Diplomarbeit, 2007
99 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Genre- und thementypische Aspekte des Angstfilms
2.1. Gewalt und Lust in der Filmrezeption
2.2 Vom Bedürfnis nach Konfrontation mit der Angst – Eine Ursachenforschung
2.3 Die Ursprünge des Angstfilms
2.3.1 Horrorfilm
2.3.2 Thriller
2.3.3 Science Fiction Film
2.3.4 Der Angstfilm – Eine Kombination aus Horror-, Thriller und Science Fiction Film
2.4 Suspense und Surprise – Die konstitutive dramaturgische Struktur des Angstfilms
3. Von der Locus – Einstellung zum Masterspace – Zur Geschichte und Entwicklung der filmischen Raumdarstellung
3.1 Die Raummechanismen der starren Bildmedien
3.2 Die Raummechanismen des frühen Films
3.3 Die Raummechanismen der ersten narrativen Filme
3.4 Die Raummechanismen des klassischen Erzählkinos
3.5 Integration der Raummechanismen zum szenischen Masterspace
4. Angsträume im Film
4.1 Die Bedeutung des filmischen Raums für den Realitätseindruck des Phantastischen am Beispiel von The Haunting
4.1.1 Spezifische halluzinatorische Raummechanismen in The Haunting
4.1.2 The Haunting – Ein Thriller in einem verwunschenen Haus
4.2 Prozessuale Angsträume – Zur sukzessiven Entstehung von Raum und Bedrohung
4.2.1 Off Screen – Blicke und Zeigegesten in Aliens – Die Rückkehr
4.2.2 Mechanismen am Punkt des Schnitts - Shock Cuts bei Psycho
4.2.3 Der Terror des subjektiven Blicks in The Blair Witch Project
4.3 Die Semantisierung des Raumes im Angstfilm
4.3.1 Metapher und Wahnvorstellung – Brücken zwischen den Lebenden und den Toten in Wenn die Gondeln Trauer tragen
4.3.2 Das Eindringen von Dämonen in den weiblichen Körper als Sinnbild bedrohlicher Sexualität in Rosemary´s Baby und Der Exorzist
4.3.3 Das Alien und die Bedrohung des bekannten Raumes durch die Invasion
4.3.3.1 Die kulturelle Dimension der Invasionsbewegung
4.3.3.2 Die sexuelle Dimension der Invasionsbewegung
4.3.3.3 Die biologische Dimension der Invasionsbewegung
4.4 Reflexive Räume im postmodernen Angstfilm
4.4.1 Die Krise der Vernunft – Labyrinthstrukturen aus Raum und Zeit in The Shining
4.4.2 Ringu – Mediale Realitätsverdopplung als Horrorszenario
4.4.3 Von der Auflösung der Grenzen zwischen Spielräumen, medialen Räumen und Wirklichkeit in Funny Games
5. Schluß
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Angst im Film, wobei der Schwerpunkt auf der filmischen Raumdarstellung als zentralem Inszenierungsinstrument liegt. Es wird analysiert, wie moderne Regisseure durch spezifische Raummechanismen die Wahrnehmung des Zuschauers beeinflussen, Unsicherheit erzeugen und phantastische Szenarien plausibilisieren. Ein zentrales Ziel ist es, die Entwicklung vom klassischen, ordnungstiftenden Raum im Erzählkino hin zum dekonstruierten, subjektiv-psychologischen Angstraum der Postmoderne nachzuzeichnen.
Die Bedeutung des filmischen Raums für den Realitätseindruck des Phantastischen am Beispiel von The Haunting
„Das Phantastische setzt die solide Beschaffenheit der realen Welt voraus, um sie desto mehr zu verwüsten. Die grundlegende Haltung des Phantastischen ist die Erscheinung: Was nicht passieren kann und dennoch geschieht, an einem Ort und in einem bestimmten Augenblick, inmitten eines fest umrissenen Universums, aus dem man irrtümlicherweise die Hexerei für immer verbannt hielt.“
Der Raum stellt die zentrale Kategorie menschlicher Anschauung dar. In der alltäglichen Welt ist räumliche Kontinuität der erste Indikator für Wirklichkeit und die Ordnung der Dinge. Eine Veränderung der Realität wird greifbar, wenn sie an Veränderungen des Raumes abzulesen ist. So sind zum Beispiel die ersten Zeichen eines Rauschzustandes häufig ein Schwindel und die zunehmende Schwierigkeit, den eigenen Körper fest im Raum zu verorten. Autofahrer sprechen vom Tunnelblick, um ihren eingeschränkten Sehsinn im Zustand großer Müdigkeit zu verdeutlichen. Halluzinationen werden als das Eindringen von inneren Bildern in den Realraum beschrieben. Daraus ließe sich folgern, dass man auch die Erscheinung von Phantastischem am besten an der Raumkategorie feststellen kann.
1. Einleitung: Einführung in die Psychologie der Angst und deren Bedeutung für die Attraktivität des Horrorfilms als Massenphänomen.
2. Genre- und thementypische Aspekte des Angstfilms: Analyse der Ursprünge und der dramaturgischen Grundstruktur von Horror, Thriller und Science Fiction.
3. Von der Locus – Einstellung zum Masterspace – Zur Geschichte und Entwicklung der filmischen Raumdarstellung: Darstellung der Entwicklung filmischer Raumkonzepte vom frühen Stummfilm bis zum klassischen Hollywood-Kino.
4. Angsträume im Film: Detaillierte Analyse spezifischer filmischer Techniken zur Erzeugung von Unbehagen und die Untersuchung postmoderner Raumkonzepte.
5. Schluß: Zusammenfassende Betrachtung der Auswirkungen digitaler Ästhetik und postmodernen Erzählens auf die Zukunft des Angstfilms.
Angstfilm, Filmische Raumdarstellung, Psychoanalyse, Suspense, Horrorfilm, Thriller, Science Fiction, Montage, Off-Screen, Postmoderne, Filmphänomenologie, Inszenierungstechniken, Raumillusion, Identifikation, Mediale Realitätsverdopplung
Die Arbeit untersucht die Wechselbeziehung zwischen dem Phänomen der Angst und der filmischen Gestaltung des Raumes als Mittel der psychologischen Beeinflussung des Zuschauers.
Der Fokus liegt auf den Angstgenres Horror, Thriller und Science Fiction sowie deren postmoderner Dekonstruktion.
Ziel ist es, die Mechanismen aufzudecken, mit denen Filmemacher den Raum nutzen, um Realismus zu simulieren und gleichzeitig eine Atmosphäre der Bedrohung und Plausibilität für das Phantastische zu schaffen.
Die Autorin verfolgt einen filmphänomenologischen Ansatz, der die Analyse von Filmstrukturen mit der Reflexion über die eigene Rezeption verknüpft.
Der Hauptteil analysiert Raummechanismen in spezifischen Filmen (z.B. Psycho, The Haunting, Aliens) und untersucht, wie diese zur Induktion von Angst, Spannung (Suspense) und Überraschung (Surprise) eingesetzt werden.
Die zentralen Begriffe sind Angsträume, Filmische Raumdarstellung, Suspense, Montage, Prozessuale Angsträume und Postmoderne.
Die Montage ist laut der Autorin ein wesentliches Werkzeug Hitchcocks, um Zeit und Raum zu fragmentieren und den Zuschauer gezielt zu manipulieren, was für die Entstehung von Schockeffekten entscheidend ist.
Das Hill House fungiert als eine Art Eigenleben besitzende Projektionsfläche für die psychischen Komplexe der Protagonistin Eleanor und unterstreicht die Verschiebung von einer äußeren zu einer inneren Bedrohung.
Der Film durchbricht die Grenze zwischen dem fiktiven filmischen Raum und dem Zuschauerraum, indem das Medium Fernsehen selbst zum aktiven, bedrohlichen Element im Alltag des Zuschauers wird.
Die Autorin argumentiert, dass die postmoderne Ironie und Selbstreflexivität die emotionale Teilnahme des Zuschauers tendenziell mindert und somit die Erzeugung von echtem, tiefergehendem Unbehagen erschwert.
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