Magisterarbeit, 2007
163 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Vorbemerkung: Kinderliteratur im Wandel
1.2 Vorgehensweise
2 Textanalyse
2.1 Beate Dölling: „Anpfiff für Ella“
2.1.1 Zum Text – Aktualitätskriterien eines zeitgemäßen Kinderbuches
2.1.2 Die familiäre Situation – der moderne Verhandlungshaushalt im ,intakten’ familiären Umfeld
2.1.3 Geschlechterrollen – die berufstätigen Eltern, das ,starke’ Mädchen und der ,schwache’ Junge
2.1.4 Freundschaft als Sozialisationsfaktor
2.2 Joachim Masannek: „Die Wilden Fussballkerle“
2.2.1 Zum Text – Anatomie einer erfolgreichen Kinderbuchreihe
2.2.2 Familienkonstellationen
2.2.2.1 Der Tod eines Elternteils. Der freundschaftliche Vater, die wertkonservative Großmutter
2.2.2.2 Der liberale Vater und die Geschwisterbeziehung
2.2.2.3 Weitere Familien- und Erziehungsformen: Vom hierarchischen Befehlshaushalt bis zum Laissez-Faire
2.2.3 Kindliche Sozialisation und Identitätskonstruktion im Kontext von Peerbeziehungen – Individualität in der Gleichaltrigengruppe
2.2.4 Kontextualisierte Geschlechtersozialisation
2.2.4.1 Geschlechterrollen der Eltern- und Großelterngeneration
2.2.4.2 Androgynität eines Mädchens – Positiv verstandene Emanzipation oder Weiblichkeitsverleugnung?
2.2.4.3 Das ,starke schwache’ Mädchen – Weiblichkeit als ,neue’ Tugend
2.2.4.4 Der dominante Junge als Anführer
2.2.4.5 Der vernünftige Bruder
2.3 Beate Dölling: „Kaninchen bringen Glück“
2.3.1 Zum Text – ein Kinderbuch als Plädoyer für Nonkonformität
2.3.2 Familiäre Konflikte und deren Bewältigung: Trennung der Eltern und konfliktäre Mutter-Tochter-Beziehung
2.3.3 Zwischen traditionellen und modernen Geschlechterrollenkonzepten
2.4 Sigrid Zeevaert: „Mia Minzmanns Mäusezucht“
2.4.1 Zum Text – ein kindgerechtes ,Problembuch’
2.4.2 Die allein erziehende Mutter
2.4.3 Geschlechterrollen – die lebenstüchtige Mutter, das starke, einfühlsame Mädchen und der hilfsbereite Junge
2.4.4 Konfliktbewältigung in der Freundschaft – die reziproke Freundschaft als Wert oberster Priorität
2.5 Vanessa Walder: „Ferien, Chaos und Familie“
2.5.1 Zum Text – kindliche Lebenswelten: urbaner Lebensraum versus ländliches Idyll
2.5.2 Familiäre Geborgenheit statt elterliches Karrierestreben
2.5.3 Die ,chaotische Heldin’, die ,perfekte’ Mutter und die unkonventionelle Großmutter
2.5.4 Die Mädchenfreundschaft als zentraler Wert
3 Resümee: Familie, Geschlechterrollen und Peergroup im Kinderbuch nach 2000
3.1 Formale Aspekte
3.2 Figurenzeichnungen
3.3 Familien- und Erziehungsformen
3.4 Geschlechterrollen
3.5 Freundschaft, Peergroup und erste Liebe
4 Kinderliteratur nach 2000 im Kontext gesellschaftlicher Realität
4.1 Geschlechterrollenwandel: von einer Entpolarisierung der Geschlechterrollen zu einer neuen Mehrdimensionalität
4.2 Chancen und Risiken des Individualismus – Konsumkindheit, Medienkindheit und Multioptionalismus als kinderliterarische Herausforderungen
5 Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit aktuelle gesellschaftliche Entwicklungstendenzen – insbesondere im Kontext von Individualisierung und Modernisierung – in der realistischen Kinderliteratur nach 2000 abgebildet werden. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Transformation von Figurenkonstellationen sowie die kinderliterarisch relevanten Motive Familie, Geschlechterrollen und Peergroup, um festzustellen, ob ein grundlegender Paradigmenwechsel gegenüber der Kinderliteratur der 90er Jahre erfolgt ist.
2.1.1 Zum Text – Aktualitätskriterien eines zeitgemäßen Kinderbuches
Beate Döllings „Anpfiff für Ella“ lässt sich in vielen Aspekten als exemplarisch für die literarische Darstellung eines zeitgemäßen kindlichen Lebensgefühls des beginnenden 21. Jahrhunderts einstufen. Das Buch thematisiert auf äußerst unterhaltsame und realitätsnahe Weise zentrale kinderliterarische Motive wie geschwisterliche Konflikte, Freundschaft, erste Liebe, Eifersucht und Geschlechterrollen. In personaler Erzählform schildert die Autorin einfühlsam die Geschichte der zehnjährigen Ella und ihres knapp ein Jahr älteren Bruders Lino, deren Verhältnis von Machtkämpfen geprägt ist. Die beiden teilen die Leidenschaft für den Fußball und haben seit jeher zusammen Fußball gespielt. Die Situation ändert sich jedoch plötzlich, als Lino Ella in seiner Funktion als Mannschaftskapitän einer neu gegründeten Schulfußballmannschaft plötzlich vom Fußballtraining ausschließt, indem er ihr aufgrund ihres Geschlechts den Eintritt in diese Mannschaft verwehrt. Besonders eindrucksvoll schildert Beate Dölling nun den durch diesen Zwist ausgelösten Konkurrenzkampf der Geschwister, bei dem es sich zugleich um einen Geschlechterkampf handelt. Sie illustriert somit das Streben eines Mädchens nach Anerkennung in einem männlich dominierten Sport und gleichzeitig den Selbstbehauptungskampf eines Jungen, der sich zunehmend in seiner männlichen ,Dominanz’ bedroht sieht, ganz besonders dann, als Ella, die von Malle, einem seiner schärfsten Konkurrenten, in eine gemischtgeschlechtlichen Fußballmannschaft aufgenommen wird, dort große Erfolge erzielt und für Lino somit die Gefahr besteht, dass seine Schwester ihm seine Position streitig macht. Auch wenn es sich hierbei um einen durchaus ernsten und problematischen Konflikt handelt, gelingt es der Autorin doch, gerade die geschwisterlichen Positionskämpfe, die meist am Frühstückstisch in Form heftiger Wortgefechte ihren Ausdruck finden, durch eine ausgesprochen heitere Erzählhaltung ihrem kindlichen bis präpubertären Publikum auf ansprechende Weise nahe zu bringen. Die für die Dialoge der Geschwister verwendete Sprache kann als durchaus realitätsnah eingestuft werden:
1 Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet den Wandel der Kinderliteratur seit den 1970er Jahren und legt die methodischen Grundlagen für die Untersuchung aktueller realistischer Werke.
2 Textanalyse: In diesem Kapitel erfolgt eine detaillierte, in fünf Abschnitte gegliederte Literaturanalyse ausgewählter Werke, wobei insbesondere Motive wie Familie, Geschlechterrollen und Peergroup kontrastiv untersucht werden.
3 Resümee: Familie, Geschlechterrollen und Peergroup im Kinderbuch nach 2000: Hier werden die Ergebnisse der Textanalysen zusammengeführt und hinsichtlich formaler Aspekte sowie inhaltlicher Motive resümiert.
4 Kinderliteratur nach 2000 im Kontext gesellschaftlicher Realität: Dieses Kapitel verortet die Erkenntnisse in aktuellen sozialwissenschaftlichen Kontexten, insbesondere im Hinblick auf Geschlechterrollenwandel und Individualisierung.
5 Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion der Ergebnisse und einer Einordnung des Wandels der Kinderliteratur ab.
Realistische Kinderliteratur, Familie, Geschlechterrollen, Peergroup, Sozialisation, Identitätskonstruktion, Verhandlungshaushalt, Mädchenfreundschaft, Individualisierung, Moderne, Kindheit, Kindheitsbild, Literaturanalyse, Erziehungsstile, Geschlechterrollenwandel.
Die Abschlussarbeit analysiert realistische Kinderliteratur nach dem Jahr 2000, um zu untersuchen, wie aktuelle kindliche Lebenswelten und gesellschaftliche Entwicklungen in diesen Texten dargestellt und bewertet werden.
Die Untersuchung konzentriert sich primär auf die Motive Familie, Geschlechterrollen und Peergroup, ergänzt durch die Analyse von Freundschaftsbeziehungen und individuellen Entwicklungsprozessen der Protagonisten.
Ziel ist es, aktuelle Entwicklungstendenzen innerhalb der Kinderliteratur aufzudecken und durch einen Vergleich mit den Ergebnissen von Anita Schilcher zu prüfen, ob sich ein grundlegender Wandel in der realistischen Kinderliteratur vollzogen hat.
Die Arbeit basiert auf exemplarischen Textanalysen von sieben ausgewählten kinderliterarischen Werken, die durch eine Kontrastierung mit bestehenden sozialwissenschaftlichen und literaturwissenschaftlichen Theorien theoretisch eingeordnet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Textanalyse konkreter Kinderbücher, eine Zusammenfassung der Analyseergebnisse sowie eine theoretische Einordnung dieser Erkenntnisse in den gegenwärtigen gesellschaftlichen Kontext.
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie "Realistische Kinderliteratur", "Geschlechterrollen", "Peergroup", "Sozialisation" und "Individualisierung" charakterisieren.
Die Peergroup fungiert in vielen der untersuchten Werke als ein zentraler Ort der Selbsterprobung und Selbstbehauptung, der gegenüber früheren Jahrzehnten eine deutliche Bedeutungszunahme erfahren hat.
Die untersuchten Texte zeichnen moderne Erziehungsstile, insbesondere den "Verhandlungshaushalt", in dem Kinder vermehrt als gleichberechtigte Gesprächspartner in Entscheidungsprozesse integriert werden.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

