Masterarbeit, 2019
106 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Zentralle Fachbegriffe und ihre Einordnung in die Pädagogik bei Beeinträchtigung der geistigen Entwicklung
2.1 Begriffserklärungen
2.1.1 Kommunikation
2.1.2 Sprache und ihre Funktion
2.1.3 Sprechen
2.1.4 Die Unterstützte Kommunikation
2.2 Kommunikation und Interaktion in der Sonderpädagogik
2.2.1 Das ganzheitliche Entwicklungsmodell
2.2.2 Interaktion und Kommunikation
3. Sozialinteraktionistische Spracherwerbstheorien
3.1 Voraussetzungen des Spracherwerbs
3.1.1 Die organischen Voraussetzungen
3.1.2 Die sensorischen Voraussetzungen
3.1.3 Die motorischen Voraussetzungen
3.1.4 Die allgemein kognitiven Voraussetzungen
3.1.5 Sprachspezifische kognitive Voraussetzungen
3.1.6 Die sozialen Voraussetzungen
3.2 Theoretische Positionen und Modelle
3.3 Bedeutung der sozialinteraktionistischen Spracherwerbstheorien für den Personenkreis nicht und wenig sprechender Kinder
3.4 Kommunikationsfördernde Bedingungen in der Interaktion mit nicht und wenig sprechenden Kinder
4. Unterstützte Kommunikation als Handlungskonzept sozialinteraktionistischer Spracherwerbstheorien für den Personenkreis nicht und wenig sprechenden Kinder
4.1 Anliegen des Konzepts der Unterstützten Kommunikation
4.1.1 Teilhabe und Partizipation
4.1.2 Das Partizipationsmodell
4.2 Methoden der Unterstützten Kommunikation
4.2.1 Körpereigene Kommunikationsformen
4.2.1.1 Die Gesten
4.2.1.2 Die Gebärden
4.2.2 Körperfremde und hilfsmittelgestützte Kommunikationsformen
4.2.2.1 Nichtelektronische Kommunikationsformen
4.2.2.2 Elektronische Kommunikationsformen
4.2.2.2.1 Elektronische Hilfsmittel zur Umfeldsteurerung
4.2.2.2.2 Elektronische Hilfsmittel mit Sprachausgabe
4.3 Förderdiagnostik kommunikativer Kompetenz bei nicht und wenig sprechenden Kindern
4.3.1 Die Erhebung der Vorgeschichte und Anamnese
4.3.2 Der Einsatz von Diagnostikverfahren
4.3.3 Die Beratung und der Beginn der Intervention
5. Untersuchungsansatz
5.1 Fragestellung und Ziel der Untersuchung
5.2 Kontrollierte Einzelfallbeschreibung
5.3 Methoden der Untersuchung
5.4 Einzelfallbeschreibung von J.
5.5 Beschreibung des Entwicklungstandes
5.6 Kompetenzdiagnostik
5.7 Einsatz diagnostischer Verfahren im Einzelfall
6. Darstellung der Ergebnisse
7. Diskussion und Interpretation der Ergebnisse
8. Schlussfolgerungen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Möglichkeiten zur Teilhabe bei einem nichtsprechenden Kind (B., 6 Jahre) durch die Einführung eines alternativen Kommunikationssystems im Rahmen einer Einzelfallstudie zu erweitern und zu untersuchen, inwiefern dies ihr aktives Mitwirken fördert.
1 Einleitung
„Wenn jemand sagt, ich kann nicht sprechen, dann ist das für mich wie ein Schlag ins Gesicht! Ich kann sprechen, eben nur auf andere Weise! (..) Ich spreche mit allem, was mir zur Verfügung steht. Mit meinen Augen, mit meiner Mimik, mit meiner Stimme, meinem Lachen, meinen Armen und meinen Beinen, meinem Kommunikationsordner und meinem Power Talker“ (Ehler, in Maier-Michalitsch, 2010, 246).
Wenn ein Mensch sich nicht lautsprachlich ausdrücken kann, kann er dann nicht sprechen? Ist diese Person überhaupt fähig, sich in irgendeiner Weise auszudrücken und zu kommunizieren? Laien antworten sehr schnell mit der Aussage, dass diese Person dazu nicht fähig ist und dass sie kognitiv gar nicht in der Lage ist, etwas zu verstehen. Die Worte des vorangestellten Zitats wurden von einem jungen Mann geschrieben, der im Rollstuhl sitzt, nur einzelne Laute von sich geben kann, die für Außenstehende keinen Sinn ergeben und dessen Bewegungen unkoordiniert und abgehackt sind. Er kann nicht lautsprachlich „ja“ oder „nein“ sagen, jedoch kann er mithilfe seiner Gestik und Mimik und seiner Kommunikationshilfen - Power Talker und Kommunikationsordner - seine Gefühle, Bedürfnisse und Wünsche äußern. Menschen, die sich nicht oder wenig lautsprachlich äußern können, können doch sprechen. Auf eine andere Weise, aber es ist dennoch Sprache.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung von Kommunikation als Grundbedürfnis und stellt die Zielsetzung der Arbeit dar, bei einem nichtsprechenden Kind durch Unterstützte Kommunikation Teilhabe zu ermöglichen.
2 Zentralle Fachbegriffe und ihre Einordnung in die Pädagogik bei Beeinträchtigung der geistigen Entwicklung: Dieses Kapitel erläutert zentrale Begriffe wie Kommunikation und Sprache sowie deren theoretische Einbettung in die Sonderpädagogik.
3 Sozialinteraktionistische Spracherwerbstheorien: Hier werden theoretische Voraussetzungen und Modelle des Spracherwerbs betrachtet, mit besonderem Fokus auf die Bedeutung sozialer Interaktion für nicht oder wenig sprechende Kinder.
4 Unterstützte Kommunikation als Handlungskonzept sozialinteraktionistischer Spracherwerbstheorien für den Personenkreis nicht und wenig sprechenden Kinder: Dieses Kapitel stellt das Konzept der Unterstützten Kommunikation, verschiedene Methoden sowie diagnostische Verfahren vor.
5 Untersuchungsansatz: Es werden der Aufbau der Einzelfallstudie, die Zielsetzung der Untersuchung sowie die spezifischen methodischen Vorgehensweisen und das Profil des untersuchten Kindes dargelegt.
6 Darstellung der Ergebnisse: Dieses Kapitel visualisiert und quantifiziert die gesammelten Daten der Intervention, um die Wirksamkeit der gewählten Kommunikationshilfen zu überprüfen.
7 Diskussion und Interpretation der Ergebnisse: Die Ergebnisse werden fachlich interpretiert, diskutiert und in Bezug auf das Ziel der verbesserten Teilhabe des Kindes reflektiert.
8 Schlussfolgerungen: Das abschließende Kapitel fasst den Lernprozess der Einzelfallstudie zusammen und betont die langfristige Bedeutung einer individuellen kommunikativen Förderung.
Unterstützte Kommunikation, Teilhabe, Partizipation, Einzelfallstudie, Kommunikation, Sprachentwicklung, Sozialinteraktionistische Spracherwerbstheorien, Gebärden, Ja-Nein-Fragen, Kommunikationsanbahnung, Förderdiagnostik, Lebensqualität, Inklusion, Dialogfähigkeit, Interaktion.
Die Arbeit befasst sich mit der Unterstützung von Kindern, die nicht oder kaum lautsprachlich kommunizieren können, durch das Konzept der Unterstützten Kommunikation, um ihnen Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Kommunikation, sozialinteraktionistische Spracherwerbstheorien, der methodische Einsatz von Hilfsmitteln sowie die diagnostische Begleitung und Evaluation in der Praxis.
Das Ziel ist die Einführung und wissenschaftliche Begleitung eines alternativen Kommunikationssystems für ein sechsjähriges, nichtsprechendes Mädchen, um ihre Möglichkeiten zur Teilhabe und selbstbestimmten Mitwirkung zu erhöhen.
Die Arbeit nutzt die Methode der kontrollierten Einzelfallstudie, um die Effektivität pädagogischer Maßnahmen und Kommunikationshilfen bei einem Individuum zu belegen.
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Voraussetzungen und Modelle der Kommunikation erläutert, gefolgt von einer detaillierten Beschreibung des methodischen Untersuchungsansatzes und der konkreten Falldarstellung des Mädchens.
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Unterstützte Kommunikation, Partizipation, Einzelfallstudie und Kommunikation charakterisiert.
Trotz anfänglicher Skepsis der Mutter gegenüber elektronischen Systemen und der Präferenz für Gebärden, konnte das Kind durch behutsame Anbahnung körpereigener Kommunikationsformen, wie Ja/Nein-Gesten, erste deutliche Fortschritte in der Interaktion zeigen.
Die Studie zeigt, dass der Erfolg von Kommunikationshilfen maßgeblich davon abhängt, dass Bezugspersonen lernen, die individuellen Signale des Kindes zu interpretieren, genügend Zeit für Antworten zu geben und eine förderliche Interaktion anzubieten.
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