Diplomarbeit, 2008
62 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Grundlagen zur Inflation von Immobilienpreisen
2.1 Der Immobilienbegriff
2.2 Definition des Begriffs „Inflation“
2.3 Inflation der Verbraucherpreise
2.4 Inflation der Vermögenspreise
2.5 Einige stylized facts gewöhnlicher Vermögenspreiszyklen
2.6 Grundsätzliche Unterschiede von Aktien und Immobilien
3. Auswirkung einer Immobilienpreisinflation und –deflation auf die Zielgrößen einer Notenbank
3.1 Einfluss auf die Verbraucherpreisinflation
3.2 Einfluss auf den Output
3.3 Einfluss auf die Finanzmarktstabilität
3.4 Fazit
4. Die Immobilienpreise als weitere Zielgröße der Notenbanken
4.1 Theoretischer Hintergrund
4.2 Entwicklung eines Immobilienpreisindex durch Eurostat
5. Die optimale geldpolitische Reaktion der Notenbanken auf eine Immobilienpreisblase
5.1 Stylized facts von Aktien- und Immobilienbooms und –busts
5.2 Modelltheoretische Betrachtung einer geldpolitischen Reaktion auf Aktien- und Immobilienpreisblasen
5.2.1 Das Modell von Bernanke und Gertler
5.2.1.1 Darstellung des Modells
5.2.1.2 Kritische Würdigung
5.2.2 Das Modell von Bordo und Jeanne
5.2.2.1 Darstellung des Modells
5.2.2.2 Kritische Würdigung
5.2.3 Überblick über weitere Modelle in der Literatur
5.3 Die optimale geldpolitische Reaktion auf Aktien- und Immobilienpreisblasen in der Diskussion
5.4 Voraussetzungen für die Anwendung der pro-aktiven Strategie „leaning against the wind“ bei einer Immobilienpreisblase
5.4.1 Identifizierung einer makroökonomisch relevanten Blase
5.4.2 Beeinflussbarkeit der Blase
5.4.3 Positive Kosten-Nutzen-Analyse
5.5 Fazit
6. Handlungsalternativen zur geldpolitischen Reaktion auf eine Immobilienpreisblase
7. Ergebnis
Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Immobilienpreisentwicklungen für die geldpolitische Strategie von Notenbanken. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie und in welchem Umfang Notenbanken Immobilienpreisblasen in ihrer Reaktionsfunktion berücksichtigen sollten, um Preisstabilität und Finanzmarktstabilität zu gewährleisten.
3.1 Einfluss auf die Verbraucherpreisinflation
Immobilienpreise sind zukunftsorientierte Preise und enthalten Erwartungen über die künftige Inflation. Steigen sie, üben sie einen latenten Inflationsdruck aus. Dieser Zusammenhang lässt sich durch mehrere Effekte erklären.
Einen direkten Einfluss auf die Inflation haben die zu erwartenden höheren Mieten, die in den Verbraucherpreisindex eingehen. Eine Mieterhöhung wird erfolgen, weil die Mieten denselben fundamentalen Einflüssen unterliegen und der gestiegene Immobilienwert sich in der Miethöhe reflektiert.
Den langfristigen Zusammenhang zwischen Mieten und Hauspreisen weist Gallin in seiner Studie über das Miet-Preis-Verhältnis in den USA für 1970 bis 2003 nach. Das Miet-Preis-Verhältnis ist über einen 3-Jahres-Zeitraum beständig, dabei dominiert die Entwicklung der Hauspreise die Preisanpassung der Mieten. So steigen bei verhältnismäßig hohen Hauspreisen die Mieten schneller und die Hauspreise langsamer.
Weitere Effekte wirken sich indirekt, über die erhöhten Lebenshaltungskosten, die neben den Verbraucherkosten auch alle anderen Kosten der Lebensführung umfassen, auf die Inflation aus. Steigende Immobilienpreise hinterlassen den Eindruck des Geldwertverlustes bei einem potentiellen Käufer, aber auch bei Immobilienbesitzern. Ihre unterstellte Eigentümermiete, ca. 10,4 % der gesamten Konsumausgaben innerhalb der Eurozone, steigt mit dem Wert des Hauses. Die so erhöhten Lebenshaltungskosten führen zu höheren Lohnforderungen, die mit einem time lag die Lohn-Preis-Spirale in Gang setzen.
1. Einleitung: Die Einbeziehung von Immobilienpreisen in die geldpolitische Strategie wird kontrovers diskutiert, da Immobilienpreisblasen in der Vergangenheit zu schweren Wirtschaftskrisen führen konnten.
2. Grundlagen zur Inflation von Immobilienpreisen: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Immobilie und Inflation, stellt die empirische Entwicklung dar und beleuchtet die Unterschiede zwischen Aktien- und Immobilienmärkten.
3. Auswirkung einer Immobilienpreisinflation und –deflation auf die Zielgrößen einer Notenbank: Es wird untersucht, wie sich Immobilienpreisbewegungen über die Verbraucherpreisinflation, den Output und die Finanzmarktstabilität auf die Zielgrößen einer Notenbank auswirken.
4. Die Immobilienpreise als weitere Zielgröße der Notenbanken: Hier wird die wissenschaftliche Diskussion über die explizite Aufnahme von Immobilienpreisen in die Zielfunktion von Notenbanken sowie der Ansatz von Eurostat zur Entwicklung eines Immobilienpreisindex analysiert.
5. Die optimale geldpolitische Reaktion der Notenbanken auf eine Immobilienpreisblase: Das Kernkapitel wertet modelltheoretische Ansätze aus, um zu bewerten, ob und wie Notenbanken pro-aktiv gegen spekulative Blasen vorgehen sollten.
6. Handlungsalternativen zur geldpolitischen Reaktion auf eine Immobilienpreisblase: Es werden ergänzende Ansätze wie eine robustere Bankenaufsicht und das Konzept der „asset-based reserve requirements“ als Alternativen zur direkten Zinspolitik diskutiert.
7. Ergebnis: Die Arbeit schlussfolgert, dass die pro-aktive Strategie angesichts der erheblichen Gefahren für die Finanzmarktstabilität bei kalkulierbaren Kosten der reaktiven Strategie vorzuziehen ist.
Geldpolitik, Immobilienpreise, Inflation, Vermögenspreisblase, Notenbanken, Preisstabilität, Finanzmarktstabilität, Transmissionsmechanismus, Taylor-Regel, Leaning against the wind, Credit crunch, Vermögenseffekt, Eurostat, Immobilienpreisindex, Konjunkturzyklus.
Die Diplomarbeit analysiert die Rolle von Immobilienpreisen in der geldpolitischen Strategie von Notenbanken und untersucht, ob und wie diese auf Immobilienpreisblasen reagieren sollten.
Zentrale Felder sind die Auswirkungen von Immobilienpreisbewegungen auf Preis- und Finanzmarktstabilität, der Vergleich zwischen reaktiven und pro-aktiven geldpolitischen Ansätzen sowie theoretische Modellierungen von Immobilienblasen.
Das Ziel ist es, den Handlungsbedarf für Notenbanken bei der Identifizierung und Steuerung von Immobilienpreisblasen aufzuzeigen und zu beurteilen, ob eine pro-aktive Einmischung vorteilhaft gegenüber einer reaktiven Haltung ist.
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse, wertet empirische Daten (z.B. OECD, Eurostat) aus und vergleicht verschiedene modelltheoretische Ansätze (z.B. Bernanke/Gertler, Bordo/Jeanne, Filardo), um die optimale geldpolitische Reaktion abzuleiten.
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Immobilienpreisinflation, die Analyse ihrer ökonomischen Auswirkungen, die Diskussion über die Aufnahme in die Zielfunktion von Notenbanken sowie eine detaillierte Auswertung theoretischer Modelle zur optimalen Reaktion auf Blasen.
Geldpolitik, Immobilienpreisblasen, Preisstabilität, Finanzmarktstabilität, „Leaning against the wind“ und der Transmissionsmechanismus sind die wesentlichen Begriffe.
Die Subprime-Krise dient als aktuelles Fallbeispiel, um die Gefahren von Immobilienpreisblasen für die Finanzmarktstabilität zu illustrieren und die Grenzen eines rein reaktiven geldpolitischen Eingreifens aufzuzeigen.
Die Autorin schlussfolgert, dass die pro-aktive Strategie („leaning against the wind“) trotz der Herausforderungen bei der Identifizierung von Blasen ein besseres Verhältnis zwischen Kosten und Nutzen bietet, da sie zur Vermeidung systemischer Risiken und großer wirtschaftlicher Schäden beiträgt.
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