Unbewussten verhaftet. Kurz: Die Widerborstigkeit dessen, was menschliche Sexualität darstellt, sträubt sich gegen jede rational einsichtige Benennung. Andererseits kommen wir aber zumindest annäherungsweise nicht darum herum, wenn wir unnötiges aneinander vorbei Reden vermeiden wollen.“ (Sielert 2015, S. 36)
Das Zitat von Sielert verdeutlicht, dass sich die Vielfältigkeit menschlicher Sexualität kaum definitorisch darstellen lässt (ebd.). Zum einen besteht eine große Individualität hinsichtlich dessen, was für jede einzelne Person genau unter (gelungener) Sexualität zu verstehen ist (vgl. Ortland 2008, S. 17). Zum anderen wird Sexualität stark durch gesellschaftliche Normen- und Wertevorstellungen beeinflusst und kann sich aufgrund von lebenslangen Lernprozessen stetig verändern (vgl. Sielert/Schmidt 2013, S. 12). Demzufolge muss sich jeder Mensch mit den eigenen Bedürfnissen und den gesellschaftlichen Anforderungen auseinandersetzen, um eine eigene sexuelle Identität formen zu können (vgl. Ortland 2008, S. 17). Aufgrund dessen wird im Fachdiskurs weitestgehend die Auffassung vertreten, dass es die menschliche Sexualität nicht geben kann (vgl. Sielert 2015, S. 36; Krott/Walter 2013, S. 331; Specht 2013a, S. 290).
1 Begriffsbestimmung und -diskussion: Dieses Kapitel definiert und grenzt zentrale Begriffe wie Sexualität, geistige Behinderung, sexuelle Selbstbestimmung und sexuelle Bildung theoretisch voneinander ab.
2 Rechtliche Rahmenbedingungen sexueller Bildung: Hier werden die internationalen und nationalen rechtlichen Grundlagen dargelegt, die Kindern und Jugendlichen mit Behinderung ein Recht auf Sexualität und Bildung zusichern.
3 Merkmale von Kindern und Jugendlichen mit geistiger Behinderung: Dieses Kapitel analysiert die spezifische Sexualentwicklung sowie die Lebenslagen des Personenkreises und leitet daraus konkrete Bildungsbedürfnisse ab.
4 Bedeutung für die Soziale Arbeit: Abschließend wird auf Basis des Empowerment-Ansatzes diskutiert, wie Fachkräfte durch konkrete Handlungsstrategien und Fallbeispiele die sexuelle Selbstbestimmung in der Praxis fördern können.
Sexuelle Bildung, geistige Behinderung, sexuelle Selbstbestimmung, Soziale Arbeit, Empowerment, Sexualpädagogik, Lebenswelt, Inklusion, sexuelle Entwicklung, Menschenrechte, Teilhabe, Unterstützungsbedarf, Sexualerziehung, Privatsphäre, Beratung.
Die Arbeit befasst sich mit der sexuellen Bildung von Kindern und Jugendlichen mit geistiger Behinderung und der Rolle der Sozialen Arbeit bei der Förderung deren sexueller Selbstbestimmung.
Zu den Schwerpunkten zählen das Verständnis von Sexualität bei Menschen mit Behinderung, die rechtliche Verankerung sexueller Rechte sowie die Analyse von Lebenslagen und Unterstützungsbedarfen.
Ziel ist es zu ermitteln, welche Bedürfnisse die Zielgruppe bezüglich sexueller Bildung hat und wie SozialarbeiterInnen im Alltag die Selbstbestimmung effektiv fördern können.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und nutzt theoretische Ansätze wie den Empowerment-Ansatz, um Handlungsmöglichkeiten für die soziale Praxis abzuleiten.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung, die Darstellung rechtlicher Rahmenbedingungen, die Untersuchung der besonderen Lebenslagen der Zielgruppe sowie die konkrete Anwendung des Empowerment-Ansatzes.
Zentrale Begriffe sind Sexuelle Bildung, sexuelle Selbstbestimmung, geistige Behinderung, Empowerment und Soziale Arbeit.
Der Ansatz wird als theoretischer Orientierungsrahmen genutzt, da er ein positives Menschenbild verfolgt und darauf abzielt, die Eigenkräfte der AdressatInnen zu stärken, anstatt sie zu bevormunden.
Sie sollen nicht aus Scham rechtfertigend reagieren, sondern Michael als Experten in eigener Sache einbinden, seine Bedürfnisse hinterfragen und unterstützende, nicht-autoritäre Hilfe anbieten.
Die Arbeit betont, dass der Mangel an Privat- und Intimsphäre in Institutionen ein großes Problem darstellt, welches durch gezielte räumliche und pädagogische Maßnahmen geschützt werden muss.
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