Diplomarbeit, 2008
95 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Studien zur Internet– und Mediennutzung der Deutschtürken
2.1 Definition „Deutschtürken“
2.2 Die Studie der ARD/ZDF-Medienkommission
2.3 Die WDR-Studie
2.4 Die Studie „Lebenswelten Deutschtürken 2002“
2.5 Weitere Studien
2.6 Zusammenfassung der Studien
3. Medienangebote für Deutschtürken
3.1 „Reine“ Ethnomedien aus dem Heimatland
3.1.1 Print
3.1.1.1 Online-Auftritt
3.1.2 Fernsehen
3.1.3 Hörfunk
3.2 „Genuine“ Ethnomedien aus Deutschland
3.2.1 Print
3.2.2 Fernsehen
3.2.3 Hörfunk
3.2.4 Online
3.3 Zusammenfassung
4. Instrumente der Untersuchung
4.1 Forschungsdesign (quantitative/qualitative Analyse)
4.2 Das Leitfadeninterview
4.3 Auswertung
4.4 Auswahlkriterien der Gesprächspartner
4.4.1 Die deutschtürkischen Jugendlichen
4.4.2 Redakteure deutschtürkischer Medien
4.5 Zusammenfassung
5. Ergebnisse der qualitativen Forschung
5.1 Sprachennutzung
5.1.1 Sprache zu Hause
5.1.2 Sprachennutzung unter Freunden
5.1.3 Sprachennutzung im Internet
5.2 Medienausstattung
5.3 Besonderheiten der Mediennutzung
5.3.1 Erwartungen an das Fernsehen
5.3.2 Erwartungen an den Hörfunk
5.3.3 Erwartungen an die Printmedien
5.3.4 Erwartungen an das Internet
5.4 Zwischenfazit des fünften Kapitels
5.5 Konsum deutscher Medien versus türkischer Medien
5.5.1 Nutzungsverhalten und Bedeutung türkischer Medien
5.5.1.1 Fernsehen
5.5.1.2 Hörfunk
5.5.1.3 Print
5.5.2 Betroffenheit von türkischen Ereignissen
5.5.3 Negatives Bild der türkischen Medien
5.5.4 Nutzungsverhalten und Bedeutung deutscher Medien
5.5.4.1 Fernsehen
5.5.4.2 Hörfunk
5.5.4.3 Print
5.5.4.4 Internet allgemein
5.5.5 Welches Medium wird am meisten genutzt?
5.5.5.1 Mitreden können
5.5.5.2 Eltern als Nachrichtenquelle
5.5.6 Zusammenfassung
5.6 Internetnutzung
5.6.1 Dauer der Internetnutzung
5.6.2 Themenwahl im Internet
5.6.3 Kommunikation im Netz
5.6.3.1 Social Networks
5.6.3.2 Instant Messenger
5.6.4 Unterhaltung im Netz
5.6.4.1 Videoportale
5.6.5 Service im Netz
5.6.5.1 Foren
5.6.5.1.1 Passive Forennutzung
5.6.5.1.2 Aktive Forennutzung
5.6.6 Die meistbesuchten türkischen Internetseiten
5.6.7 Türkische Communities
5.6.8 Zusammenfassung
5.7 Deutschtürkische Medien
5.7.1 Ziele und Herausforderungen der Medien
5.7.1.1 Erwartungen der User
5.7.2 Ergebnisse der jungen Deutschtürken
5.7.2.1 Bewertung der bilingualen Medien
5.7.3 Bewertung deutschtürkischer Medien
5.7.3.1 Radyo Metropol FM
5.7.3.2 Vaybee.de
5.7.4 Haben deutschtürkische Medien eine Zukunft?
6. Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht das Mediennutzungsverhalten der dritten Generation junger Deutschtürken im Alter von 14 bis 19 Jahren. Der Fokus liegt dabei insbesondere auf der Rolle des Internets im Vergleich zu anderen Medien sowie der Einstellung gegenüber bilingualen und deutschtürkischen Medienangeboten. Ziel der Arbeit ist es, zu analysieren, ob sich diese Zielgruppe im Medienkonsum von ihren deutschen Freunden unterscheidet und ob bilinguale Angebote eine tragfähige Zukunftsperspektive für diese Generation darstellen.
1. Einleitung
Im Zeitalter des Web 2.0 fangen Kinder im frühen Alter an, im Internet zu surfen. Jedem Individuum ist es selbst überlassen, zu welchen Themen, in welchen Sprachen und in welchen Communities es sich aufhält. Das Internet ist international und ermöglicht es, von einer Sprache in die andere zu wechseln und mit Menschen aus der ganzen Welt zu kommunizieren.
Laut Statistischem Bundesamt leben derzeit in Deutschland 1.738.831 türkische Migranten. Der größte Teil wohnt in Nordrhein-Westfalen, an zweiter Stelle folgt Hessen mit 88.719. Die türkische Bevölkerung ist sehr jung, der Großteil zwischen 10 und 20 Jahre alt (vgl. Statistisches Bundesamt 2007: 23-30).
Im Zentrum meiner Untersuchung, für die ich Veröffentlichungen ausgewertet sowie Jugendliche und Medienmacher befragt habe, steht die Internetnutzung. Grund dafür ist, dass es noch keine qualitativen Analysen dazu gibt, vor allem nicht für meine Zielgruppe der jungen Deutschtürken zwischen 14 und 19 Jahren, die zur dritten Generation zählen (vgl. Tolun, 17.03.2008). Im Voraus versuche ich über Fragen zur allgemeinen Mediennutzung zu erfahren, ob die Internetnutzung eine besondere Rolle einnimmt oder es einen Zusammenhang zwischen dem Konsum des Internets und dem anderer Medien gibt. Meine These: Das Fernsehen ist nach wie vor das Topmedium und deshalb spielt das Internet nur eine „untergeordnete“ Rolle.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Internetnutzung junger Deutschtürken ein und definiert die Zielgruppe der dritten Generation sowie die zugrunde liegenden Thesen der Untersuchung.
2. Studien zur Internet– und Mediennutzung der Deutschtürken: Dieses Kapitel fasst bestehende repräsentative Studien zur Mediennutzung von Migranten zusammen, um eine theoretische Grundlage für die eigene qualitative Analyse zu bilden.
3. Medienangebote für Deutschtürken: Hier wird die Vielfalt der für Türken verfügbaren Medien in Deutschland dargestellt, unterteilt in "reine" Ethnomedien aus dem Heimatland und "genuine" Ethnomedien, die in Deutschland produziert werden.
4. Instrumente der Untersuchung: Dieses Kapitel beschreibt das methodische Forschungsdesign, insbesondere den Einsatz von Leitfadeninterviews mit Jugendlichen und Medienmachern sowie das Auswertungsverfahren.
5. Ergebnisse der qualitativen Forschung: Der Hauptteil präsentiert die konkreten Erkenntnisse aus den Interviews bezüglich Sprachenwahl, Medienausstattung, Nutzungsverhalten und der Bewertung spezifischer deutschtürkischer Medien.
6. Resümee: Das Resümee wertet die Ergebnisse im Hinblick auf die eingangs aufgestellten Thesen aus und gibt Empfehlungen für die künftige Gestaltung deutschtürkischer Medienangebote.
Deutschtürken, Mediennutzung, Internetnutzung, dritte Generation, Ethnomedien, bilinguale Medien, qualitative Analyse, Leitfadeninterview, Migrantenmedien, Web 2.0, Medienkonvergenz, Identitätskonstruktion, Integrationsprozess, Online-Communities, Medienkompetenz.
Die Arbeit untersucht das Mediennutzungsverhalten der dritten Generation junger Deutschtürken, wobei ein besonderer Fokus auf der Internetnutzung und der Frage liegt, wie diese jungen Menschen zwischen deutschen und türkischen Angeboten wählen.
Die zentralen Felder sind die Nutzung von Internet vs. Fernsehen, die sprachliche Identität bei der Medienwahl, die Bewertung deutschtürkischer Medienangebote sowie die Rolle des sozialen Umfelds und der Familie bei der Mediensozialisation.
Das primäre Ziel ist es, auf Basis einer qualitativen Analyse herauszufinden, ob die Internetnutzung bei jungen Deutschtürken eine herausragende Rolle spielt und welche Motive hinter der Bevorzugung bestimmter Sprachangebote oder Medientypen stecken.
Die Autorin verwendet eine qualitative Forschungsmethode, insbesondere problemzentrierte Leitfadeninterviews mit zwölf Jugendlichen aus Rüsselsheim sowie Expertengespräche mit Machern deutschtürkischer Medien.
Im Hauptteil werden die Ergebnisse der Interviews detailliert analysiert, darunter die Sprachennutzung, das Nutzungsverhalten bei Social Networks und Instant Messengern sowie die Gründe, warum deutsche Medienangebote oft gegenüber türkischen bevorzugt werden.
Wichtige Begriffe sind Deutschtürken, Internetnutzung, bilinguale Medien, dritte Generation, Medienkompetenz und mediale Integration.
Die Jugendlichen stehen der Idee bilingualer Medien zwar positiv gegenüber, nutzen diese jedoch in der Praxis eher selten, da sie sich in deutschen Medienangeboten bereits gut versorgt fühlen und ihre Deutschkenntnisse oft besser sind als ihre türkischen.
Die Sprache im Netz wird pragmatisch gewählt: Deutsch dominiert, da die Jugendlichen hierin sicherer sind und ihre Freunde sowie ihr Alltag primär deutschsprachig geprägt sind; Türkisch wird vor allem für die Kommunikation mit Verwandten oder den Konsum türkischer Popkultur genutzt.
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