Doktorarbeit / Dissertation, 2008
152 Seiten, Note: 1,0
Vorwort
Einleitung
Berufstätigkeit
Musik als Sprache
Talent und Arbeit
Sucht
Musikalität
Auftrittssituation
Fähigkeiten für den Vortrag
Musikalischer Charakter
Affektenlehre
Takt
Rhythmus
Üben
Wiederholung
Symmetrie
Stimmung
Die Fuge – Fügen
Harmonie, Konsonanz, Dissonanz
Tempo
Dynamik
Virtuosität
Rahmen
Die Zauberformel des Konzertes
Zugehörigkeit
Die Arbeit untersucht gruppendynamische Prozesse innerhalb musikalischer Ensembles und analysiert, wie diese Prozesse die Arbeit, Organisation und das musikalische Ergebnis beeinflussen. Im Zentrum steht dabei die philosophische Betrachtung der Wechselwirkung zwischen individueller Leistung und kollektivem Wirken.
Die Auftrittssituation
Da die Hauptarbeit eines Musikers in der Zweisamkeit mit der Musik stattfindet, ist die Auftrittssituation sehr ungewohnt. Sicherlich spielt ein Instrumentalschüler einmal seinen Eltern vor, wenn sie ihm beim Üben helfen, aber sobald die Verwandtschaft zu Besuch kommt und jemand die tolle Idee hat: „Spiel doch was vor!“, reagieren die meisten Kinder mit einer Art Angst und Schüchternheit. Um sich Aufmerksamkeit zu erhaschen, spielen sie zwar den Clown, zeigen auch ihr Instrument her und spielen ein paar Töne, aber wenn alle ohne Ausnahme auf das Kind starren und gespannt auf eine Vorführung warten, wird es für den kleinen Künstler beängstigend.
Interessant ist aber, dass, sobald die Verwandtschaft sich damit abfindet, doch nichts zu hören, das Kind die Scheu verliert und gerne etwas vorspielen würde. Was ist bloß so beängstigend an einem Auftritt? Warum belehren Eltern ihre Kinder: „Man starrt fremde Menschen nicht an“? Warum ist jemand, der sich unbeobachtet fühlte, schockiert, wenn er bemerkt, dass ihn vier andere ansehen? Warum können zwei untereinander zwanglos sprechen, wenn aber fünf andere Zuschauer im Raum sind, nicht? Ist es die Angst vor dem Urteil anderer?
Vorwort: Die Autorin reflektiert ihre persönlichen Beobachtungen zur Gruppendynamik in verschiedenen musikalischen Ensembles, an denen sie über Jahre teilgenommen hat.
Einleitung: Es wird definiert, was ein Musikensemble aus gruppendynamischer Sicht ausmacht und wie die Abhängigkeit der Musiker untereinander die Teamarbeit bestimmt.
Berufstätigkeit: Dieses Kapitel hinterfragt das Bild des Musikers als jemanden, der lediglich seinem Hobby nachgeht, und beleuchtet die Anforderungen eines professionellen Künstlerlebens.
Musik als Sprache: Musik wird als nonverbales Kommunikationsmittel der Emotionen betrachtet, das trotz der Dominanz verbaler Sprache seine Funktion behalten hat.
Talent und Arbeit: Die Autorin setzt sich mit der Notwendigkeit lebenslangen Trainings, den hohen Anforderungen an die Ausbildung und der Natur des Talents auseinander.
Sucht: Der Übungsprozess wird als eine Form der Sucht beschrieben, bei der der Musiker stets nach dem Erreichen neuer Ziele strebt, um das eigene Können zu steigern.
Musikalität: Es wird erörtert, wie Musikalität definiert werden kann und dass diese jenseits von rein technischem Talent eine Rolle bei der emotionalen Aufnahme von Musik spielt.
Auftrittssituation: Dieses Kapitel analysiert die psychologischen Hürden und die Nervosität vor einem Publikum sowie die Bedeutung der Selbstdarstellung auf der Bühne.
Fähigkeiten für den Vortrag: Zusammenfassung der technischen und emotionalen Anforderungen, die notwendig sind, um als Interpret vor einem Publikum zu bestehen.
Musikalischer Charakter: Eine Analyse, wie Komponisten durch Charakterbezeichnungen im Notentext versuchen, die Emotionen der Musiker und Zuhörer zu steuern.
Affektenlehre: Historische Betrachtung der barocken Idee, dass Musik gezielt Emotionen hervorrufen kann und somit als kontrollierbares Werkzeug fungiert.
Takt: Untersuchung der Entstehung von Rhythmus und Takt als notwendige Ordnung, um in größeren Ensembles ein gemeinsames Zusammenspiel zu ermöglichen.
Rhythmus: Die mathematische Komponente der Musik wird beleuchtet, wobei betont wird, dass Rhythmus ein unersetzbares Gerüst für jegliche musikalische Gestaltung darstellt.
Üben: Eine vertiefende Betrachtung des einsamen Arbeitsprozesses, bei dem der Musiker seine individuelle Stimme vorbereitet, um sie später im Ensemble einzubringen.
Wiederholung: Musik wird als ein durch Wiederholungen strukturiertes Medium begriffen, das einerseits dem Lernen und andererseits der emotionalen Bindung des Zuhörers dient.
Symmetrie: Die Bedeutung von Symmetrie in Musik und Natur wird hinterfragt, wobei die menschliche Vorliebe für ausgeglichene Strukturen im Vordergrund steht.
Stimmung: Die Bedeutung der instrumentalen Stimmung wird als Teil der notwendigen technischen Ordnung eines Ensembles dargestellt.
Die Fuge – Fügen: Eine philosophische Betrachtung der Fuge als Metapher für das Zusammenfügen einzelner Stimmen zu einer höheren musikalischen Ordnung.
Harmonie, Konsonanz, Dissonanz: Untersuchung der harmonischen Grundlagen der Musik und wie diese unbewusst auf den Zuhörer wirken.
Tempo: Dieses Kapitel widmet sich der Bedeutung der Geschwindigkeit für den Charakter eines Musikstücks und der historischen Entwicklung der Tempowahrnehmung.
Dynamik: Die Dynamik wird sowohl als physische Lautstärke als auch als musikalische Bewegung innerhalb eines Ensembles analysiert.
Virtuosität: Reflexion über die Rolle der Individualität im Kollektiv und wie sich Solisten innerhalb eines Orchesters positionieren.
Rahmen: Ein Schlusswort zur Bedeutung der Präsentation und des Kontextes, in dem Musik aufgeführt wird, um die volle Wirkung zu entfalten.
Die Zauberformel des Konzertes: Eine abschließende Synthese der notwendigen Zutaten für ein erfolgreiches Konzerterlebnis.
Zugehörigkeit: Die Autorin reflektiert die soziale Zugehörigkeit innerhalb der Musikgemeinschaft und die akustische Integration einzelner Instrumentengruppen.
Gruppendynamik, Musikensemble, Musiker, Orchester, Auftrittssituation, Musikalität, Talent, Üben, Rhythmus, Takt, Harmonie, Affektenlehre, Interpretation, Klassische Musik, Konzert
Die Arbeit betrachtet die Zusammenhänge zwischen Gruppendynamik, organisatorischen Prozessen und der Musikpraxis aus einer philosophischen Perspektive.
Die Themen umfassen die individuelle Arbeit des Musikers, die gruppendynamischen Prozesse in Ensembles, die Bedeutung von Präsentation und Rahmen sowie die psychologischen Aspekte des Auftretens.
Die Arbeit erforscht, wie sich musikalische Gruppen organisieren, welche gruppendynamischen Gesetze dabei wirken und wie der Musiker als Individuum in diesem Gefüge agiert.
Die Arbeit stützt sich primär auf qualitative Beobachtungen der Autorin in verschiedenen Ensembles sowie auf psychologische und philosophische Fachliteratur zur Gruppendynamik.
Der Hauptteil analysiert detailliert musikalische Grundelemente wie Takt, Rhythmus, Harmonie und Dynamik und setzt diese in Bezug zu menschlichem Verhalten und gesellschaftlichen Strukturen.
Die wichtigsten Begriffe sind Gruppendynamik, Orchesterarbeit, Musikalität, Auftrittspsychologie und die philosophische Interpretation von musikalischer Organisation.
Das Paradoxon liegt darin, dass Musiker als Solisten ausgebildet werden, im Orchester jedoch Teamfähigkeit, Unterordnung und das Aufgehen im Kollektiv gefordert sind.
Das Publikum fungiert als entscheidender Spiegel für das Orchester; seine Präsenz beeinflusst die Dynamik und Interpretation des Werkes, da die Musiker auf die Reaktionen der Zuhörer reagieren.
Der Rahmen – vom Konzertsaal bis zur Kleidung – signalisiert die Wichtigkeit des Ereignisses und unterstützt die Atmosphäre, wodurch er maßgeblich zum Erfolg des musikalischen Vortrags beiträgt.
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