Bachelorarbeit, 2019
46 Seiten, Note: 1,7
Einleitende Überlegungen
I. Problemstellung
1.0 Darlegung eines Falles
2.0 Begriffliche Differenzierung und deren Bestimmung
2.1 Ethische Begriffsbestimmungen und Differenzierung der Euthanasie
2.2 Begriffsverständnis des assistierten Suizids in der Gegenwart
II. Pro-Argumentation: Die Assistenz ist ethisch legitimierbar
1.0 Theologische Perspektive: Menschenwürdig sterben
2.0 Juristische Perspektive: Die Rechtsprechung in der Schweiz
3.0 Philosophische Perspektive: Befürwortung des selbstbestimmten Todes
III. Kontra-Argumentation: Die Assistenz ist ethisch nicht legitimierbar
1.0 Theologische Perspektive: Du sollst nicht töten!
2.0 Juristische Perspektive: Die Rechtsprechung in Deutschland
3.0 Philosophische und medizinethische Perspektive: Positionen verschiedener Gremien
IV. Erörterung der Pro- und Kontra-Argumente und Abwägungsprozesse
1.0 Gegenüberstellung der Pro- und Kontra-Argumentation
2.0 Eine abgewogene Positionierung
V. Thematisierung in der Schulpraxis
1.0 Beschreibung des assistierten Suizids im Bildungsplan 2016
2.0 Thematisierung des assistierten Suizids anhand eines Unterrichtsentwurfes
2.1 Elementarisierung und Korrelation als Schwerpunkte
2.2 Methodisch-didaktische Überlegungen
Die Arbeit untersucht die ethische Legitimität des assistierten Suizids unter Berücksichtigung juristischer, philosophischer und theologischer Perspektiven, um eine fundierte Argumentationsgrundlage für den schulischen Religionsunterricht zu schaffen.
1.0 Darlegung eines Falles
Sucht man in einer Bibliothek oder im Internet nach Beispielfällen oder Literatur, die zu der Thematik verfasst wurden, so erkennt man schnell, dass die Ergebnisse einen nahezu überrollen und es zahlreiche Menschen gibt, ob Betroffene selbst oder deren Angehörige, die ihre Gedanken, Erfahrungen und Gefühle niedergeschrieben haben und in einigen Fällen hiermit eine Möglichkeit gefunden haben, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen. Diese Option der Verarbeitung der eigenen Gedanken in Schriftform nutzen diverse Schriftsteller, Laien, Philosophen und Theologen seit Jahrzehnten, um ihre Erfahrungen und Erkenntnisse für die Nachwelt festzuhalten.
Einer dieser Schriftsteller ist der in Zürich geborene Journalist Nicolas Bardola, der anhand seines Romans Schlemm, der auf wahren Begebenheiten beruht, den begleiteten Freitod des Ehepaares Salamun schildert. Die Idee zu diesem Roman lieferten dem Journalisten seine eigenen Eltern, die gemeinsam in den Freitod gingen. Sein Vater überließ ihm vor seinem begleiteten Freitod seine Tagebücher, welche als Inspirationsquelle dienten und die Stimmungen des Verstorbenen vor seinem selbstbestimmten Ableben festhielten. Der Protagonist und Ich-Erzähler des Romans, Paul Salamun, ein ehemaliger Bridgespieler und pensionierter Dozent, entschließt sich aufgrund der Diagnose Blasenkrebs dazu, die nötige Operation nicht vornehmen zu lassen und stattdessen gemeinsam mit seiner Frau in den Tod zu gehen.
Einleitende Überlegungen: Hinführung zur Thematik des assistierten Suizids durch eine philosophische und gesellschaftliche Betrachtung des Sterbens.
I. Problemstellung: Theoretische Grundlegung durch Fallbeispiele und Differenzierung der verschiedenen Formen der Sterbehilfe.
II. Pro-Argumentation: Die Assistenz ist ethisch legitimierbar: Analyse theologischer, juristischer und philosophischer Positionen, die für eine Selbstbestimmung beim Lebensende plädieren.
III. Kontra-Argumentation: Die Assistenz ist ethisch nicht legitimierbar: Darstellung der Gegenpositionen, die den Schutz des Lebens und ethische Bedenken in den Vordergrund stellen.
IV. Erörterung der Pro- und Kontra-Argumente und Abwägungsprozesse: Kritische Zusammenführung und Abwägung der verschiedenen Perspektiven zu einer fundierten Positionierung.
V. Thematisierung in der Schulpraxis: Pädagogische Aufbereitung des Themas für den Religionsunterricht der Sekundarstufe I inklusive konkreter didaktischer Überlegungen.
Assistierter Suizid, Sterbehilfe, Bioethik, Palliativmedizin, Selbstbestimmung, Menschenwürde, Religionsunterricht, Euthanasie, Freitod, Rechtslage, Sterbebegleitung, Bildungsplan, Ethikrat, Patientenverfügung
Die Arbeit analysiert die aktuelle Debatte um die ethische Legitimität des assistierten Suizids und reflektiert diese für den schulischen Kontext.
Zentrale Themen sind die juristische Lage, theologische und philosophische Argumentationslinien sowie die didaktische Einbettung in den Bildungsplan 2016.
Ziel ist es zu klären, ob assistierter Suizid ethisch legitimierbar ist und wie dieses sensible Thema Schülern der Sekundarstufe I vermittelt werden kann.
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse, eine Gegenüberstellung von Pro- und Kontra-Argumenten sowie eine religionspädagogische Unterrichtskonzeption.
Im Hauptteil werden sowohl Befürworter- als auch Ablehner-Argumente aus verschiedenen Disziplinen systematisch einander gegenübergestellt und abgewogen.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Selbstbestimmung, Sterbebegleitung, Patientenautonomie, Menschenwürde und Religionsdidaktik.
Während die Schweiz die Beihilfe zum Suizid unter bestimmten Voraussetzungen straffrei lässt, ist in Deutschland seit 2015 die geschäftsmäßige Suizidbeihilfe explizit verboten.
Das Konzept der Elementarisierung hilft dabei, komplexe und hochsensible Themen wie den Suizid so aufzubereiten, dass sie für Jugendliche bedeutsam und verständlich sind.
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